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Schadenersatz und Haftung bei Steinschlag: Diese Rechte habt ihr

Ein kleiner Stein reicht aus um bei höherer Geschwindigkeit auf der Windschutzscheibe seine Spuren zu hinterlassen. Aber wer haftet eigentlich bei einem Steinschlag?

27.03.2016 Online Redaktion

Ein Stein, auch ein noch so kleiner, kann sich bei entsprechender Geschwindigkeit zu einem Geschoß entwickeln. Die häufige Folge: Kleinere „Pecker“, Sprünge bis hin zu größeren „Kratern“ auf der Scheibe, die im schlimmsten Fall einen Austausch der gesamten Frontscheibe erfordern. In welchen Fällen der Verursacher zahlen muss und wann nicht, erfahrt ihr hier.

Unabwendbares Ereignis = Kein Schuldiger = Kein Schadenersatz

Auch, wenn es einen erkennbaren Verursacher für einen Steinschlag gibt, bedeutet das noch nicht, dass eine Schuld im rechtlichen Sinne vorliegt. Wenn die Sorgfaltspflicht nicht verletzt wurde und dennoch ein Stein eure Windschutzscheibe „verziert“ handelt es sich um ein „unabwendbares“ Ereignis, für das niemanden die Schuld im rechtlichen Sinne aufgebürdet werden kann. Das ist z.B. dann der Fall, wenn ein vor euch fahrendes Fahrzeug einen Stein aufwirbelt und dieser auf die Frontscheibe geschleudert wird.

Sorgfaltspflicht verletzt: Schadenersatz?

  • Anders sieht es aus, wenn das vor euch fahrende Fahrzeug beim Anfahren mit Vollgas und ohne Rücksicht einen Stein aufwirbelt und dieser auf eurer Frontscheibe landet.
  • Auch Fahrzeuglenker die z.B. Schotter/Kies transportieren, müssen dafür sorgen, dass während der Fahrt kein Ladegut abhandenkommt. Die Schuldfrage ist in diesem Fall aber nur dann eindeutig, wenn vom hinterherfahrenden Fahrzeug ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten wurde.
  • Bei Fällen von Steinschlag durch überhöhte Geschwindigkeit, insbesondere bei winterlichen Fahrverhältnissen, hat das OGH bereits wiederholt entschieden, dass ein Autofahrer wissen muss, dass im Streugut auch Steine oder andere größere Teile enthalten sein können die zu einem Steinschlag führen können.

Eine Schadenersatzforderung ist in diesen Fällen also theoretisch möglich.

Was ist zu tun bei einem Steinschlag?

Das Problem in der Praxis: die Beweisführung

Dass Forderungen nach Schadenersatz bei einem Steinschlag aber selten erfolgreich sind, liegt daran, dass die Gerichte und Versicherungen hohe Anforderungen stellen bezüglich der Beweisfrage.

Es reicht z.B. nicht die Tatsache aus, dass ein mit Steinen beladenes Fahrzeug vorausgefahren ist. Der geschädigte Autofahrer muss (z.B. durch Zeugen oder den sichergestellten Stein) auch beweisen, dass der Stein tatsächlich aus dem Ladegut stammt und von der Ladefläche heruntergefallen ist.

Fazit

Auch wenn es in manchen Fällen theoretisch möglich ist Schadenersatz bei einem Steinschlag einzufordern: In der Praxis scheint dieses Unterfangen fast aussichtslos. Abhilfe schafft hier nur eine entsprechende Kaskoversicherung.

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