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Racing Rookie Vorausscheidung in Melk: Hoher Besuch

In Melk trifft sich jährlich die Créme de la Créme der Rookies, weil der Wachauring beste Bedingungen bietet. Ein Cameo des letztjährigen Siegers verwundert dann doch.

20.06.2018 Online Redaktion

Herrschte in St. Veit noch Gemütlichkeit, war in Melk alles anders. Statt Kärntner Lässigkeit fand man hier nur Ehrgeiz, Verbissenheit und Nervosität. Um für das Finale am Wachauring perfekt gerüstet zu sein, wählt ihn der ambitionierte Rookie schon für die Vorausscheidung aus. Verhaltener Applaus für die Gegner auf der Schleuderplatte, angestrengte Stirnfalten und schwallartige Schweißausbrüche hinterm Lenkrad: hier wird sich nichts geschenkt. Dementsprechend erfahren sind auch die Finalteilnehmer, gerade einer hat es ohne Rookie-Vorerfahrung weiter geschafft. Die anderen fälschten schon im Kindesalter Geburtsurkunden, um früher beim Racing Rookie teilnehmen zu können, kauften sich privat einen Focus RS, um das Gerät fürs Nasshandling perfekt zu beherrschen und reisten mit dem Cayenne an, damit die Nerven bei der Ankunft entspannt sind. Einer mit besonders viel Erfahrung war der letztjährige Sieger, Patrick Knoll. Der steckt gerade mitten in der Rallye-Saison, ließ sich von den Aspiranten aber gern ein bisschen feiern und drehte ein paar flotte Runden in lässigen Driftwinkeln um den Wachauring. Womit genau, kann man bald in der Autorevue lesen. Die Finalteilnehmer vermieden tunlichst die Driftwinkel auf der Schleuderplatte, um zu punkten. Wie gesagt, alles ernst in Melk.

Highlights der Vorausscheidung in Melk

Racing Rookie 2018: Hier geht’s zur Anmeldung! 

© Bild: Jürgen Skarwan

Constantin Schöll, 19

Nicht zum ersten Mal steht er im Finale, und das aus gutem Grund: in der Montessori-Schule entscheidet er nach eigenem Gutdünken, wann er sich aufs Lernen vorbereitet. Weil er lieber in der Rookie-Challenge X-Bow fährt, passiert das eher gar nicht. Die dortigen Rookies sind nur leider schon so lange dabei wie er beim Racing Rookie, also ist die Challenge hart. Fürs Finale des Racing Rookie muss der Griechenland-Urlaub verschoben werden, da sollte sich die Teilnahme lieber auszahlen.

© Bild: Jürgen Skarwan

Alexander Kugler, 20

Disziplin steht bei ihm ganz oben, nach eigener Aussage ist er durchschnittlich immer pünktlich. Auch bei den gezählten Bewerben war er pünktlich im Ziel, auf der Schleuderplatte dann auch noch vorsichtig genug. Ein bisschen Charakter hat er mit dem Tausch seines Außendienst-Fahrzeuges eingebüßt, der Polo GTI musste einem Golf GTD weichen. Den Racing Rookie möchte er nur gewinnen, um wieder einen kleinen, spritzigen Benziner zu haben. Das sollte kein Problem sein bei der rigorosen Vorbereitung, die da lautet: Fernschauen.

© Bild: Jürgen Skarwan

Lorenz Globits, 18

Als einer der Wenigen, die es beim ersten Mal ins Finale schaffen, ist er entsprechend baff. Was er richtig gemacht hat, weiß er gar nicht, hat dann aber doch ein paar Ideen: irgendwas mit bremsen, lenken und Gas geben. Klingt eigentlich eh ganz einfach. Falls es mit dem Sieg nichts wird, hat der begeisterte Musiker und Filmer einen Plan B: Medientechnik studieren, berühmt werden und sein eigenes Medienimperium inklusive Rennwettbewerb mit Regeln nach seiner Fasson gründen. Wir wünschen ihm also den Sieg, damit er am Boden bleibt.

© Bild: Jürgen Skarwan

Nicolas Pertich, 21

Nach seinem ungefähr 13. Antritt steht er endlich im Finale. Was er heuer verändert hat? Mitdenken. Das hätte ihm auch früher einfallen können, aber jeder hat seine eigene Geschwindigkeit. Der Papa wollte ihn schon früher ins Rennkart drängen, heute bereut Nicolas, abgelehnt zu haben. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Harte Prüfungen ist er bis zum Finale schon gewöhnt, weil die Aufnahmetests für Medizin und Fahrzeugtechnik bevorstehen. Und drängt sein Vater nicht zu sehr, wehrt er sich vielleicht gar nicht gegen den Sieg.

© Bild: Jürgen Skarwan

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