Über 80 Grad gemessen: So gefährlich kann Hitze im Auto werden

Im Sommer können überhitzte Autos insbesondere Kindern und Tieren zum Verhängnis werden. Wie heiß es in geparkten Fahrzeugen wirklich wird, hat der ÖAMTC getestet.

06.07.2018 APA

Die hohen Temperaturen haben auch ihre Schattenseiten: Immer wieder müssen in den Sommermonaten Kinder und Haustiere von Polizisten oder Pannenhelfern aus überhitzten Autos befreit werden. Wie heiß es tatsächlich im Wageninneren werden kann, zeigte eine Messung des ÖAMTC, bei der auf Sitzflächen bis zu 80 Grad erreicht wurden.

Über 80 Grad auf den Sitzflächen gemessen

Für den Test wurden vier Kleinwagen und ein Familyvan am Mittwoch um 7.00 Uhr in Wien an einem sonnigen Parkdeck abgestellt. Mittels Infrarot-Thermometer wurde mehrmals die Temperatur an verschiedenen Stellen innerhalb und außerhalb des Wagens gemessen. Die extremsten Werte wurden um 14.30 Uhr registriert, als die Außentemperatur 30 Grad betrug. Den Maximumwert erreichte eine Sitzfläche eines schwarzen Kombis mit knapp über 80 Grad. Bei den anderen Autos waren es zwischen 68 und 77 Grad.

Hohe Temperaturen im gesamten Innenraum

In den Kopfbereichen der Lenker maßen die Tester durchschnittlich 63 Grad, in der Höhe des Kopfes bei Kindersitzen waren es 61 Grad. Etwaigen Tieren in den Kofferräumen würde es auch nicht besser gehen: Hier hatte es knapp 52 Grad im Durchschnitt. Werden Kinder oder Tiere an heißen Tagen auch nur kurze Zeit im Auto gelassen, kann sie das also in Lebensgefahr bringen.

© Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Hitze-Tipps für Autofahrer:

  • Vor dem Einsteigen in ein überhitztes Auto sollten alle Türen geöffnet werden. Dann entweicht der erste Hitzeschwall und die Lufttemperatur im Innenraum sinkt schnell auf etwa 35 Grad. Die Lüftungsschlitze der Klimaanlage sollten auf heiße Flächen und nicht direkt auf die Körper der Insassen gerichtet werden. Ohne Klimaanlage sollten die Fenster geöffnet und die Lüftung kühl eingestellt werden.
  • Bei hohen Temperaturen muss außerdem während der Fahrt ausreichend Wasser getrunken werden, betonte Seidenberger. Bei Flüssigkeitsmangel kommt es zu verminderter Wachsamkeit und zur Beeinträchtigung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses, zitierte die Expertin aus Studien. Das kann hinter dem Steuer zu verspätetem Bremsen oder Verlassen der Fahrspur führen. Auch Kindern sollte nicht zu wenig zu trinken geben werden, um bei langen Autofahrten etwa WC-Pausen einzusparen, warnte Seidenberger.
  • Passanten sollten die Polizei rufen, wenn sie in einem überhitzten Auto eingeschlossene Lebewesen entdecken. Oft sperren sich Kinder auch selbst ein, wenn der Schlüssel beim Aussteigen im Fahrzeug gelassen wird. Dann verständigen die Eltern meist selbst rasch den ÖAMTC. Solche Einsätze der Pannenhelfer werden in der Priorität vorgereiht.
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