Gefährliche Dämmerung

Oft unterschätzt, aber richtig gefährlich ist die Autofahrt bei Dämmerung. Dabei ließen sich Unfälle wahnsinnig einfach vermeiden.

17.12.2016 Online Redaktion

„Lichtfahrer sind sichtbarer“ lautete ein bekannter Slogan für mehr Verkehrssicherheit im Jahr 2005 (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie). Bei Dämmerung/Finsternis mit Licht zu fahren, um besser sehen und gesehen zu werden ist über 10 Jahre später zwar immer noch ein guter Tipp für Autofahrer. Angesichts der Unfallstatistiken wäre es aber höchste Zeit für einen eigenen Slogan, und zwar für die „Zielgruppe“ Fußgänger, á la: „Sichtbare Fußgänger leben länger“.

Das sagt die Unfallstatistik

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit berichtet jährlich von durchschnittlich (2010-2014) über 4.150 Fußgängern, die in Unfälle auf öffentlichen Straßen verwickelt sind. Davon verunglücken knapp 2% tödlich. Bemerkenswert ist außerdem, dass sich rund ¼ solcher Unfälle auf Schutzwegen ereignen.

Die Gründe für Unfälle mit Fußgängern

Häufig werden die Ursachen für Unfälle mit Fußgängerbeteiligung bei den Autofahrern gesucht – was bei Unfällen auf Schutzwegen und der stark steigenden Anzahl von Autofahrern, die während der Fahrt von Smartphone und Co abgelenkt sind, nachvollziehbar ist.

Aber: Die Suche nach den „Schuldigen“ damit abzuschließen, wäre zu einseitig: Auch auf Seiten der Fußgänger gibt es offensichtlich noch immer zu wenig Bewusstsein dafür, wie und ob man im Straßenverkehr wahrgenommen wird.

Das unterstreicht eine weitere Studie des KFV: die Hälfte der Kinder und knapp ¾ (!) der Erwachsenen, die als Fußgänger am Straßenverkehr teilnehmen, tragen zu dunkle Kleidung, um einem Autofahrer eine realistische Chance zu geben, einen Fußgänger rechtzeitig wahrzunehmen.

Warnwesten und Reflektoren bringen sichtbaren Erfolg

Dabei wäre es ein Einfaches, das Unfallrisiko für Fußgänger drastisch zu senken:

  • Laut Experten reicht bereits bei Fußgängern das Tragen einer Warnweste bzw. von Reflektoren, um das Risiko, von einem Auto erfasst zu werden, um die Hälfte zu senken.
  • Aber auch als Autofahrer kann man einen wichtigen Teil zur Sicherheit beitragen, indem man sich bewusst macht: Wird ein Fußgänger mit 10 km/h angefahren, beträgt die Überlebenschance laut Unfallstatistik 97%. Bei einer Kollision mit 50 km/h sinkt die Überlebenserwartung auf nur mehr 60%. Und dass der Anhalteweg bei höherer Geschwindigkeit massiv zunimmt, ist ebenso mathematische Gegebenheit.

Fazit

Die ideale Kombination, um Kollisionen mit Fußgängern zu vermeiden ist: Fußgänger, die sich gut sichtbar machen und aufmerksame Autofahrer, die in den dunklen Wintermonaten etwas runter gehen vom Gas.

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