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Speedparty 2016: So & nicht Anders

Die dritte Autorevue Speedparty hat den ­Erfolg des Vorjahres nochmal ausgebremst, was an Euch lag, am Wetter und überhaupt an allem.

15.09.2016 Autorevue Magazin

Es hat nicht geregnet, ganz genau genommen ist den ganzen Tag über das Gegenteil eingetreten: Perfektes Sommerwetter mit ganz winzigen, von zarten Wolken veranstalteten Erholungspausen, angenehm überraschend für einen Tag im September. Hätten wir ein Schwimmbad im Magna Racino gehabt, es wäre sicher gut besucht gewesen.

So gut wie die Speedparty selbst, schon bei den Anmeldungen zeichnete sich die Steigerung zum Vorjahr ab: Mehr als 300 Klassiker für die Open-Doors-Autoshow, volles Teilnehmerfeld sowohl bei den Gleichmäßigkeitsrennen als auch beim gepflegten Drift auf dem Sand-Oval, formerly known as Trabrennbahn. Wie die Fahrer bei der Rallye-Challenge die Kurven ausschmierten und der Sand die Flugbahn in den Wind zeichnete, war allerbeste Show, und natürlich ließ niemand locker, solange er sich materialschonende Chancen auf den Sieg ausmalen konnte. Der Gewinner Hermann Neubauer auf dem bald wohl staatsmeisterlichen Ford Fiesta WRC brachte unglaubliche 39 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten ins Ziel.

Am gleichen Terrain wurde auch der Racing Rookie 2016 gekürt, schon wie letztes Jahr versammelte das Superfinale die vier Besten der letzten Monate auf der Sandbahn des Magna Racino. Wie sich Michael Röck den Rallye-Fiesta und damit die Basis für eine flinke Karriere im Motorsport erkämpfte, gibt’s in aller Detailverliebtheit im neuen Heft ab Seite 92 zu lesen.

Staubfreier, aber nicht minder ambitioniert starteten die Teilnehmer der Gleichmäßigkeitsbewerbe, fein unterteilt nach Altersklassen, und was soll man sagen: Wie die Autos in drei Läufen mitten durchs Gelände und die vielen Zuschauer pfeilten, von Carlo Hasenörls Riley 9 Special aus dem Jahr 1931 bis zu Stefan Preishubers BMW Z4 M Coupé von 2006, war ein gepflegter Abriss der Automobilgeschichte. Jener mit sportlichem Einschlag, meistens.

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© Bild: Jürgen Skarwan

Oldsmobile 442 von Bernd Pressl beim Gleichmäßigkeitslauf, das Starterfeld spannte sich über unglaubliche 75 Jahre.

Den Strauß ganz moderner Supersportler besorgten wir von der Redaktion dann wieder selbst: Wie immer fand der Supertest im Magna Racino ins Ziel, aber ein paar Showrunden zur Erbauung des Publikums mussten schon noch sein. Gut gewürzt durch die Show von Drift Greinbach und KumhoTyre übrigens, die manch Reifen in bunten Rauch aufgehen ließen.

Damit aber nicht nur die Edlen und Noblen zur Speedparty reisen würden, importierten wir auch heuer wieder einen Bewerb aus Großbritannien, dem an schrulligen Autos reichsten Land: Der Concours de l’Ordinaire ist jenen Klassikern gewidmet, die einst ebenso oft wie ungeliebt unterwegs waren und heute daher praktisch ausgestorben sind. Unsere Hoffnung auf Zusammenballungen von Morris Marinas, Talbot Tagoras und Austin Allegros hat sich nicht ganz erfüllt, aber die potenziellen Kandidaten und ihre Besitzer waren zahlreich vertreten. Dass der Pokal (ein aus Wales importiertes Blechmodell eines Reliant Regal in spezieller Autorevue-Bemalung) an einen VW Scirocco ging, mag vielleicht auf den ersten Blick im Kontrast zum vorhin ausgerufenen Grundgedanken dieses Bewerbes stehen, aber Thomas Groiss hatte sich den ersten Platz redlich verdient: Sein wunderbar erhaltener Scirocco trägt als US-Import die dicken Stoßstangen, obendrein ein rotes Interieur und ein Nachrüst-Glasdach. Schade übrigens, dass das Daf 66 Coupé im stützstrumpfbeigen Originallack nicht mehr da war, als die Jury zur finalen Prämierung ausrückte.

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© Bild: Jürgen Skarwan

Szenen der Speedparty in loser Schüttung: Allerlei Impressionen vom Treffenparkplatz, oft war auch die Kleidung der Fans vom Feinsten. Man beachte die Schleifscheiben-Patina des Tatraplan dahinter, auch manch Brillenpräsentation am Flohmarkt verzichtete auf Hochglanz.

Erstmals dabei war heuer eine Auktion feinster Klassiker, veranstaltet vom Online-Auktionshaus Auctionata. Daher durften nicht nur die Gäste der Speedparty mitbieten, sondern Interessenten weltweit, so sie sich online eingeklinkt hatten. Nach einer kleinen Panne am Anfang – der Liveton war weg, jener aus der Auctionata-Zentrale in Berlin allerdings tadellos vorhanden – konnte die Speedparty-Versteigerungspremiere anheben.

VW feierte 40 Jahre Golf GTI und Ford zelebrierte den Neustart des Mustang
© Bild: Jürgen Skarwan

VW feierte 40 Jahre Golf GTI und Ford zelebrierte den Neustart des Mustang.

Und sonst? VW feierte den 40er des Golf GTI mit einer lückenlosen Ahnenreihe des aktuellen Modells, Ford zelebrierte die neueste Auflage des Mustang in etlichen Exemplaren, der Flohmarkt bot Gelegenheit zum Aufspüren kleinerer und größerer Pretiosen, die Kinder erfreuten sich an der riesigen VW-Beetle-Luftburg, alle Altersklassen fanden Inspiration bei Rallye-Filmen, und die kulinarische Versorgung kam aus allen Richtungen, manchmal auch aus einem historischen Bus.

Die Speedparty war jedenfalls DAS Fest der Lust am Auto, dröhnend auf den Rennstrecken, im Plauderton am Treffenplatz, bunt und fröhlich in allen Facetten. Wir nehmen das einfach als Auftrag zum Weitermachen, im nächsten Spätsommer.

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© Bild: Jürgen Skarwan

Vor der Auktion durften die Autos im Auctionata-Zelt natürlich ausgiebig besichtigt werden.

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© Bild: Jürgen Skarwan
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© Bild: Jürgen Skarwan
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© Bild: Jürgen Skarwan

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