Testbericht: Toyota Auris 1,8 Hybrid Lounge

Nach siebenundvierzig Jahren hat sich Toyotas Kompaktklasse zu einer ­Gemütlichkeit gemausert, die man ihr gar nicht zugetraut hätte.

Veröffentlicht am 12.09.2013

Der Toyota Auris hat einen Tippblinker. Das ist nicht einfach nur dreimal Klick-Klock, es ist eine Sensation. Die ­Essenz des Quantensprungs, den dieses Auto mit dem ­Modellwechsel gemacht hat. Der Auris ist der erste Toyota ever mit einem Tippblinker. Und ein Auto, mit dem man gerne unterwegs ist, in dem man sich wirklich wohlfühlt. Hand aufs Herz, das ist ein ziemliches Kompliment für etwas, das vor gar nicht so langer Zeit noch Corolla hieß.

Der neue Toyota Auris Hybrid macht Schluss mit bieder

Der erste Auris war noch ein Toyota der alten Schule und fuhr unterhalb aller Wahrnehmungsgrenzen – eher ein schmuckloses Hotel als das heimelige Wohnzimmer. Und plötzlich: helles ­Leder, Licht, Luft! Markanter Chic trifft auf unerschütterliche Toyota-Verarbeitung, das klingt nicht nur nach Killer-Kombination.

toyota auris hybrid lounge panoramadach innen
Das Panoramadach ist quasi ein Muss.

Die Hybrid-Version bringt dann noch eine beispiellose Ruhe und Entspanntheit mit. Der Überraschungseffekt der Lautlosigkeit ist zwar dahin, aber im Vergleich zu einer ­Dieselrumpel, die verbrauchsmäßig – zumindest in der Stadt – auf Augenhöhe steht, ist der sanfte Tanz von Strom und Benzin eine Wohltat.

Der Antrieb wurde im ­Antritt spürbar optimiert, die Dosierbarkeit am Gaspedal verbessert. Man fühlt sich nie untermotorisiert, trotzdem wird das Öko-Gewissen bedient: Weniger als sechs Liter Verbrauch sind im Stadtverkehr möglich, ohne unterwegs zu sein wie eine sedierte Tomate. Ambitionierte fahren eine Vier vor das Komma – das schafft kein hochoptimiertes Turbomotörchen.

Außerdem hat die Hybrid-Variante nun einen nennenswerten Kofferraum: 360 Liter, mit verstellbarem Boden. Dafür zwickt’s in der Rückbank jetzt an Knie und Scheitel, was besonders schade ist, da die Sitzposition an sich ideal wäre.

Technologisch wurde zart aufgerüstet. Hochambitioniertes wie ein Abstandsradar gibt es zwar noch nicht, dafür aber Einparkautomatik, Rückfahrkamera und, wie erwähnt, den Tippblinker. Und was ­Asiaten leider immer schon gut konnten: nervtötende Pieps­töne. Diesmal tönt eine Dauersirene bei eingelegtem Rückwärtsgang in herzhafter Dissonanz mit der Einparkhilfe. So wird das Einparken erst wieder zur Strapaz, trotz Assistent und Wohlfühl-Atmosphäre.


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