Die 3 unpopulärsten Meinungen: Was dürft Ihr zum Thema Auto denken, aber nicht sagen?

Das Auto emotionalisiert. Kein anderes Thema wird so subjektiv diskutiert. Wir wollen wissen, zu welchem Autothema ihr eine unpopuläre Meinung habt, die ihr eher selten laut aussprecht.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 03.10.2017

Erzählt uns, was ihr keinem anderen sagen dürft. Denn über Autos kann man immer diskutieren. Die Fans einzelner Marken gegen- oder miteinander, Roadster oder Coupé, Diesel oder Benzin, Automatik oder Schalter, was ist schön und was ist hässlich… bei so vielen Diskussionen bleibt es nicht aus, dass unpopuläre Meinungen entstehen. Vielleicht sogar welche, die man in seiner Auto-Filterblase nicht aussprechen darf.

Die 3 unpopulärsten Meinungen

Wir würden gerne wissen, welche unpopuläre Meinung Ihr habt. Weil so ein Outing schwer ist, gehen wir mit gutem Beispiel voran und hauen mal drei raus:

Unpopuläre Meinung #1: “Die Dieselförderung muss abgeschafft werden!”

Das wirklich dumme an dieser unpopulären Meinung ist das Timing. Denn ich habe sie seit Jahren. Im Rahmen der aktuellen Dieseldebatte ist sie allerdings etwas… nun… populistisch. Trotzdem würde ich sie gerne ausführen. Seit Jahrzehnten verzichten Österreich und Deutschland auf enorme Einnahmen, weil der Steuersatz für Dieselkraftstoff geringer ist, als der für Benzin.

Hintergrund der Subventionierung war, dass Transportunternehmen und Landwirte entlastet werden sollten. In Europa führte das zu einem Diesel-Boom. In Österreich belaufen sich die Mindereinnahmen auf rund 640 Millionen Euro pro Jahr, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut bereits 2016 errechnet hat. In Deutschland sind es 9,5 Milliarden Euro, wie die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen errechnete.

© Bild: ElisaRiva / pixabay.com

Zwar ist im Gegenzug in Deutschland die Kraftfahrzeugsteuer auf Diesel höher, die ist jedoch eine jährliche Pauschale und amortisiert sich so nach rund 10.000 Kilometern. Es gab Ideen diese Subventionierung abzuschaffen, doch in Österreich fürchtete man den Tanktourismus zu verlieren. Und in Deutschland kümmert sich ein Heer Autolobbyisten um den Spritpreis.

Und das ist auch der Knackpunkt. Warum werden Technologien, die längst etabliert sind und ihren Erfindern Milliarden bringen, auch noch subventioniert? Also: weg damit.

Unpopuläre Meinung #2: “Kauft mehr Automatik”

Es gibt unfassbare gute Automatikgetriebe auf dem Markt. Bei beinahe jedem Hersteller können die Autos mittlerweile selber besser schalten, als es der Fahrer kann. Der fühlt sich aber immer noch entmündigt. Denn das Schaltgetriebe sei sportlicher und sparsamer als das Automatikgetriebe.

Das mag tatsächlich stimmen, setzt aber voraus, dass es auch der Fahrer ist. Und daran scheitert die Theorie. Wer sich ein Diesel-Kompakt-SUV kauft, hinten zwei Kindersitze montiert, sich aber gegen die Automatik entscheidet, weil das Schaltgetriebe sportlicher sei (doch, solche Leute kenne ich), der überzeugt mich nur davon, dass Führerscheine zu leichtfertig vergeben werden.

Ist das Selbstüberschätzung? Oder ist das, was ich als Argument gelten lassen würde, Unwissen darüber, wie gut mittlerweile Automatikgetriebe sind. Glaubt mir, sie sind phantastisch. Kennt euren Alltag und kauft mehr Automatikgetriebe.

Unpopuläre Meinung #3: “Keine ambitionierte Allradtechnik für Ahnungslose”

Das hat etwas mit meiner Vergangenheit zu tun, in der ich auch Geländefahrkurse gegeben habe – unter anderem Besitzern von Hummern. Mit denen fuhr ich durch ambitionierte Offroadpassagen und erklärte ihnen, welchen Knopf (Reduktionsgetriebe, Differenzialsperren) sie an welcher Stelle aus welchen Gründen drücken sollten.

Zwei Dinge haben meine Meinung über diese Nischen-Nutzer dabei zementiert. Erstens: Die Fahrer gaben an, dass sie etwa 50.000 Kilometer pro Jahr fahren würden und davon zwischen zehn und zwanzig Prozent im Gelände abspulen. Das war entweder eine Fehleinschätzung oder Blödsinn.

Denn das würde bedeuten, dass die Herren (es waren nur Herren) jährlich zwischen 5.000 und 10.000 Kilometer im Gatsch verbringen. Also eine Rallye Dakar pro Jahr (die hat derzeit rund 9.000 Kilometer Gesamt- und 5.000 Kilometer Wertungsdistanz). Selbstüberschätzung ist in dem Zusammenhang ein Euphemismus.

Gleichzeitig und zweitens wussten die Hummer-Besitzer aber nicht, was die besagten Knöpfe der Offroadtechnik überhaupt tun. Der Satz: „Damit aktivieren Sie die mittlere Differentialsperre“ sorgte eher für mehr Verwirrung denn Verständnis.

Mein Vorschlag lautet daher: Wer einen ernsthaften Geländewagen kauft, der muss die Offroadtechnik zwar erst einmal bezahlen, kriegt sie aber nicht eingebaut. Er kriegt lediglich Knöpfe im Innenraum platziert, die bunt leuchten, wenn man sie drückt. Sperren und Reduktionsgetriebe kriegt er erst, wenn er drei Mal stecken geblieben ist.

Wir freuen uns über unpopuläre Meinungen im Kommentarbereich!


Voriger
Nächster