In Schönheit schiach

Ein Charakterdarsteller wird auf den zweiten Blick genial und auf den dritten schön, schnell ist er schon vorher. Fahreindrücke aus einer Zeit, die schon zwei obenliegende Nockenwellen, aber kaum noch Sportlimousinen kannte.

Autorevue Magazin
Veröffentlicht am 18.10.2017

Ein Artikel aus der Autorevue vom Oktober 2009

Freilich hat Alfa Romeo die Sportlimousine nicht erfunden, die Borgward Isabella TS war früher dran, und der BMW 1500 kam ziemlich zeitgleich mit der Giulia, und er sollte eine ähnliche Karriere hinlegen, bis zu 130 PS im 2000 tii, aber darum geht’s heute längst nimmer. Es geht um die überzeugende Darstellung eines Anfang der 60er Jahre frischen Themas, in Wort und Bild und Ton. Besonders da hat sich die Giulia eingebrannt, vorzugsweise als Giulia Super, also mit Doppelscheinwerfern, zumeist rot lackiert, der Charakterdarsteller unter der Motorhaube war 1,6 Liter groß und 98 oder 102 PS stark, und er klang nach viel mehr. Aus dem Auspuff kam quasi immer ein akustisches Amuse-Gueule, mit Liebe angerichtet, mit Präzision ausgefeilt.

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