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Jetzt also doch: Formel 1 schafft Grid Girls wirklich ab

“Wir glauben nicht, dass dieser Brauch passend oder bedeutend für die Formel 1 ist”: Bereits ab der kommenden Saison wird es keine leicht bekleideten Mädchen in der Startaufstellung mehr geben.

01.02.2018 Online Redaktion

Jetzt also doch: Bereits in der kommenden Saison, die am 25. März in Melbourne startet, wird die Formel 1 auf Grid Girls in der Startaufstellung verzichten. Die Führung der Rennserie begründete dies mit dem gesellschaftlichen Wandel, denen der Aufmarsch leicht bekleideter Mädchen neben den Rennautos widerspreche.

“Nicht passend oder bedeutend für die Formel 1”

“Wir glauben nicht, dass dieser Brauch passend oder bedeutend für die Formel 1 und ihre bisherigen und künftigen Fans in aller Welt ist”, wurde Formel-1-Marketingchef Sean Bratches in einer Mitteilung am Mittwoch zitiert. Diese Entscheidung gelte auch für alle Rennen anderer Klassen an Grand-Prix-Wochenenden.

Ecclestone kritisiert Abschaffung der Grid Girls

Der frühere Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat die Abschaffung der Grid-Girls indes scharf kritisiert. “Diese Mädchen waren doch Teil der Show. Die Fans lieben den Glamour”, erklärte Ecclestone im Interview der britischen Zeitung “The Sun” (Donnerstag). “Ich kann nicht erkennen, wie ein gut aussehendes Mädchen, das mit einem Fahrer und einer Nummer vor einem Formel-1-Auto steht, jemanden stören kann.” Der 87-Jährige sagte, Großbritannien werde derzeit “etwas prüde”.

Grid Girls verlieren Jobs

Auch die Grid Girls selbst kritisieren die Entscheidung. “Wir haben deswegen unsere Jobs verloren”, beklagte Lauren-Jade Pope in der “Sun”. “Es sollte doch unsere Entscheidung sein, als was wir arbeiten.” Das frühere Grid Girl Lizzie Cundy berichtete beim Sender itv, es sei “wahrscheinlich der beste Job”, den sie je gehabt habe. “Niemand hat uns dort herabgesetzt oder belästigt. Es war einfach nur eine tolle Zeit”, erklärte Cundy.

Lauda: “Entscheidung gegen die Frauen”

Für einen Schritt in die falsche Richtung hält den Verzicht auch Niki Lauda. “Das ist eine Entscheidung gegen die Frauen”, meinte der Dreifach-Weltmeister aus Österreich gegenüber dem “Standard”. Natürlich habe er vereinzelt Kritik vernommen, dass die Frauen zu leicht bekleidet wären. “Aber dann braucht man ihnen doch nur etwas mehr anziehen.” Das sei bei einigen Rennen schon geschehen, beim Großen Preis von Österreich in Spielberg etwa trugen die Grid Girls ein Dirndl.

“Will Frauen nicht reduzieren, sondern bestärken”

Der als Team-Aufsichtsratschef des Mercedes-Rennstalls arbeitende Lauda hofft auf Möglichkeiten, dass der Beschluss noch rückgängig gemacht wird. Dass Frauen weg von der Piste hinein in die Führungsetagen gehören würden, sei eine “unzulässige Vermengung”. Frauen auf der Piste würden nicht andere Frauen davon abhalten, in Führungspositionen zu kommen. Lauda betonte: “Ich will Frauen nicht reduzieren, sondern bestärken.”

Auch Darts-WM muss ohne Walk-On-Girls auskommen

Zuletzt hatte auch der Darts-Weltverband mit seiner langen Tradition sogenannter Walk-On-Girls gebrochen. Die Professional Darts Corporation reagierte mit diesem Beschluss auf die Kritik von TV-Anstalten. Zahlreiche Fans, Spieler und auch eine Reihe von Models selbst hatten sich daraufhin allerdings verärgert gezeigt. Die Organisation “Women’s Sport Trust” hatte die Abschaffung der Walk-On-Girls dagegen gelobt und andere Sportarten wie die Formel 1 aufgefordert, sich ein Beispiel zu nehmen.

Grid Boys und Kids statt Girls

In der Motorsport-Königsklasse gehörten Grid Girls seit Jahrzehnten zu den Rennen. Die jungen Frauen dienten Werbemaßnahmen und trugen meist das Outfit eines Sponsors. Unter anderem standen sie in der Startaufstellung und hielten die Schilder mit den Namen der Fahrer hoch. Im Zuge der Diskussion, ob das Auftreten von Grid Girls noch zeitgemäß ist, wurden bei einigen Rennen zuletzt auch Grid Boys und Kinder eingesetzt.

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