“Billiger, einfacher, lauter”: Was Liberty Media für die Formel 1 ab 2021 plant

Einsparungen für mehr Chancengleichheit, ein vereinfachter Motor und mehr Standard-Bauteile: Mit diesen Reformen will Liberty Media die Formel 1 fit für die Zukunft machen

06.04.2018 Online Redaktion

Die Formel 1 soll ab 2021 einen Sparkurs fahren. Mit einem Kostendeckel und vereinfachter Technik will Eigentümer Liberty Media die Rennserie fit für die Zukunft machen und für mehr Chancengleichheit sorgen. Die zwei führenden Teams drohen mit Widerstand.

Einsparungen sollen Formel 1 auch für kleinere Teams attraktiv machen

Mit den Plänen für eine Budgetgrenze gehen die Formel-1-Besitzer auf Crashkurs mit den Topteams Ferrari und Mercedes. Die Reformpläne, die Geschäftsführer Chase Carey den Teamspitzen am Freitag vor dem Großen Preis von Bahrain vorstellte, zielen auf mehr Chancengleichheit und umfassende Einsparungen in der Rennserie. Damit soll der Start für kleinere Teams wieder bezahlbarer und sportlich attraktiver werden. Zudem hoffen die Formel-1-Chefs, neue Hersteller wie Porsche anlocken zu können. “Wir sind getrieben von einem Wunsch: die führende Sportmarke der Welt zu erschaffen”, wird Carey in einer Mitteilung zitiert.

Umfassende Reformmöglichkeiten erst ab 2021

Bis 2020 haben die Formel-1-Eigentümer durch den Grundlagenvertrag mit den Teams nur wenig Spielraum für größere Reformen. Danach aber wollen die US-Besitzer von Liberty Media die aktuellen Probleme im PS-Zirkus beheben. Kernpunkt dabei ist der Ausgabendeckel. Nach Informationen von “Auto, Motor und Sport” soll die Kostengrenze bei 150 Millionen Dollar liegen, die Fahrer-Gehälter sind allerdings davon ausgenommen.

Große Teams derzeit weit über Budgetgrenze

Abspecken müssten vor allem Ferrari, Mercedes und Red Bull. Auch Renault und McLaren liegen derzeit mit ihren Ausgaben noch über der geplanten Grenze. Während Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz schon länger einen Sparkurs fordert, fürchten Mercedes und vor allem Ferrari um ihren Vorteil. Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hatte vorab sogar mit einem Ausstieg aus der Formel 1 gedroht, sollten die Eigentümer der Rennserie wie geplant auch die Einnahmen anders verteilen und weniger Geld an die Top-Teams ausschütten.

Motorenpläne stoßen auf Skepsis

Auch die Pläne für einen vereinfachten Motor und mehr Standard-Bauteile für die Autos missfallen den Herstellern. Die Formel-1-Chefs versichern zwar, dass die Ingenieurskunst weiter ein wichtiger Faktor bleiben soll, der Fahrer aber künftig die wichtigste Rolle für die Leistung des Autos spielen werde. “Die Formel 1 ist ein Sport mit einer reichen Geschichte. Wir wollen diese Geschichte erhalten, schützen und erweitern, indem wir das Potenzial der Formel 1 entfesseln”, erklärte Carey das Ziel der Reformen.

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