Anzahl der Geisterfahrer 2016

2016 musste die Polizei durchschnittlich knapp einmal pro Tag wegen eines Falschfahrers ausrücken, exakt 363 Einsätze standen zu Buche.

07.02.2017 Online Redaktion

Seit Beginn der Aufzeichnungen gab es nur ein Jahr auf Österreichs Straßen, in dem noch weniger Geisterfahrer registriert wurden: Im Jahr 2014 wurden “nur” 358 Irrfahrten in die falsche Fahrtrichtung gezählt.

Weniger Falschfahrer – mehr Tote im Jahr 2016

Während somit im Vergleich zu 2015 ca. 5 % weniger (absolut: 20) derartige Einsätze zu verzeichnen waren, kann diese Statistik dennoch nicht positiv bewertet werden: 2 Tote waren 2016 zu beklagen, während im Jahr 2015 niemand aufgrund einer Geisterfahrt sein Leben lassen musste. Jedoch mündete nur ein Bruchteil der Irrfahrten in einen Unfall, 11 an der Zahl (7 davon mit Verletzten bzw. 5 Schwerverletzte).

Regionale Unterschiede: Wo ihr am ehesten einem Falschfahrer begegnet

Niederösterreich war in den vergangenen Jahren das „Falschfahrer“-Bundesland mit den meisten verzeichneten, diesbezüglichen Meldungen. 2016 stand nun erstmals die Steiermark an der unrühmlichen Spitze: 79 Geisterfahrer wurden hier im vergangenen Jahr gezählt – exakt die gleiche Zahl wie im Jahr davor übrigens. Da aber in Niederösterreich die Zahl um mehr als ein Drittel rückläufig war (von 102 auf 66 Geisterfahrten), steht das flächenmäßig größte Bundesland “nur” mehr Platz auf 2 dieser Statistik. Es folgen: Oberösterreich mit 62 Meldungen, Tirol (50), Kärnten mit 40 Meldungen, Salzburg (25), das Burgenland (17), sowie Vorarlberg und Wien als Schlusslicht mit 12 Geisterfahrermeldungen.

Die “Rekord”-Streckenabschnitte

Die Südautobahn mit 62 Geisterfahrern (Rekord in absoluten Zahlen), die Semmering-Schnellstraße S6 als das am häufigsten betroffene Teilstück mit 21 Meldungen sowie die Brennerautobahn mit 11 Falschfahrermeldungen, die somit die größte Dichte an Geisterfahrern in Relation zur Gesamtlänge aufweist.

Zeiten und Tage mit der höchsten Wahrscheinlichkeit einem Geisterfahrer zu begegnen

Zumindest statistisch gesehen war es 2016 im Oktober am wahrscheinlichsten, einen Geisterfahrer zu sichten (42 Meldungen), gleich darauf folgte im November der Tiefstwert mit 23 Falschfahrern.

Während die einzelnen Rekordmonate statistisch von Jahr zu Jahr doch einigen Schwankungen unterliegen und somit nicht allzu viel Aussagekraft zugeordnet werden können, kann mit einer gewissen (statistischen) Sicherheit gesagt werden, dass der Sonntag definitiv als der gefährlichste Wochentag bezüglich Falschfahrer betrachtet werden kann. Geändert hat sich auch nicht, dass das geringste Risiko am frühen Morgen besteht, und am späteren Abend zwischen 21-24 Uhr die Gefahr am größten ist.

Warum kommt es zu Irrfahrten auf der falschen Richtungsfahrbahn? Die häufigsten Gründe

Hauptgrund Nummer 1 ist immer noch Alkohol, der Verkehrsteilnehmer zu Falschfahrern „macht“. Aber auch „Ablenkung“ bzw. „Unachtsamkeit“ als Ursachen sind stark auf dem Vormarsch – als Unfallursache generell, aber auch bezüglich Geisterfahrer. Auch Überforderung, etwa wegen mangelnder Fahrpraxis oder Ortsunkenntnis, ist nach wie vor häufig Auslöser für Irrfahrten in die falsche Richtung. Vereinzelt führen aber auch Suizidabsichten, in die Irre führende Navigationssysteme sowie unübersichtliche oder eng geführte Auffahrten zu Geisterfahrten.

pixel