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Was sollte ein Winterreifen eigentlich können?

Tipps zum Winterreifenkauf. Die Lager sind voll, aber die Händler wissen noch nicht, ob der Winter überhaupt stattfindet.

26.09.2014 Autorevue Magazin

Was sollte ein Winterreifen eigentlich können? Genauso wie ein Auto nicht gleichzeitig groß und klein sein kann, kann ein Winterreifen nicht alles am besten können. Die Top-Modelle der Marken-Hersteller bieten in der Regel immerhin einen günstigen Kompromiss aus allen Kriterien. Die Autofahrerclubs und Konsumentenschützer überprüfen das laufend und geben zu Saisonbeginn im Frühling und Herbst ihre aktuellen Ergebnisse bekannt.

Teurer Reifen selten ganz schlecht

Die Ergebnisse laufen aller Erfahrung nach darauf hinaus, dass der Großteil der getesteten Reifen bedenkenlos gekauft werden kann. Manchmal landet zwar ein als Spitzenmarke bekannter teurer Reifen nur im Mittelfeld, aber gerade die teuren Reifen bieten meist auch eine hohe Laufleistung und geringen Benzinverbrauch, was den Preisnachteil auch wieder aufhebt.

Katastrophaler Nassgriff

Bei Winterreifen gilt die Regel, dass sogar Billigprodukte aus Fernost oft noch tadellose Leistung auf Eis und Schnee bringen. Also so leicht hängen bleiben wird man auch mit diesen nicht. Das Killerkriterium bei Winterreifen ist aber der Nassgriff. Durch lange Bremswege auf Nässe zeichnen sich die wahren Versager aus. Denn meistens fährt man im Winter ja auf salznasser Fahrbahn, es sei denn man wohnt in gebirgiger Höhenlage.

Warum jetzt kaufen?

Ein Tipp: zu Beginn und gegen Ende der Saison gibt’s die größten Nachlässe. Zuerst weil die Händler die Lager voll haben und nicht wissen, ob sie darauf sitzen bleiben, und zum Schluss weil sie die Lager überhaupt leer haben wollen. Die Auswahl ist anfangs aber größer.

Taktik beim Kaufen

Die Taktik könnte also lauten, auch einen passenden Reifentest aus dem Vorjahr heranziehen (VKI – Konsument oder ÖAMTC–ADAC). Denn selbst wenn es mittlerweile ein Nachfolgemodell gibt, ist kaum zu erwarten, dass es schlechter ist als sein Vorgänger. Und für die Kostenabschätzung ist auch eines wichtig: Erst die persönliche Gewichtung von Neupreis, Laufleistung und individueller Kilometerleistung ergibt die wahren Kosten, nicht zu vergessen, dass Reifen auch den Spritverbrauch beeinflussen.

  • Kapusta Friedrich

    Es ist schön, dass es die Reifentests gibt. Hier werden – unabhängig von Automarken – Bremswege ermittelt.
    In herkömmlichen Autotests und bei Inseraten der Autohersteller gehört, – ähnlich den Verbrauchsangaben -, auch der Bremsweg trocken / nass + kalt / warm zwingend angegeben. Was nützt der Abstandsradar, Notbremsassistent, ABS, etc. wenn die gesamte Bremsanlage und -geometrie Opfer des Sparbudgets oder schlechter Konstuktion geworden ist?
    Wäre immerhin gscheiter als die Beschleunigung von 0 auf 100 anzugeben. Von 100 auf 0 müssen schließlich auch alle einmal kommen, oder?

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