Der “Lamborghini aus dem 3D-Drucker” kann jetzt auch fahren

Beim Computerspielen hat sich sein Sohn in den Lamborghini Aventador verliebt – deshalb baut ein US-amerikanischer Physiker das Supercar jetzt in seiner Garage nach. Wichtigstes Werkzeug: Der 3D-Drucker.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 17.10.2019

Was tun, wenn der Sohn sich einen Lamborghini Aventador wünscht? Während die meisten Eltern einfach “nein” sagen würden, beschloss Sterling Backus, seinem Sohn den den Wunsch zu erfüllen – mit Hilfe eines 3D-Druckers.

Vom Videospiel in die Garage

Die Idee kam dem Physiker, als er mit seinem Sohn “Forza Horizon 3” spielte. Wäre es möglich, das Lieblingsauto seines Sprösslings einfach nachzubauen? Die Antwort lautete “ja” – und der AXAS Interceptor war geboren.

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Karosserie aus dem 3D-Drucker

In SolidWorks, einem 3D-CAD-Programm, nahm die Vision eines selbstgedruckten Lamborghinis Gestalt an. Um die Karosserieteile zu fertigen, kamen gleich mehrere 3D-Drucker zum Einsatz. Die einzelnen Teile wurden zusammengeklebt und für ein einheitliches Erscheinungsbild mit Carbon beschichtet – ein komplexes Unterfangen, das sich Sterling mit Hilfe von YouTube-Videos einfach selbst beibrachte.

Sogar die Heckleuchten hat Sterling – zumindest teilweise – einfach ausgedruckt.

Turn.

Gepostet von 3D Car Printing am Freitag, 22. März 2019

Covette-Motor und Porsche-Getriebe

Einige strukturgebende Komponenten wie das Chassis des Wagens wurden aber aus Metall gefertigt. Auch der Antrieb des Aventadors Marke Eigenbau kommt nicht aus dem 3D-Drucker, sondern aus einer 2003er Corvette. Als Getriebespender fungierte ein Porsche 911. Das Lenkrad stammt von Audi. Auch echte Lamborghini-Ersatzteile kommen im AXAS Interceptor zum Einsatz: Die Scheibenwischer, zum Beispiel.

Eineinhalb Jahre und 20.000 US-Dollar

Seit eineinhalb Jahren arbeitet Sterling an seinem Projekt, in das mittlerweile rund 20.000 US-Dollar geflossen sind. Die umgerechnet rund 18.000 Euro beinhalten allerdings nur die Materialkosten exklusive Arbeitszeit.

Dass Lamborghini an dem Projekt Anstoß nehmen könnte, glaubt Sterling nicht – immerhin handelt es sich beim AXAS Interceptor ausdrücklich nur um ein “Aventador Lookalike”.

Have been spending the last few days with Trevor getting the beast ready for fire up.

Gepostet von 3D Car Printing am Samstag, 6. Juli 2019

AXAS Interceptor ist fahrbereit

Im Oktober 2019 ist es schließlich so weit: Das Supercar aus dem 3D-Drucker ist fahrbereit. Über die amerikanischen Highways prescht er (noch) nicht – aber auch die paar Meter, die der AXAS Interceptor mit Corvette-Motor in der Hauseinfahrt von Familie Sterling aus eigener Kraft zurücklegt, machen ordentlich Eindruck.

In dem Video ist zu sehen, wie Sterling Senior den Rückwärtsgang einlegt und – begleitet von einem vielversprechenden Gröhlen des
LS1-V8 – und die Einfahrt Richtung Haus hinauffährt. Gefilmt wird das knapp einminütige Intermezzo von Sterling Junior, der den Stein – oder das selbstgebaute Supercar – mit seiner Begeisterung für einen digitalen Lamborghini Aventador ins Rollen gebracht hatte.

© Bild: YouTube Screenshot

Von der Fertigstellung ist der AXAS Interceptor freilich noch immer meilenweit entfernt. Backus Sterling hält seine mittlerweile 10.000 YouTube-Subscriber mit regelmäßigen Video-Updates auf dem Laufenden. Aktuell arbeitet der ambitionierte Bastler an der Karosserie, irgendwann soll das Supercar Marke Eigenbau in Weiß erstrahlen. Wenn es so weit ist, wird an dieser Stelle selbstverständlich auch darüber berichtet.


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