Testbericht: Dacia Sandero Stepway Lauréate dCi 90

Auch die automobile Grundversorgung kann ihren Reiz haben.

Veröffentlicht am 13.08.2013

Kaum ein Auto knüpft so fugenlos an das Grundbedürfnis „Fortbewegung“ an, wie der Dacia Sandero. Er ist das ideale Gefährt für Leute, die ein Auto brauchen, um zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen, aber nicht, um damit etwas auszudrücken. Ein unprätentiöses Stück Alltag, nicht unelegant, aber schmucklos. Ein Angebot, so unsexy, dass jedem Marketingexperten der Kopf raucht.

Dacia Sandero Stepway Lauréate dCi 90 navi
DISKONTNAVI Tadellose Funktionalität, sensationell einfache Bedienung.

Deshalb hat man sich den Stepway einfallen lassen, der mit seiner Kunststoffbeplankung die schlicht-schlanke Linienführung des Sandero konterkariert und das ganze Auto etwas ratlos in eine modische Pseudo-Abenteuerecke stellt. Weil es keine Veränderungen am Antrieb gibt, verzweifelt der Stepway an verschneiten Parkplätzen wie jeder andere Kleinwagen. Nicht mal gegen Parkrempler ist man nicht besser geschützt als in der Serienversion. Dafür gibt es eine Dachreling, über die man sich beim alljährlichen Christbaumkauf freut und eine Vollausstattung, die den Aufpreis auf 200,- Euro schmelzen lässt. Damit wird die Entscheidung zur Geschmacksfrage.

Unberührt davon bleibt die technische Basis: ein Turbodiesel, der sein Verbrennungsprinzip allen kundtut, dafür aber sehr kraftvoll an die Arbeit geht. Der Motor kommt aus dem aktuellen Renault-Regal, verzichtet allerdings auf Spritspar-Gimmicks wie Stopp/Start oder bedarfsgerechter Lichtmaschinensteuerung. Immerhin gibt es einen Knopf, auf dem „ECO“ steht. Der Prospekt verspricht 4,0 Liter Durchschnittsverbrauch, nach 800 Kilometern Stadt/Stadtautobahn zeigte der Bordcomputer 5,1 Liter an. Dass wir am Ende doch 7,3 Liter pro 100 Kilometer nachtanken mussten, liegt wohl an den winterlichen Temperaturen in Kombination mit Kurzstreckenbetrieb – Feindesland für einen jeden Dieselmotor.


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