Streckenbegehung

Ein Film und eine Handvoll Mitwirkender von einst kehren zurück zu den Drehorten des Kultfilms „Le Mans“. Damals war auch die Autorevue dabei, irgendwie.

Autorevue Magazin
Veröffentlicht am 06.06.2017

Steve McQueens „Le Mans“ war kein Film der großen Worte, und auch der Kultstatus brauchte eine schlanke Aufwärmphase. Er war aber von Anfang an ein Film der Liebe zu Geschwindigkeit, Rennsport, Benzin, der Steve McQueen mit einem 200-köpfigen Filmteam 1970 nach Le Mans reisen ließ, um seine Leidenschaft von der Kamera einfangen zu lassen. Es wurde ein puristischer Film, der das Duell Porsche 917 gegen Ferrari 512S ausbreitete, und natürlich spielte McQueen die Hauptrolle selbst. Am Ende war das Budget weit überzogen, und auch der Erfolg des Films sollte ein wenig auf sich warten lassen. Dann aber blieb er, bis heute.

Mit dabei war damals auch Autorevue-Autor Erich Glavitza, hauptberuflich Stuntman. Sein Wirken reichte bis tief ins Filmgeschäft, wo es schon immer eine Menge Autos spektakulär zu verschrotten (und nachher unverletzt auszusteigen) galt, damit war er quasi Idealbesetzung hinter den Kulissen, und sein Stuntpartner Peter Huber mit ihm.

Erich Glavitza am Set, einst und jetzt. Nicht nur Autos waren damals wichtig.

Mehr als 45 Jahre danach besucht Regisseur Christian Giesser gemeinsam mit Erich Glavitza die Originaldrehorte von damals, die Mitwirkenden von einst breiten ihre Erinnerungen vor der Kamera aus, und bisher unveröffentlichtes Filmmaterial des von Herbert Linge pilotierten Kamerawagens darf sich in den Film mischen. Natürlich erzählt Herbert Linge gleich selbst, auch Produzent Peter Samuelson, Produktionsassistent Christian Riml, die Rennfahrer Willi Kauhsen und Jürgen Barth und freilich auch Peter Huber kommen zu Wort – „Remember Le Mans“ ist eine hoch verdichtete Spurensicherung, ein Anfachen der alten Glut zum Feuer von damals.

Produziert wurde der Film fürs Fernsehen, der echte Fan wird zur DVD greifen, noch eher zur Collectors Edition (€ 77,90) in der edlen Filmdose, die den Film mit Kopien des Drehbuchs, des Briefwechsels zwischen Linge und Produzent und anderen Erinnerungsstücken abrundet.


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