
Sie geht gut, die Corvette. Sie geht sehr gut (es braucht Zahlen? Also, bitte: 4,2 Sekunden auf 100, über 300 max...).
von
Filmaufnahmen sind öd. Sie ziehen sich über Stunden hin, Filmer aus dem Auto werfen, Filmer wieder einpacken, oh, Stativ vergessen, nein, Go-Pro nicht angebracht, ne, Location gefällt mir nicht, super, kannst Du bitte nochmals, ach. Doch die Filmerei hat auch etwas Gutes: da fährt man die gleiche Strecke ein Dutzend Mal, oder so. Und wenn es ein bisserl Platz hat, Du die Strecke langsam kennst, dann geht da auch immer ein bisschen mehr. Und noch ein bisschen. Und noch eine Spur schneller. Und dann zeigt der in der neuen Vette eingebaute Querbeschleunigungsmesser da in der groben Links doch tatsächlich 1,17 g an. Das ist dann schon: ziemlich viel. Gut, man darf nicht viel geben auf diese Dinger, das ist mehr eine Spielerei, aber so ein bisschen kann man schon drauf gehen, denn auch der Bauch und der Hintern sind der Meinung: uiuiui, schnell. (Einen Film von den Jungs von V12media.ch gibt auch!)
Doch beginnen wir da, wo unser erster Eindruck von der neuen Corvette C7 Stingray aufgehört hatte: beim Wetter. Es gab dann da tatsächlich ein kleines Fenster mitten in «November Rain», nicht gerade sonnig, aber immerhin trocken, auch die Straße. Für die Michelin Pilot Super Sport sind die vorwinterlichen Temperaturen zwar ein Graus, sie werden kaum warm, doch man nimmt halt, was man kriegen kann. Dafür kenne ich die Strecke, dort obenhintenlinks, das war mal mein Arbeitsweg. Die Gasse ist zwar realtiv eng, doch weil auch die neue Corvette nicht so adipös ist wie andere Sportwagen, vor allem: nur 1,88 breit, passt das schon. Verkehr hat es dort kaum, Häuser auch nicht, manchmal eine Kuh, mehr aber Füchse und Hasen, die sich dann später des Abends Gutnacht sagen werden.
Fröhliches Drehen am Rad auf der Mittelkonsole, zur Verfügung stehen: Wetter (wohl für Nässe, hätten wir früher merken sollen), Eco, Tour, Sport und Track.
Fahren mit der Sporteinstellung




Sie geht gut, die Corvette




Jetzt geht’s mal um den Kofferraum




Jammern auf hohem Niveau


Das Licht schaltet sich automatisch meist erst gegen Tunnelende zu, doch man hat ja auch zwei Hände und zwei Augen, man kann da eingreifen: gleiches gilt für den Regensensor, wir sind ja nicht blöd. Wir lieben den Zugriff zum Kofferraum direkt aus dem Innenraum, wir empfinden den Schlüssel als zu «cheap» für ein Gefährt, das schon ein paar Franken mehr kostet als ein Trax, und die Sitzposition ist einen Hauch zu hoch; es wird dann noch Sportsitze mit Carbon und tralala geben, bald, dann ist auch dieses Problemchen wohl aus der Welt. Ansonsten sind die Sitze aber gut, sehr guter Seitenhalt, bequem. Sie ist überhaupt überraschend komfortabel, die C7, wenn man im Tour-Modus unterwegs ist, dann würd‘ man gern gleich nach Hamburg durchbrettern. Wir liefern dann noch nach, wie durstig sie ist.
Verstecken muss sich die Neue nicht!
Wir hatten ja schon immer was mit der Vette, empfanden sie als deutlich unterschätzt, vor allem die bösen Versionen Z06 und ZR1. Die C7 bewegt sich jetzt schon in der Basisausführung auf deutlich höherem Niveau, alles ist besser geworden – ja, auch das Design, gemäß unserer selbstverständlich sehr subjektiven Empfindung. Die neue Vette muss sich in Sachen Fahrspaß, Dynamik, Fahrverhalten vor niemandem verstecken, in ihrer Preisklasse hat sie keine Gegner, gar keine.
Vielen Dank an die Kollegen von www.radical-mag.com