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Opel Admiral V8 - Ach, damals...

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Im September 1965 wurde der Opel Admiral V8 eingeführt. Nur 623 Stück dieser Version, die von einem 4,6l, 190 PS starken V8 angerieben wurde, wurden gebaut.

Klar, es gab die großen Highways in den USA, doch da fuhr ja niemand schnell – in Deutschland aber gab es die Autobahnen. Und in Deutschland wurde in jenen Jahren die automobile Zwei-Klassen-Gesellschaft erfunden. VW Käfer – und noch langsamer – zuckelten so ein bisschen einher und waren überhaupt froh, wenn sie irgendwann das Ziel erreichten. Dann kamen aber die ersten großen Mercedes, es begann vielleicht mit dem «Adenauer» (W189, 3-Liter-Sechszylinder, 160 PS, 165 km/h schnell), es folgte der W112 (als 300SE mit bis zu 170 PS, bis zu 180 km/h Höchstgeschwindigkeit), schließlich ab 1965 der W109.

Wie alles begann

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Wie alles begann

Von der KAD-A-Reihe, die bis 1968 gebaut wurde, war der Admiral das meistverkaufte Modell, innert vier Jahren wurden über 55.000 Exemplare gebaut. Die Basisversion verfügte über den 2,6-Liter-Reihensechser mit 100 PS, der schon im Herbst vom 2,8-Liter-Reihensechser mit 125 PS abgelöst wurde; ab 1967 kam dann noch die HL-Variante (HL für Hochleistung) mit 140 PS dazu.

Der Opel Admiral V8

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Der Opel Admiral V8
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Die Stuttgarter „Blindschleiche“

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Die Stuttgarter „Blindschleiche“

Ganz klassische Linien, zwar amerikanisch beeinflusst, dies aber europäisch geglättet (das Opel-Design-Studio in Rüsselsheim hatte als erstes seiner Art in Europa just 1964 seine Tore geöffnet). Sie stellten etwas dar, die Kapitäne, Admirale, Diplomaten, man war wer im Wirtschaftswunderdeutschland, wenn man solch einen Opel sein eigen nennen konnte. Die Großserien-Technik macht keine Probleme (mit Ausnahme des 5,4-Liter-V8, der neigte anfangs zum Überhitzen) – und innen zeigt sich die wahre Erhabenheit. Das rote Leder, das rote Lenkrad, Sitze wie Fauteuils (mit null Seitenhalt) mit Chromleisten unten: welche Pracht. Leise schnurrt der Achtzylinder auch heute, sanft setzt sich das Trumm in Bewegung; schon damals verliefen die Schaltvorgänge der Automatik quasi rucklos, aber man spürt gleichzeitig auch, wie viel der stolzen Kraft irgendwo in diesem Getriebe verschwindet. Aschenbecher links und rechts in der Armauflage. In den Kurven aber eine Seitenneigung, dass man aufpassen muss, dass diese Aschenbecher sich nicht in den Innenraum entleeren. Rasen ist nicht – aber gleiten.

Luxusfahrzeug-Hersteller Opel!

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Luxusfahrzeug-Hersteller Opel!

Sie bleiben unterschätzt, die großen Opel. Für das Diplomat Coupé mit dem großen V8 werden zwar unterdessen anständige Preise bezahlt, doch im Vergleich zu anderen Fahrzeugen von nur gefühlt edlerer Herkunft, die ähnlich selten und auch nicht besser motorisiert sind, bleiben sie weiterhin absolute Schnäppchen; ob sich das je ändert, wer weiß das schon. Für die anderen Mitglieder der KAD-A- und KAD-B-Reihe haben die Preise zwar angezogen in den vergangenen ein, zwei Jahren, doch sie sind weiterhin viel zu günstig für ihre geschichtliche Bedeutung, für ihre damals so fortschrittliche Technik, für den Status, den sie einst hatten. Dazu kommt: sie sind ja einigermaßen problemlos zu halten, die großen Opel, ja, der Rostfraß, der nagt an ihnen, doch es sind dank der großen Verkaufszahlen alle Teile noch für vernünftiges Geld zu haben; das gilt ganz besonders für die amerikanische Massen-Mechanik.

Vielen Dank an Peter Ruch von radical-mag.com

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