Robert Kubica gibt Comeback im Formel 1-Auto

Nach sechs Jahren nahm Robert Kubica erstmals wieder in einem Formel 1-Auto Platz und drehte 115 Runden am Circuit Ricardo Tormo in Valencia.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 07.06.2017

Über sechs Jahre nach seinem schweren Rallye-Unfall im Jahr 2011 drehte Robert Kubica am vergangenen Dienstag erstmals wieder seine Runden in einem Formel 1-Auto. In einem Lotus-Renault E20 aus der Formel 1-Saison 2012 absolvierte der Pole 115 Runden auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia. Für Kubica selbst war die Rückkehr ins Formel 1-Cockpit mit gemischten Gefühlen verbunden: “Für mich war es ein emotional wichtiger Tag”, so der 32-jährige. “Ich war eine lange Zeit weg vom Fahrerlager und habe schwierige Zeiten durchlebt. Ich habe hart gearbeitet und noch vor ein paar Jahren hätte ich es für unmöglich gehalten.”

76 Formel 1-Grand Prix

Kubica galt als großes Talent, als er 2006 als erster Pole ein Stammcockpit in der Motorsport-Königsklasse bekam. Er löste damals nach dem Deutschland-Rennen den ehemaligen Weltmeister Jacques Villeneuve beim BMW-Sauber-Team ab. Einen Horror-Crash vor zehn Jahren beim Großen Preis von Kanada überlebte Kubica wie durch ein Wunder praktisch unversehrt, 2008 gewann er das Rennen in Montreal. Es blieb der einzige Sieg in der Formel-1-Vita des 76-maligen Grand-Prix-Starters, der auch mit Ferrari in Verbindung gebracht worden war.

Kubicas Horror-Crash in Kanada 2007

https://www.youtube.com/watch?v=SiOPWFvu0Po

Rallye-Unfall 2011 beendete Formel 1-Karriere

Im Februar 2011 beendete ein schrecklicher Unfall bei der Rallye “Ronde di Andora” alle Hoffnungen und Träume. Kubica war mit seinem Wagen nahe Genua von der Straße abgekommen. Der gebürtige Krakauer hatte sich schwere Verletzungen vor allem am rechten Arm und rechten Bein zugezogen. Wenige Tage zuvor hatte Kubica zum Abschluss der ersten Formel-1-Testfahrten des Jahres noch die Bestzeit gefahren – auf dem Circuit Ricardo Tormo.

“Weiß nicht, was die Zukunft bringt”

6 Jahre später gab Kubica in Valencia ein kleines Comeback. “Seine Kommentare und sein Feedback – es war als für uns alle, als würde man die Zeit zurückdrehen”, meinte Renaults Sportdirektor Alain Permane nach dem Privattest. Wie es nun weitergeht, ließen alle offen. Permane sprach zwar von einem vorerst “einmaligen Event”. Kubica, der nach seinem Unfall vor allem im Rallye-Sport unterwegs gewesen war, betonte: “Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, aber eines weiß ich: Nachdem ich mehr als ein Jahr hierfür vorbereitet habe, bin ich mit einem guten Tempo bei schwierigen Bedingungen unterwegs gewesen.”

© Bild: Malcolm GRIFFITHS

Raum für Spekulationen

Vor knapp zwei Monaten hatte Kubica in einem langen Interview mit der italienischen Zeitung “Corriere della Sera” noch betont, dass sein Bewegungsspielraum mit dem rechten Unterarm für immer eingeschränkt sein werde. “Ich muss alles mit der Kraft aus meiner Schulter bewegen”, hatte der 32-Jährige gesagt. Diese Problemen würden zweifellos gegen ein Formel-1-Comeback sprechen. Das Timing des Tests vor dem Hintergrund, dass Renault-Stammfahrer Jolyon Palmer, der nach sechs Rennen noch ohne Punkt ist, zuletzt teamintern unter Druck geraten soll, gibt Spekulationen allerdings reichlich Raum.


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