Beim Formel eins Grand Prix in Monaco sollen Grid Girls zu PR-Zwecken eingesetzt werden

Derzeit protestieren die Macher des Monaco-Grand-Prix gegen den Bann, der über den Grid Girls hängt. Vielleicht versteht er die Motive von Liberty Media nicht. Ein Kommentar.

06.04.2018 Online Redaktion

Michel Boeri will den Grid-Girl-Bann in der Formel eins nicht hinnehmen. Er wolle sich „auf keinen Fall beugen“, wie er es formuliert. Boeri ist der Automobilverbandschef in Monaco. „Unsere Hostessen absolvieren Model- und PR-Schulen. Sie treten während des Grand Prix bei Veranstaltungen auf, die dem Rahmen ihrer Ausbildung entsprechen. Und sie werden dafür bezahlt.“ Ergänzt er. Einen Kompromissvorschlag gibt es auch. Die Grid Girls werden zu PR-Zwecken anwesend sein, die Startnummern werden aber von Grid Kids präsentiert.

© Bild: Lars Baron / Getty Images

Grid Girls seien anachronistisch

Die Grid Girls wurden abgeschafft, weil Liberty Media, der neue Besitzer der Formel eins, folgender Meinung ist: „Obwohl die Praxis, Grid-Girls zu beschäftigen, seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Grands Prix ist, glauben wir, dass diese Sitte nicht mit unseren Markenwerten in Einklang steht und klar im Widerspruch zu modernen gesellschaftlichen Normen steht.“ Natürlich wollen wir an dieser Stelle Liberty Media keine Täuschung unterstellen. Wenn man einer Presseaussendung glauben schenken darf, dann bestimmt der eines amerikanischen Medienkonzerns. Doch sei daran erinnert, dass das Thema Grid Girls schon vor Liberty Media aktuell war. Nämlich seit dem Zeitpunkt, an dem sich die Formel eins dem arabischen Markt zuwendete.

So wurde in Bahrain bereits vor Jahren der Siegeschampagner durch Rosenwasser ersetzt und die Grid Girls mussten in den Stewardess-Uniformen des Hauptsponsors auftreten. Es ist also nicht abwegig, dass die Entscheidung weniger eine gesellschaftspolitische als vielmehr eine finanzielle ist; Sollte Liberty Media vorhaben, sein Produkt Formel eins weiterhin verstärkt in diesen Regionen anzubieten. Das bringt einen dann zurück zu Boeri, der seine Entscheidung Pro-Grid-Girls damit begründet, dass die Frauen für ihren Auftritt bezahlt würden. Denn Boeri wird auch bezahlt. Nämlich unter anderem dafür, die Vorgaben von Liberty Media umzusetzen, die wiederum ihr Geld auch aus den arabischen Ländern bekommen.

© Bild: Lars Baron / Getty Images

Motive von Liberty Media

Vielleicht, aber nur vielleicht, wurden die Heerscharen derer, die pro und contra Gelichberechtigung der Frau sind, einfach nur in Stellung gebracht, um eine Diskussion zu führen, die mit etwas mehr Ehrlichkeit überflüssig gewesen wäre. Eine Nebelkerze. Denn es scheint in der Motorsport-Szene schwer zu sein, respektvoll und diszipliniert über dieses Thema zu diskutieren. So ist der Zuseher natürlich schnell abgelenkt. Apropos Motive von Liberty Media: Im Topmanagement und im Aufsichtsrat von Liberty Media gibt es exakt eine Frau.

Mit unserem Autopreisrechner alle Preise für Neu- und Gebrauchtwagen gratis berechnen!