Wie es wirklich war

Wie stellt man große Tage in der Geschichte des Autorennsports so nach, dass man meint, man wäre mittendrin? Man mischt echt mit virtuell.

Autorevue Magazin
Veröffentlicht am 24.10.2017

Ein Artikel aus der Autorevue vom November 2017

Fast ist es wie ein kleiner, bornierter Anachronismus: Während mit Computer und Virtual Reality so gut wie alles geht und auch so darstellbar ist, als würde man durch ein Fenster ins Echte schauen, gibt es mit dem Prager Künstlerkollektiv Unique Gallery ein paar Besessene, die meinen: Es geht doch auch richtig echt.

Also fast richtig echt. Die beiden tschechischen Computerkünstler Jan Rambousek und Petr Milerski hatten die Idee, große Momente der Rennsportgeschichte künstlerisch darzustellen. Vereinfacht gesagt: Sie rendern das Auto auf dem Computer, stellen den Rest mit echten Menschen und echten Requisiten nach und fotografieren das, und zuletzt fügen sie das Auto und die Szenerie zu einem Kunstwerk zusammen.

Nicht ganz so vereinfacht ist es so, dass alleine die 3D-Darstellung eines Rennwagens unzählige Stunden dauert. Da wird sozusagen von innen nach außen entwickelt, bis hin zur richtigen Anzahl von Lackschichten, den authentischen Kratzern und Dellen und natürlich auch der passenden Verschmutzung. Versteht sich, dass zuvor aufwendig recherchiert wird, Besitzer von in Frage kommenden Autos werden ebenso kontaktiert wie die Hersteller und Augenzeugen. Letztere kommen ins Spiel, wenn es um die konkrete Darstellung des Ereignisses geht: Gleich einmal 70 Leute sind dabei involviert, Fotograf, Techniker, die Feuerwehr zum Nass-Spritzen von Regenszenen, Catering – und natürlich die Statisten: Sie mimen Zuschauer, Streckenposten, Mechaniker. Hauptdarsteller ist fast immer der Rennfahrer.

„When Sex was safe“, das Buch.

Die streng limitierten Bilder sind nicht ganz billig, einen günstigeren Zugang (65 US-Dollar) bietet das Coffeetable-Book „When Sex was safe“, in dem 21 Artworks gezeigt werden. Nähere Infos und Bestellungen unter www.unique-limited.com


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