Bucket of blood saloon street kuriose straßennamen
 

Roadtrip in die Depression: 10 kuriose Straßennamen für Nihilisten

Hier sind sie, die 10 deprimierendsten Straßennamen der Welt. Für den Roadtrip, der einen endgültig zum Trinker macht.

09.03.2018 Online Redaktion

Hier kommen sie, die zehn vielleicht deprimierendsten Straßennamen der Welt. Manche entstanden aus einem ernsten, historischen Hintergrund heraus, andere entsprangen wohl eher einer (schlechten) Laune oder dem Hang zur Ironie. Diese zehn kuriose Straßennamen sollte man sich für den nächsten Roadtrip notieren. Mehr kuriose Urlaubsorte gibt es dann übrigens hier.

1) Bucket of blood street

Der Name blieb aus der Wildwest-Zeit übrig. Damals war Holbrook ein Ort, der „zu hart für Frauen und Kirchen“ war, wie es die Chronisten nennen – was für Prostituierte freilich nicht galt. Zentraler Vergnügungsort war der Terrill´s Cottage Saloon. Dort eskalierte 1886 ein Pokerspiel und nach dem Reinemachen war der Laden als Bucket of blood Saloon bekannt. Die Bucket of blood street liegt in Holbrook. Der Ort wurde nach dem ersten Ingenieur der Atlantic and Pacific Eisenbahn benannt. Eine Stadt, die man eher umfährt. Und das ist wörtlich gemeint. Denn die Interstate 40 geht nördlich an Holbrook vorbei, was dem Tourismus einst einen herben Schlag versetzte. Größte Sehenswürdigkeit ist das 2-Stern-Wigwam-Motel. Die Zimmer sind, nomen est omen, Wigwams nachempfunden.

2) Suffering Lane/Ecke Pain Lane

Auf Bermuda, zwischen den Prachtbauten, beim Golfplatz, dort wo die Porsche stehen, trifft die Suffering Lane auf die Pain Lane. Das ganze kann nur ironisch gemeint sein. Wer will, der sucht sich mal ein paar Immobilien-Angebote aus der Gegend raus. Aber vielleicht ächzen die Bewohner dieses Landes emotional darunter, immer noch nicht mehr zu sein als eine Kolonie der Engländer. Die Krone erhebt Anspruch auf die Insel, weil ein paar Seemänner im 16. Jahrhundert zu blöd waren, daran vorbei zu segeln, am Riff zerschellten und zehn Monate festsaßen. Dummheit siegt eben doch. Seit dem zweiten Weltkrieg handelt es sich außerdem um ein veritables Steuerparadies.

3) Suicide Bridge

Genau genommen ist „Suicide Bridge“ ein Sammelbegriff für Brücken, von denen Selbstmörder gerne runterspringen. Die Golden Gate Bridge zum Beispiel ist eine „Suicide Bridge“. In West Haven (Delaware) sparten sich die Erbauer allerdings einen romantisierenden Namen und blieben pragmatisch. Suicide Bridge. Fertig. Und hungrig muss auch niemand sterben. Denn am nördlichen Ende der Brücke liegt das Suicide Bridge Restaurant. Das ist auf Meeresfrüchte spezialisiert und die Gäste kommen vor allem wegen des Krabbenkuchens. Aber Vorsicht: der Tagesfang von unter der Brücke könnte Sie verstören.

4) Hopeless Lane

Die Hopeless Lane liegt zwischen Walnut Bottom und Old Fields. Kennen Sie nicht? Das ist in Moorefield. Sie fragen völlig zu Recht: Welches Moorefield, denn davon gibt es in den vereinigten Staaten so viele wie Springfields. Es geht um das Moorefield in West Virginia. Countryroad, take me home. Und wer diesen Staat auf Anhieb auf einer Landkarte ohne Beschriftung findet, der hat eindeutig zu viel Freizeit oder ein eidetisches Gedächtnis. Gratulation.

5) Why me lord lane

Es gibt wenig zu sagen über die Why me lord lane. Sie liegt in einer dieser amerikanischen Kleinstädte, die immer in Büchern vorkommen, die was mit Crystal Meth zu tun haben. In der Why me lord lane gibt es nur ein Haus, auf dessen Rasen aber gleich vier Autos stehen. Das soll jetzt aber kein Hinweis für die Polizei sein. Vielleicht ist der Straßenname aber auch eine Anspielung auf „Why me, Lord“ von, aufgepasst, Christy Lane. Wir wollen nicht Geschmackspolizei spielen, aber dann doch lieber Trailer-Park.

6) Shades of death Road

Die Anwohner können sich bis heute nicht auf den Ursprung des Namens einigen. Von Banditen über Lynchjustiz bis zu gefährlichen Wildkatzen ist alles mit dabei. Manche sagen sogar, der Name käme daher, weil die Straße für amerikanische Verhältnisse sehr kurvig sei und es deswegen viele Unfälle gegeben habe. An der Straße entlang gibt es außerdem diverse Orte die für Geister, Fabelwesen und andere paranormale Phänomene bekannt sind. Kurzum: die Shades of death Road lohnt sich wirklich.

7) Road to misery

Glaubt man dem Straßennamen, dann führt einen die Road to misery ins Elend. Je nachdem in welche Richtung man fährt endet die Road to Misery entweder in einer Sackgasse im Wald oder in der Oak Ridge Road. Ob das Elend also im Wald liegt oder in Oak Ridge möge jeder für sich entscheiden. Im Wald wurde immerhin  schon einmal Bigfoot gesehen. Also 1:0 für die Sackgasse. Mit dem Roman von Stephen King hat das idyllische Nichts übrigens nichts zu tun. Der spielt in Colorado.

8) Broken Dreams Drive

Eine Autowerkstatt, eine Art Café und viel Sand. Willkommen im Broken Dreams Drive. Die nächstgelegene Stadt die man kennt ist Tucson. Da fährt man eine deprimierend langweilige Stunde durch Ödland hin. Doch, ist so. Lassen Sie sich nicht von den Ortsnamen wie Green Valley täuschen.

9) All Alone Road

Es ist nur konsequent, an der All Alone Road ein Geschäft für Heimtierbedarf zu eröffnen. Man würde Katzen- und Hundebesitzer dort vermuten. Ebenfalls dort angesiedelt: Eine Werkstatt (die All Alone Garage), ein Kuchen-Dekorateur und ein Cricket-Club. Gleich um die Ecke verpasst einem außerdem Stacie flotte Hair Extensions. Der Name ihres Ladens: „Stacie´s Hair Extensions“. Keine Pointe.

10) Terrible Mountain Road

Die Bilder legen tatsächlich nahe, dass es mitunter etwas karg und robust zugeht in Pitkin/Colorado. Den ortseigenen Berg aber gleich Terrible Mountain und die dorthin führenden Straße Terrible Mountain Road zu nennen, geht am positiven Verve der Gründungsväter aber doch eher vorbei. Mehr Vorschläge für einen deprimierenden Ausflug gibt es hier.

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