Bernie Ecclestone fühlt sich wie am Abstellgleis

Bernie Ecclestone fühlt sich als Ehrenpräsident der Formel 1 nicht besonders wohl: “Ich kann überhaupt nichts machen. Sogar dem Personal wurde gesagt, sie sollen nicht mit mir reden”

20.03.2017 Online Redaktion

Nachdem er zu Jahresbeginn seinen Posten als Formel 1-Geschäftsführer an Chase Carey abgeben musste, fühlt sich Bernie Ecclestone von den neuen Besitzern der Königsklasse des Motorsports aufs Abstellgleis gestellt. “Ich kann überhaupt nichts machen. Sogar dem Personal wurde gesagt, sie sollen nicht mit mir reden. Sie wollen die Bernie-Ära loswerden”, so der 86-Jährige im Interview mit der britischen “Daily Mail”.

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“Sie glauben, dass es mich glücklich macht, aber das tut es nicht”

“Sie sagen immer das selbe”, so der Brite weiter. “Sie glauben, dass es mich glücklich macht, aber das tut es nicht: ‘Er hat einen fantastischen Job gemacht, aber wir müssen uns weiter entwickeln.'” Offiziell wurde der Brite von Liberty Media den Briten zum Ehrenpräsidenten der Formel 1 ernannt. In dieser Rolle fühlt Ecclestone sich aber alles andere als wohl: “Das Letzte, was ich bin, ist ein Botschafter. Ich wäre wirklich ein ziemlich schlechter”, sagte Ecclestone.

Zeit für Backgammon?

Dennoch hat der frühere Formel-1-Boss keine Langeweile. “Seit ich nicht mehr arbeite, bin ich ausgebucht”, sagte Ecclestone. “Viele Dinge. Die Probleme anderer Leute. Alles. Was auch immer. Die Leute wissen, dass ich nicht mehr tue was ich tun sollte, also kontaktieren sie mich.” So habe auch Ferrari-Pilot Sebastian Vettel aus Barcelona angerufen, weil er am Rande des Saisonauftakts in Melbourne am kommenden Wochenende mit ihm Brettspiele spielen wollte. “Ich komme bestimmt nicht nach Australien, nur um mit dir Backgammon zu spielen”, habe Ecclestone Vettel geantwortet. “Kannst du bis Bahrain warten?”

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“Es ist wie eine Ehe”

Er warte nun darauf, welche Aufgaben Liberty Media Aufgaben ihm zuteilen werde. “Ich will hier nicht bleiben und nichts Positives für die Firma tun”, sagte Ecclestone. “Aber es ist ja noch früh. Es ist wie eine Ehe. Wenn man heiratet, hat man Hoffnungen”, sagte Ecclestone.

Neuer F1-Boss Carey: “Der Sport braucht einen frischen Start”

Viele Akteure und auch Fans der Formel 1 haben vor allem eine Hoffnung: Dass der Wechsel an der Spitze frischen Wind in die Formel 1 bringen wird. “[Ecclestone] hat die Show lange Zeit als Ein-Mann-Diktator geführt. Ich denke, der Sport braucht einen frischen Start”, erklärte der neue Vorstandschef Chase Carey.

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Formel 1-Spektakel wie 21 Super Bowls?

“Wir müssen die Events größer machen als jemals zuvor, mit Musik, Entertainment und Sport im Zentrum von allem”, sagte der Amerikaner. “Ich habe von 21 Super Bowls gesprochen, und das sollten wir wirklich machen.” Am 26. März startet die Formel 1 in Australien in die Saison 2017 – dann wird sich abzeichnen, wie groß die merkbaren Unterschiede zum Vorjahr sein werden.

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