HeyCar: Neue Gebrauchtwagenbörse von Volkswagen

Der Volkswagenkonzern führt eine neue Autobörse für hochwertige Gebrauchtwagen von Händlern ein. HeyCar soll das Finanz- und Gebrauchtwagengeschäft ankurbeln.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 27.10.2017

Die Marktführer unter den Gebrauchtwagenbörsen in Deutschland – mobile.de und autoscout24.de – machen rund 90 Prozent des Geschäftes unter sich aus. Auf jeder dieser Plattformen finden sich über eine Millionen Autos. Jetzt will auch Volkswagen mitmischen und launcht Hey.Car – eine Plattform für hochwertige Gebrauchtwagen von Händlern.

Junge Gebrauchte

Hinter Hey.Car steht die Volkswagen Financial Services AG, also die Finanztochter des Konzerns. Ihre Aufgabe ist die Absatzförderung und Kundenbindung. Neben Hey.Car hat diese AG noch eine Reihe Firmen ins Leben gerufen, wie die Leasing GmbH, die Versicherungsdienst GmbH oder die Carmobility GmbH. Jedes Unternehmen beackert dabei eine Nische, die zwar beim Autokauf nur eine Randerscheinung, langfristig aber ein lukrativer Geschäftszweig ist. Um die Bedeutung der Financial Services AG für den Konzern richtig einordnen zu können hilft ein Blick in die Geschäftszahlen: 2016 trug die AG 1,1 Milliarden Euro zum Unternehmensgewinn bei.

Damit das auch so bleibt wir die Financial Services AG bis 2020 rund 500 Millionen Euro in die Weiterentwicklung der digitalen Geschäftsfelder stecken. Ziel ist es, den aktuellen Bestand von 18,2 Millionen aktiven Verträgen auf 30 Millionen Verträge im Jahr 2025 zu steigern. Hey.Car ist also keine kurzfristige Reaktion auf den Dieselskandal sondern teil einer langfristigen Strategie.

Hochwertige Händlerbörse

Bei Hey.Car sollen vor allem Fahrzeuge zu finden sein, die weniger als 150.000 Kilometer auf dem Tacho haben und jünger sind als acht Jahre. Derzeit können Kunden zwischen 51.000 Fahrzeugen wählen, wobei lediglich Händler in Hamburg, Bremen, Berlin und im Ruhrgebiet aktiv sind. In den kommenden zwölf Monaten will Hey.Car die angebotene Fahrzeugmenge verdreifacht haben. Mittelfristig sollen zwischen 200.000 und 300.000 Fahrzeuge auf der Plattform angeboten werden. Die steht übrigens jeder Marke offen. Allerdings liegt die Quote an konzernfremden Herstellern derzeit bei eher schmalen 10 bis 15 Prozent.

© Bild: © UWE ZUCCHI / EPA / picturedesk.com

Hey.Car kann auch als Teil einer Überarbeitung des Händlernetzes verstanden werden. Das wollte Volkswagen nach jüngsten Ankündigungen effizienter gestalten um die Profitabilität zu steigern. Fahrzeuge, die bei Händlern stehen, machen Verluste. Sie binden Kapital und verlieren mit zunehmender Stehzeit normalerweise an Wert. Entscheidend ist natürlich, dass Hey.Car-User direkt die sonstigen Leistungen des Konzerns angeboten bekommen – also verschiedene Finanzierungs- und Versicherungsmodelle. Hey.Car ist also ein ähnliches Angebot, wie es dasweltauto.at schon ist.

Hey.Car von Volkswagen

Grundsätzlich kommt die Seite sehr aufgeräumt und intuitiv bedienbar rüber. Die Plattform ist noch nicht so verkopft und überladen, wie das bei lang bestehenden Seiten häufig passiert. So kommt es dann aber auch, dass man nicht in einem bestimmten Leistungsfenster suchen oder bestimmte Ausstattungsdetails wählen kann. Features, die User bisher von solchen Plattformen gewöhnt sind. Aber bis 2020 ist es ja noch ein wenig hin.

© Bild: Julian Stratenschulte / EPA / picturedesk.com
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