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1000. Grand Prix: 9 Fakten zur Formel 1 – damals vs. heute

Rückblick in die Geschichte der Formel 1 vor dem 1.000sten Grand Prix der Königsklasse des Motorsports,

Veröffentlicht am 09.04.2019

Die Formel 1 feiert am Sonntag, den 14. April in Shanghai ein besonderes Jubiläum: Der Grand Prix von China ist der 1.000 Grand Prix in der Geschichte der Motorsports-Königsklasse. Wissenswerte Fakten vor dem großen Jubiläum:

DER AUFTAKT:

Am 13. Mai 1950 findet in Silverstone der erste Grand Prix statt. 21 Fahrer sind gemeldet, Giuseppe Farina gewinnt die Premiere in einem Alfa Romeo. Zwölf Fahrer erreichen das Ziel nach 329 Kilometern. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der schnellsten Runde durch Farina: 152,983 km/h.

Giuseppe Farina, Gewinner des ersten Formel 1 Rennens der Geschichte, in seinem Alfa Romeo.

DER ERSTE WELTMEISTER:

Farina krönt sich 1950 auch zum Premierenweltmeister. Nach dem Sieg in Großbritannien gewinnt er auch noch in der Schweiz und in Italien, in Belgien wird er Dritter. Er verweist den später fünffachen Weltmeister Juan Manuel Fangio aus Argentinien nach insgesamt sieben WM-Rennen der Auftaktsaison mit drei Punkten Vorsprung auf den zweiten Platz. In die Wertung kamen nur die vier besten Resultate der Fahrer.

Giuseppe Farina, der erste Weltmeister der Formel 1.

DER MOTOR:

Das technische Reglement begrenzte sich damals eher auf das Wesentliche. Gefahren wurde entweder mit 4,5-Liter-Motoren ohne oder 1,5-Liter-Motoren mit Kompressor.

DIE FAHRER:

Trotz der schweren körperlichen Anstrengungen waren die Fahrer etwas älter als es die meisten heutzutage sind. Farina war bei seinem Sieg bereits 43 Jahre alt.

LENKEN EINST UND HEUTE:

Es ist kein Lenkrad mehr wie früher. Links, rechts, geradeaus – das ist geblieben. Mit den High-Tech-Lenkrädern der heutigen Formel-1-Rennwagen wird aber auch geschaltet. Die Wippen und die Kupplung sind an der Rückseite des Lenkrads angebracht. Das Lenkrad ist “auch eine zentrale Anlaufstelle für Informationen und die Kommunikation”, heißt es in einem Beitrag von Mercedes. 25 LED-Lampen halten den Fahrer auf dem Laufenden – seien sie für Schaltpunkte oder zur Anzeige der Flaggensignale der Streckenposten. Nebenbei können mit den Lenkrädern auch noch Einstellungen am Boliden vorgenommen werden. “Früher ist man normal Auto gefahren. Man hatte eine Kupplung, ein Gaspedal, eine Bremse und ein Lenkrad, mit dem man nach links, rechts oder geradeaus gefahren ist”, erinnerte sich jüngst der ehemalige Formel-1-Pilot Hans Herrmann, der am 23. Februar 91 Jahre alt wurde.

DER ÖSTERREICH-AUFTAKT:

Der erste Österreich-Grand-Prix im Rahmen der Formel-1-WM findet am 23. August 1964 auf dem Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg statt. Dessen einzige Landebahn wird mit Zubringerstraßen in eine Rennstrecke verwandelt, die sich jedoch als viel zu holprig erwies. Nur neun der 20 gestarteten Fahrer sehen wegen diverser Gebrechen die Zielflagge. Es triumphiert der Italiener Lorenzo Bandini im Ferrari. Jochen Rindt gibt als erster Österreicher sein Debüt in der Königsklasse, scheidet jedoch in einem Brabham-BRM mit defekter Lenkung aus.

ÖSTERREICHS ERSTER RENNSIEGER UND WELTMEISTER:

Am 5. Oktober 1969 gewinnt Lotus-Pilot Jochen Rindt den Grand Prix der USA in Watkins Glen. Der Sohn eines Deutschen und einer Österreicherin, der in Graz bei den Großeltern aufgewachsen ist, weil er seine Eltern 1943 bei einem Bombenangriff auf Hamburg verloren hatte, gewinnt im Folgejahr fünf weitere WM-Läufe, ehe er am 5. September 1970 im Abschlusstraining in Monza tödlich verunglückt. Der gebürtige Deutsche wird posthum erster Weltmeister aus Österreich. Die weiteren drei rot-weiß-roten Formel-1-WM-Titel holt allesamt Niki Lauda (1975, 1977 und 1984).

Jochen Rindt 1969

DAS LÄNGSTE RENNEN:

4:04:39.537 Stunden dauert am 12. Juni 2011 in Montreal der Grand Prix von Kanada. Das Rennen ist wegen Regens zwischenzeitlich mehr als zwei Stunden unterbrochen.

SCHWERE UNGLÜCKE:

34 Formel-1-Piloten starben in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse. Auch Zuschauer wurden zu Opfern, wie 1961, als der Deutsche Wolfgang Graf Berghe von Trips in Monza tödlich verunglückte. 15 Besucher des WM-Laufs starben damals. 1950 und 1951 hatte es nicht einmal eine Helm-Pflicht für Piloten gegeben. Doch seit den tödlichen Unfällen des Salzburgers Roland Ratzenberger am 30. April und des Brasilianers Ayrton Senna am 1. Mai vor 25 Jahren in Imola wurden die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erhöht. Der bisher letzte Formel-1-Unfall mit Todesfolge ereignete sich am 5. Oktober 2014 im Grand Prix von Japan in Suzuka, als der Franzose Jules Bianchi mit seinem Wagen unter einen Bergungskran raste. Der 25-Jährige erlag nach mehr als neunmonatigem Koma am 17. Juli 2015 den Folgen seiner bei dem Unfall erlittenen Verletzungen. Seine Startnummer 17 wird nicht mehr vergeben.

Große Skandale:

Die Formel-1-Historie ist auch reich an Skandalen. Die größten Negativschlagzeilen lieferte die Spionage-Affäre 2007, als der damalige Ferrari-Logistikchef Nigel Stepney dem damaligen McLaren-Ingenieur Mike Coughlan 780 Seiten geheimer Daten schickte. Weil Coughlans Frau in einem Copyshop die Papiere offenbar vervielfältigen wollte, flog aber alles auf. McLaren-Fahrer Fernando Alonso sagte sogar gegen seinen eigenen Rennstall aus, der Weltverband verhängte die Rekord-Geldstrafe von 100 Millionen US-Dollar.


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