W Series: Erste Formel-Rennserie nur für Frauen scheidet die Geister

2019 startet die erste Formel-Rennserie nur für Frauen. Eben jene üben aber heftige Kritik an dem Konzept.

18.10.2018 Online Redaktion

Ab 2019 geht die erste eigene Formel-Rennserie nur für Frauen an den Start. Sechs Rennen à 30 Minuten sollen im Rahmenprogramm der DTM stattfinden, gefahren wird mit Formel 1-Autos von Tatuus. Entscheidend für die Aufnahme ins 18 bis 20 Fahrerinnen umfassende Starterfeld ist nicht Sponsorgeld, sondern das Bestehen eines Auswahlprozesses. Auf die Siegerin wartet ein Preisgeld in Höhe von 500.000 US-Dollar.

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Heftige Kritik von Rennfahrerinnen

Die W Series soll Frauen bessere Chancen im Männer-dominierten Motorsport ermöglichen. Unterstützt wird die neue Rennserie vom Ex-Formel 1-Piloten David Coulthard und von Design-Ikone Adrian Newey. Doch die Idee stößt nicht nur auf Begeisterung. Kritiker meinen, Frauen zu separieren sei der falsche Weg. Claire Williams, Teamchef des Williams-F1-Team, bezeichnete die Frauenrennserie etwa als “Rückschritt” – und ist mit dieser Meinung nicht alleine. Indy-Pilotin Pippa Mann sprach von einem “traurigen Tag für den Motorsport”. “Die Unterstützer würden Frauen nun separieren, statt diese zu unterstützen. “Ich bin riesig enttäuscht, so einen historischen Rückschritt miterleben zu müssen”, twitterte die Britin.

Geschlechtertrennung statt Chancengleichheit?

“Das ist ein echter Rückschlag, ein absoluter Rückschritt”, meint auch die deutsche Rennfahrerin Ellen Lohr im Gespräch mit Speedweek.com. “Das ist im Geiste von Carmen Jorda: Wir brauchen eine Formel 1 für Frauen, denn wir Frauen sind leider zu schwach, um Formel 1 zu fahren. Es macht genau das, was es nicht machen sollte: Die Geschlechter separieren. Das macht keinen Sinn.” Die spanische Rennfahrerin Jorda hatte zu Jahresbeginn mit der Aussage für Ärger gesorgt, Frauen sollten sich eher in der leichteren Formel E als in der Formel 1 versuchen.

Unterstützer sehen W Series als Sprungbrett

Sogar DTM-Chef Gerhard Berger sei erst skeptisch gewesen, was die neue Rennserie angeht – als er gesehen habe, wer aller daran beteiligt ist, sei seine Zurückhaltung aber in Begeisterung umgeschlagen. David Coulthard sieht die “W-Series” als Sprungbrett für Frauen: “Wir glauben daran, dass sich Frauen und Männer im Rennsport miteinander messen können, wenn sie gleiche Voraussetzungen haben”, so der 47-jährige.

Bereits zahlreiche Bewerbungen für die W Series eingegangen

Aller Kritik zum Trotz sollen in den ersten Tagen nach der Ankündigung bereits 50 Bewerbungen für die neue Rennserie eingegangen sein.

 

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