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Ferrari droht mit Rückzug aus der Formel 1

Ferrari droht mit Rückzug aus der Formel 1

In der Diskussion um das neue Motorenreglement ab 2021 hat Ferrari-Boss Sergio Marchionne nicht ausgeschlossen, dass sich die Scuderia im Extremfall auch aus der Königsklasse des Motorsports zurückziehen könnte.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 04.11.2017

Der neue Formel 1-Eigentümer Liberty Media plant einige Neuerungen in der Königsklasse des Motorsports, um die Rennserie zukunftsfähig machen. Dazu gehört unter anderem eine Kostenreduzierung, die auch durch billigere und weniger komplexe Motoren erreicht werden soll. Das Konzept stößt bei den Rennställen allerdings nicht auf Gegenliebe: Nach Mercedes und Renault äußerte nun auch Ferrari Bedenken. Sergio Marchionne schloss im Extremfall auch einen Rückzug der Scuderia aus der Königsklasse des Motorsports nicht aus: “Die Formel 1 ist seit dem Tag unserer Geburt Teil unserer DNA. Wenn wir aber die Sandkiste so verändern, dass sie nicht mehr als solche erkennbar ist, will ich nicht mehr mitspielen”, so der Ferrari-Boss.

“Gute Absichten” – aber nicht gut genug

“Liberty hat ein paar gute Absichten, eine davon ist die Reduzierung der Kosten für die Teams, was eine gute Sache ist”, so Marchionne weiter. Dem stünde aber gegenüber, dass die beabsichtigte künftige Strategie den Motoren ihre Einzigartigkeit nehme. Auch Konstrukteurs-Weltmeister Mercedes hatte bereits Vorbehalte zum Plan des Rechteinhabers und des Motorsportweltverbands FIA geäußert.

Marchionne würde sich mit Formel 1-Rückzug “sauwohl fühlen”

Finanziell wäre ein möglicher Ausstieg der Scuderia aus der Königsklasse des Motorsports kein Nachteil für den Konzern. Marchionne würde sich nach eigener Behauptung sogar “sauwohl fühlen” der Chef zu sein, der Ferrari aus der Formel 1 zurückzieht. Er würde dann an einer “alternativen Strategie” zur Rennserie arbeiten, meinte der 65-Jährige. Ferrari ist als einziger Rennstall seit dem ersten Grand Prix 1950 in der Formel 1 dabei.

Neues Motorenreglement ab 2021

Ende 2020 laufen das aktuelle Motorenreglement sowie das sogenannte Concorde Agreement aus. In diesem Grundlagenvertrag ist die Verteilung der Einnahmen geregelt. Ein am Dienstag präsentierter Entwurf zu den künftigen Aggregaten sieht vor, auch in Zukunft auf V6-Turbo-Hybridmotoren zu setzen. Das Hybridsystem soll allerdings durch die Abschaffung der MGU-H vereinfacht werden. Für einen besseren Sound soll das Drehzahllimit um 3.000 Umdrehungen pro Minute erhöht werden. Mit neuen Designregeln soll eine Explosion der Entwicklungskosten verhindert werden.


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