Zu Briatores Zeit seien die Rennen noch wie Gladiatoren-Kämpfe gewesen.
 

Flavio Briatore: Aktuelle Formel 1 ist “ein Witz”

Der ehemalige Formel-1-Teamchef Flavio Briatore ist mit den aktuellen Entwicklungen unglücklich: “Es ist, als würde man sich auf Spaghetti freuen und dann gezwungen werden, Kaviar zu essen”

25.05.2014 APA

Der ehemalige Teamchef Flavio Briatore bekundete in Monaco seinen Unmut über die aktuelle Formel 1. “Das ist nicht mehr die Formel 1, die ich kenne. Es ist, als würde man sich auf Spaghetti freuen und dann gezwungen werden, Kaviar zu essen”, so der Italiener beim Grand Prix im Fürstentum. Briatore hatte von 1989 bis 1997 als Teamchef von Benetton u.a. mit Michael Schumacher und den beiden Österreichern Gerhard Berger und Alexander Wurz gearbeitet und war dann bei Renault gewesen. Erst der Crashgate-Sandal von Singapur hatte 2009 seine Karriere beendet.

Rennen waren früher “Gladiatorenkämpfe”

Zu seiner Zeit seien die Rennen noch wie Gladiatoren-Kämpfe gewesen, sagte Briatore gegenüber Sky Italia. “Jetzt kommen mir die Fahrer vor wie Buchhalter”, mokierte sich der 64-Jährige über den riesigen Aufgabenkatalog, mit dem Piloten ins Rennen geschickt werden. “Sie müssen Benzin sparen, die Reifen schonen, es vermeiden, bestraft zu werden. Das Lenkrad sieht mit den vielen Knöpfen aus wie ein Akkordeon.”

Briatore: Alles ist “künstlich”

Heute gäbe es nicht einmal mehr echte Überholmanöver, alles sei “künstlich”, sagte Briatore. Die neuen, leisen Motoren? “Wie ein Null zu Null im Fußball.” Die Versuche, die neuen Turbo-Hybrid-Autos mit trompetenartigen Auspuff-Endstücken lauter zu machen, seien schlicht “lächerlich.”

“Kein Wunder, dass sich das Publikum abwendet”

Was Briatore besonders aufregt ist, dass die Teams mehrere hundert Millionen Euro im Jahr ausgeben und die heutigen Formel-1-Autos trotzdem nur geringfügig schneller als die GP2 seien. “Kein Wunder, dass sich das Publikum abwendet”, befand der Italiener. Die Formel 1 würde mehr denn je nun einen starken Mann brauchen, befand Briatore angesichts der zu Ende gehenden Ecclestone-Ära gegenüber auto motor und sport. Er selbst möchte das aber nicht sein.

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