Whiting vor dem Grand Prix von Mexiko 2017.
 

Schock vor Formel 1-Saisonauftakt: Renndirektor Charlie Whiting überraschend verstorben

Kurz vor dem Formel 1-Saisonauftakt 2019 ist FIA-Renndirektor Charlie Whiting im Alter von 66 Jahren an einer Lungenembolie verstorben.

14.03.2019 APA

Schock kurz vor dem Auftakt der Formel 1-Saison 2019: Völlig unerwartet ist FIA-Renndirektor Charlie Whiting am Donnerstag im Alter von 66 Jahren verstorben. Der Brite erlag in Melbourne, wo am Sonntag das erste Formel 1-Rennen der Saison 2019 stattfindet, an einer Lungenembolie, wie der Motorsport-Weltverband FIA mitteilte. Noch am Tag zuvor hatte Whiting in Australien die Vorbereitungen auf das Auftaktrennen überwacht.

“zentrale und unnachahmliche Figur in der Formel 1”

“Die Formel 1 hat in Charlie einen treuen Freund und charismatischen Botschafter verloren”, sagte FIA-Präsident Jean Todt. Whiting sei eine “zentrale und unnachahmliche Figur in der Formel 1” gewesen, betonte Todt in einer FIA-Aussendung.

Tiefe Trauer im Fahrerlager

Die Rennställe und Piloten zeigten sich in tiefer Trauer und würdigten die wichtige Rolle Whitings in der Königsklasse. Seit 1997 war er als Renndirektor für den organisatorischen Ablauf aller Grand Prix, die Sicherheit und die Klärung technischer Streitfragen verantwortlich. Formel-1-Sportchef Ross Brawn reagierte tief betroffen auf die Nachricht vom Tod seines Freundes: “Das ist nicht nur für mich ein großer Verlust, sondern für die ganze Formel-1-Familie, die FIA und den gesamten Motorsport.” Ferrari-Pilot Sebastian Vettel berichtete, Whiting habe ihn noch am Mittwoch auf den ersten Metern seiner Streckenbesichtigung begleitet. “Man konnte ihn zu jeder Zeit alles fragen, seine Tür war immer offen”, sagte der Deutsche. Auch Weltmeister Lewis Hamilton lobte die großen Verdienste von Whiting. “Wir werden ihn vermissen”, sagte Renault-Fahrer Nico Hülkenberg. Mercedes-Pilot Valtteri Bottas wollte die Nachricht zunächst nicht glauben. “Er hat so viel für den Sport getan, den wir lieben”, twitterte der Finne.

Haas-Fahrer Romain Grosjean lobte: “Er hat den Fahrern immer zugehört und für unsere Sicherheit gesorgt.”

Der Hintergrund und die genauen Umstände des Todes von Whiting waren zunächst nicht bekannt. Als Lungenembolie bezeichnen Mediziner den Verschluss einer Lungenarterie. Die Ursache dafür ist meistens ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel aus dem Bein- oder Beckenbereich. Eine Lungenembolie kann zu Atemnot und durch eine Überlastung der rechten Herzkammer zum Tod durch Herzversagen führen.

Steile Karriere in der Formel 1

Whiting hatte seine Motorsport-Karriere wie so viele als Mechaniker begonnen. Gemeinsam mit seinem Bruder Nick arbeitete er von 1977 an in der Formel 1 beim Hesketh-Rennstall. Später wechselte er zu Bernie Ecclestones Brabham-Team und wurde dort Cheftechniker. 1988 trat er dann einen Job als Technischer Delegierter beim Weltverband an und machte sich einen Namen als penibler Regelwächter.

“Eine wahre Legende”

TV-Zuschauern wurde Whiting vor allem dadurch bekannt, dass er via Signalanlage den Start zu jedem Rennen vollzog. “Charlie hat eine Schlüsselrolle in diesem Sport gespielt, er war als Renndirektor für viele Jahre der Schiedsrichter und die Stimme der Vernunft”, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Der Renault-Rennstall sah in Whiting “einen der Eckpfeiler und Anführer unseres Sports”, Williams nannte ihn “eine wahre Legende”.

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