Model Winnie Harlow mit Red Bull-Teamchef Christian Horner
 

Zielflagge zu früh geschwenkt: Kanada-GP nach 68 (statt 70) Runden gewertet

Verwirrung beim Kanada-Grand Prix: Model Winnie Harlow schwenkte die Zielflagge zu früh, das Rennen wurde daher nach 69 Runden beendet und nach 68 Runden gewertet. Schuld seien “Kommunikationsfehler”, so die Rennleitung.

11.06.2018 Online Redaktion

Eigentlich sollte der Grand Prix von Kanada 70 Runden lang dauern, doch heuer wurde das Rennen bereits nach 68 Runden gewertet. Grund dafür war, dass das kanadische Model Winnie Harlow die Zielflagge bereits vor dem eigentlichen Ende geschwenkt hatte. Die 23-jährige trifft dabei keine Schuld, sie hatte den Befehl zum Abwinken zu früh erhalten.

“Nix passiert”

Obwohl Harlow nur die Anweisungen befolgt hatte, hagelte es Kritik für das Model. Die Social Media-Verantwortlichen der Formel 1 beeilten sich daher, die Sache in einem Tweet – mit viel Augenzwinkern – klarzustellen: “Wenn man Winnie Harlow sagt, dass sie die Zielflagge zu früh schwenken soll. Kommunikationsfehler passieren!”, heißt es da samt Affen-Emoji und einem Video von dem Zwischenfall. Hashtag: #NoHarmDone, also etwa, “eh nix passiert”.

Der offizielle F1-Tweet

Verärgerung bei den Piloten – insbesondere Daniel Ricciardo

Die Piloten waren über die vorzeitige Beendigung des Rennens trotzdem verärgert. “Sag ihnen, sie sollen nicht die Zielflagge schwenken, bevor es vorbei ist”, beschwerte sich etwa Ferrari-Pilot Sebastian Vettel via Boxenfunk. Dabei ging er als Sieger aus dem Rennen hervor, und in den letzten beiden Runden änderte sich nichts mehr an der Reihenfolge in den Punkterängen. Mehr Grund zur Aufregung hat Daniel Ricciardo: Der Australier “verlor” die schnellste Rennrunde an seinen Teamkollegen Max Verstappen.

68, 69, 70, …

Wie Rennleiter Charlie Whiting bestätigte, waren “Kommunikationsprobleme” die Ursache für den Faux-Pas. Das berichtet unter anderem das Motorsport Magazin. Der Starter habe die Race Control in Runde 69 via Funk gefragt, ob das Rennen jetzt beendet werden könne. Dort wurde die Frage aber nicht als Frage, sondern als schlichte Mitteillung aufgefasst und daher bloß mit “okay” kommentiert, was der Starter wiederum als Bestätigung interpretierte, dass das Rennen schon vorbei sei. Harlow bekam daher die Anweisung, die Zielflagge schon nach Runde 69 zu schwenken. Das Protokoll sieht vor, dass ein Rennen bis zur Runde vor dem “Abbruch” gewertet wird – daher war der Grand Prix von Kanada nach den Flaggen-Verwirrungen offiziell schon nach Runde 68 vorbei.

Kein Einzelfall

Es war nicht der erste Faux-Pas dieser Art. Auch der Grand Prix von China 2014 wurde vorzeitig abgewunken und mit zwei Runden weniger als vorgesehen gewertet. 2002 machte Fußballstar Pelé Schlagzeilen: Der Brasilianer, der die Zielflagge hätte schwenken sollen, hatte damals seinen Einsatz verpasst.

 

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