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Ein Ford F-150 mit Dieselmotor.
 

Ford F-150: Plötzlich mit Dieselmotor

Der Ford F-150 ist seit über drei Jahrzehnten das meistverkaufte Auto der USA. Jetzt gibt es den Pick-up erstmals auch mit einem Dieselmotor.

11.01.2018 Online Redaktion

Der Ford F-150 ist das meistverkaufte Auto in den USA. Nein, nicht der meistverkaufte Pick-up, das meistverkaufte Auto! Und das seit mehr als dreißig Jahren. Der Ford F-150 ist für den Amerikaner also das, was der VW Golf für Österreich und Deutschland ist. Nur eben in ganz anderen Dimensionen. Als Ford sich entschloss, bei seiner Cashcow auf Leichtbau zu setzen, spielte der weltweite Aluminiumpreis kurzzeitig verrückt.

Der Ford F-150 und das Aluminium

Das war im Jahr 2015. Damals gab es einen Modellwechsel und der Wagen speckte rund 300 Kilogramm ab. Für die geplanten 850.000 Stück benötigte Ford damals 350.000 Tonnen Alu-Blech, was die Marke zum größten Abnehmer in der Automobilbranche machte.

Ford F-150 Diesel
© Bild: Ford

Der Ford F-150 ist seit mehr als dreißig Jahren das meistverkaufte Auto in den USA.

Im Hier und Jetzt steht wieder eine kleine Revolution an. Der Ford F-150 erhält einen Dieselmotor. Also eine Antriebsart, die in den USA einen Marktanteil von unter fünf Prozent hat und bisher eher in Lkw verwendet wurde. So gab es bereits in den Super-Duty-Versionen des Ford-Pritschenwagens Dieselaggregate. Die strahlten aber freilich nicht derart in die breite Masse wie der F-150.

Ein Diesel im Bestseller

Der V6-Diesel kitzelt aus 3,0 Litern Hubraum 250 PS und leistet 620 Newtonmeter. Ausverhandelt wird die Kraft von einer neuen 10-Gang-Automatik. Die Leistung wird durch Turbolader mit variabler Turbinengeometrie und einer Commonrail-Einspritzung mit bis zu 2.000 Bar Einspritzdruck erreicht. Den Außerorts-Verbrauch gibt Ford mit 30 Meilen pro Gallone an, was 8,0 Litern auf hundert Kilometer entspräche, wollte man den amerikanischen Testzyklus einfach umrechnen. Was freilich noch keine Rückschlüsse auf die hiesigen Verbrauchsangaben zulässt.

Ford F-150 Diesel
© Bild: Ford

Größtes Verkaufsargument ist allerdings nicht der Motor sondern die Zugkraft.

Das alles treibt den Amerikaner noch nicht in das Cockpit eines Fahrzeugs mit Selbstzünder-Motor. Da müssen noch mehr Argumente kommen; und die liefert der Ford F-150. So darf die Dieselvariante 5.170 Kilogramm ziehen und noch einmal 916 Kilogramm zuladen und das ist ein echtes Kaufargument in den Staaten.

Anhängelast als bestes Argument

Denn die Benziner-Konkurrenz ist in Sachen Anhängelast im direkten Vergleich eingeschränkt. Der 3,3-Liter V6 darf nur 3,4 Tonnen ziehen, der 2,7-Liter nur 3,8 Tonnen und auch beim V8 mit 5,0 Litern dürfen nur 5,0 Tonnen an den Haken. Einzig der 3,5-Liter Ecoboost-V6 darf mit 5,5 Tonnen mehr ziehen.

Doch so ganz unbelastet ist das Verhältnis zwischen den Amerikanern und dem Diesel noch nicht. Immerhin bekommt der Ford F-150 mit Dieselmotor dank SCR-Katalysator mit Harnstoffeinspritzung eine Zulassung in fünfzig US-Bundesstaaten.

Ford F-150 Diesel
© Bild: Ford

Scheinbar meint es erstmals ein US-Hersteller ernst mit dem Selbstzünder.

Seine Premiere feiert der neue Ford F-150 übrigens auf der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit, die Mitte Januar startet. Theoretisch wäre das Fahrzeug derart motorisiert und dank Massenproduktion günstig eingepreist auch eine echte Alternative auf dem europäischen Pick-up-Markt. Das ist allerdings reine Spekulation.

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