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Racing Rookie Melk: Baff Peng

Erst krachen lassen und dann überrascht tun. Ordentlich eingewaschelt sind die Finalisten von Melk vielleicht die bescheidensten aller Zeiten.

14.08.2017 Autorevue Magazin

Eigentlich ist der einsetzende Regen kein gutes Omen. Nur der Filmer freut sich, endlich hat er auch einmal Schlechtwetter-Material. Naja, wenn er meint.

Bei den einzelnen Stationen sucht man vermehrt die Glashütten (nicht die Uhren) auf, denn heute ist jede Station Nasshandling.

Einer fragt verschämt, ob er ein trockenes Leiberl haben könnte, nachdem er komplett durchnässt vom Bewerb „Nasshandling offen“ (ehemals Kartfahren) zurückkommt.

Neu gewandet geht es weiter wie zuvor. Entweder werden die Helme exorbitant größer oder der Regen lässt nach, denn die nachfolgenden Kartfahrer kommen trockener zurück. Den Rookies und Rookienen scheint es so oder so wenig auszumachen.

Vor lauter Konzentration auf die Beherrschung der verschiedenen Sportgeräte und zwischenzeitlichem Schmähführen bleibt keine freie Aufmerksamkeit für allfällige Wetterquerelen.

Nur die Finalisten sind so geläutert vom Regen, dass sie ihre Leistungen weder glorifizieren noch fassen können – dabei war einer auf der Schleuderplatte ganz fehlerfrei. Dass wir die Wirkung des Regens überschätzen und die vier von Grund auf so bescheiden sind, halten wir indes für ausgeschlossen.

Und das sind sie:

© Bild: Jürgen Skarwan
ALEXANDER KUGLER, 19. In seinem Polo GTI setzt er als Versicherungs-Außendienstler Akzente, auch wenn er beruflich kaum quer fährt. Kreuzbandriss und Knöchelbruch beendeten die Fußball-Karriere, notgedrungen weicht er einmal im Jahr auf Motorsport aus. Bereits letztes Jahr im Superfinale, möchte er dieses Jahr den Rallye-Fiesta für seine eigenen Abenteuer gewinnen. Zwischen den Sonderprüfungen bliebe schließlich genug Zeit für Kundenakquise.

© Bild: Jürgen Skarwan
SIDNEY HARRINGER, 20. Weil er so gar nicht mit dem Sieg gerechnet hat, wäre für den Finaltermin ein Urlaub in Amsterdam mit seiner Freundin geplant gewesen. Nur der Kultur wegen, natürlich. Den möchte der Maschinenbautechniker und Racing-Rookie-Neuling verschieben. Denn auch wenn er das Gewindefahrwerk erst in seinen Golf IV V6 eingebaut hat, wäre eine Chance auf die eigene Rallye-Saison natürlich ein anderes Kaliber. Kultur hin oder her.

© Bild: Jürgen Skarwan
MANUEL KRONFUSS, 19. Der leidenschaftliche Motorsport-Fan hat als Beifahrer beim Rallye-Sprint in Langenlois Lunte gerochen und steht heuer erstmals beim Racing Rookie im Finale. Seine Leistung beim Slalom war schon in den Vor-jahren gut, die Zeit im Kart hat er heuer, so sagt man, durch eine Diät aus Wattebäuschen mit Orangensaft optimiert. Wir sind gespannt, was sich der KFZ-Techniker erst für das Finale einfallen lässt.

© Bild: Jürgen Skarwan
PHILIPP TSIOUPROS, 17. Sein zweites Antreten beim Racing Rookie sollte langsamer und fehlerfreier werden. Gesagt, getan: Er blieb als Einziger ohne Fehler auf der Schleuderplatte. Schon als Kind vom V8-Sound eines Mustang begeistert, nützt der HTL-Schüler derweil jede Gelegenheit, die Reifen von Mamas Galaxy abzuwetzen. Wir wünschen ihm den Rallye-Fiesta als Substitut, damit der familiäre Zusammenhalt weiterhin intakt bleibt.

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