Lewis Hamilton und Felipe Massa 2008 in Brasilien
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GP von Abu Dhabi 2014: 50-WM-Punkte für das letzte Formel 1 Rennen

Der Vorschlag von Pirelli zwei Plicht-Boxenstopps einzuführen wurde abgelehnt, dies ging aus einem Treffen der Strategiegruppe und der Formel-1-Kommission heraus.

10.12.2013 APA

Der Vorschlag des Reifenherstellers Pirelli ab der kommenden Formel-1-Saison zwei verpflichtende Boxenstopps einzulegen, wurde von den Rennställen abgelehnt. Diese Entscheidung erging aus einem Treffen der Strategiegruppe und der Formel-1-Kommission. Der Wunsch vom italienischen Reifenersteller Pirelli dürfte damit geplatzt sein.

Verpflichtende Reifenwechsel: Ecclestone und Todt dafür

Mit dem Zwang zu mindestens zwei Reifenwechseln pro Grand Prix sollten erneute Probleme mit den Pneus wie in der abgelaufenen Saison verhindert werden. Unterstützt wurde der Vorschlag von Chefvermarkter Bernie Ecclestone und Weltverbandspräsident Jean Todt. Die Teams sahen dies jedoch als zu großen Eingriff in ihre Rennstrategien an und fürchteten zudem, dass künftig die meisten Grand Prix gleichförmig verlaufen könnten.

Reifendebakel in Silverstone

Vor allem in der ersten Hälfte dieses Jahres hatte es immer wieder Ärger um die Reifen gegeben. Höhepunkt war der britische Grand Prix, der wegen mehrerer spektakulärer Reifenplatzer vor dem Abbruch stand. Pirelli wollte derartige Negativ-PR künftig vermeiden, zumal durch die umfassende Regelreform für 2014 völlig neue Reifentypen nötig werden.

Zusatztest genehmigt

Dem von Pirelli gewünschten Zusatztest in Bahrain stimmten die Formel-1-Verantwortlichen mit Hinweis auf die Sicherheit indes zu. Vom 17. bis 19. Dezember darf der italienische Hersteller mit Autos aus dieser Saison seine künftigen Reifenmodelle ausprobieren. Red Bull, Mercedes, Ferrari, McLaren, Toro Rosso und Force India nahmen die an alle Rennställe gerichtete Einladung von Pirelli an.

Gewichtsänderung abgelehnt

Durchgefallen ist bei den Teams auch der Vorschlag, das zulässige Maximalgewicht für Auto und Fahrer um zehn Kilogramm zu erhöhen. Damit sollte ein möglicher Nachteil für größere und schwerere Piloten ausgeschlossen werden. Ferrari, Mercedes und Lotus votierten dagegen.

Doppelte Punkte im letzten Saisonrennen in Abu Dhabi 2014

Die FIA teilte am Montag mit, dass bereits ab 2014 im letzten Saisonrennen doppelte Punkte vergeben werden. Dies würde “einen maximalen Fokus auf die Weltmeisterschaft bis zum Saisonende” garantieren, hieß es in einer Stellungnahme.

Reaktion von Vettel

Sebastian Vettel hat sich nach der Regeländerung zu Wort gemeldet. “Das ist unsinnig und bestraft diejenigen, die eine ganze Saison lang hart gearbeitet haben”, zitiert “Sport Bild online” den Red-Bull-Piloten.

Red Bull dagegen

Laut dem Bericht hat sich der Rennstall des Weltmeisters zwar gegen die Regeländerung gestellt, sie jedoch nicht verhindern können. “Wir waren dagegen. Aber unser Teamchef Christian Horner wurde überstimmt”, sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko.

Vettel schätzt die Traditionen der F1

Spontane Abstimmungen in Fanforen sahen die Gegner der Reform klar in der Überzahl. Die ursprüngliche Idee für den Punkte-Bonus soll von Chefvermarkter Bernie Ecclestone stammen, der vorzeitigen WM-Entscheidungen wie in diesem Jahr durch Dauersieger Vettel vorbeugen will. “Man stelle sich mal vor, am letzten Bundesliga-Spieltag gäbe es plötzlich doppelte Punktzahl”, sagte Vettel. “Ich schätze die alten Traditionen in der Formel 1 und verstehe diese neue Regel nicht.”

Lewis Hamilton und Felipe Massa 2008 in Brasilien

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Der Faktor Glück

Puristen kritisieren, damit habe der Grand Prix in Abu Dhabi 2014 den doppelten Wert wie die Klassiker Monaco oder Spa. Zudem spiele der Faktor Glück nun eine größere Rolle. Wäre das neue Punktesystem schon früher zur Anwendung gekommen, hätte 2012 nicht Vettel, sondern Fernando Alonso seinen dritten Titel gewonnen. 2008 wäre Felipe Massa anstelle von Lewis Hamilton Weltmeister geworden, 2003 Kimi Räikkönen statt Michael Schumacher. “Doppelte Punkte – das scheint wie die Antwort auf eine Frage, die keiner gestellt hat”, höhnte Ex-Pilot Martin Brundle via Twitter.

Ausgabengrenze

Deutlich drängender ist da schon die Ausgabenproblematik. Seit Jahren streiten die Teams darüber, wie sie der Kosten Herr werden und mehr Chancengleichheit herstellen können. Eine Einigung kam nie zustande, weil am Ende jeder seine Interessen durchsetzen wollte. So scheiterte 2009 der frühere Weltverbandschef Max Mosley mit seinem Vorstoß für eine Budgetgrenze, nachdem eine Reihe von Teams mit der Gründung einer eigenen Rennserie drohte.

Offene Fragen

Nun soll die Formel 1 nach dem Votum ihrer Spitzenvertreter endlich die Kostenbremse treten. Schon in den kommenden Tagen wird sich eine Gruppe mit Repräsentanten des Automobil-Weltverbands FIA, des Rechte-Inhabers CVC und der Rennställe bilden, um bis Juni 2014 die konkreten Regeln für das Ausgabenlimit zu erarbeiten. Zoff über die tatsächliche Höhe der Kostengrenze, die Form der notwendigen Kontrollen und die Strafen bei Verstößen scheint programmiert.

Mögliche Wende

Zu weit lagen bisher die Vorstellungen von Top-Teams wie Red Bull und Ferrari, die pro Jahr mindestens 250 Millionen Euro ausgeben, von denen der kleineren Rennställe entfernt. Informelle Vereinbarungen zur Ressourcenbegrenzung wurden durch Bilanztricks teilweise ausgehebelt, die Motorenreform 2014 kostet wieder Millionen. Kein Wunder, dass selbst etablierte Teams wie Lotus und Sauber tiefrote Zahlen schreiben und nur mithilfe der Mitgift ihrer Bezahlfahrer überleben können. Die Durchsetzung einer Ausgabengrenze könne daher “eine echte Wende im Spiel” sein, befand die BBC.

Fixe Startnummern

Die FIA einigte sich außerdem darauf, dass Formel-1-Piloten ihre Startnummern künftig für die gesamte Dauer ihrer Karriere behalten sollen. Derzeit wechseln die Nummern je nach WM-Abschneiden. Die Nummer 1 soll aber weiterhin dem Weltmeister vorbehalten sein, so er sie verwenden will. Für kleinere Regelübertretungen in Rennen wurde schon für 2014 eine 5-Sekunden-Strafe eingeführt. Die Teams sollen sich einigen, in welcher Form sie angewandt wird.

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