Dieser Audi soll bald auf dem Mond fahren

Der “Audi lunar quattro” soll ab Ende 2017 zum Mond geschickt werden und bei seiner Entdeckungsreise auch die Überreste der Apollo 17-Mission besuchen.

05.12.2016 Online Redaktion

Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für Audi: In den kommenden zwei Jahren sollen Fahrzeuge des deutschen Autobauers auf dem Mond unterwegs sein. In Zusammenarbeit mit einem Forscher-Team entwickelte Audi einen Rover, der mindestens einen halben Kilometer auf der Mondoberfläche zurücklegen soll. Dabei wird der “Audi lunar quattro” – sofern alles nach Plan läuft – auch die Überreste der Apollo 17-Mission aus dem Jahr 1972 besuchen.

“Part Time Scientists” wollen Audi-Rover ab Ende 2017 zum Mond schicken

2007 lobte Google den “Lunar X-Prize” aus: Wem es gelingt, einen Rover zum Mond zu schicken, der zumindest 500 Meter auf dem Erdtrabanten zurücklegt und HD-Bildaufnahmen zur Erde sendet, gewinnt ein Preisgeld von 30 Millionen US-Dollar. Mit dem Projekt will Google die private Raumfahrt fördern. Eines der 16 noch verbleibenden Teams im “Wettrennen zum Mond” sind die deutschen “Part Time Scientists”. Das Team mit starker österreichischer Beteiligung unterzeichnete bereits einen Startvertrag mit der US-amerikanischen Firma Spaceflight. Frühestens Ende 2017 sollen die Audi-Rover ihre Jungfernfahrt auf dem Mond antreten.

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© Bild: Audi

Zwei “Audi lunar quattro” sollen am Mond landen

Zur Entwicklung der Mondfahrzeuge taten sich die Part Time Scientists mit Audi zusammen und entwickelten die ein Meter langen, 75 Zentimeter breiten, 60 Zentimeter hohen und 30 Kilo schweren Rover. Zwei “Audi lunar quattro” sollen mit der Landeeinheit “Alina” auf dem Erdtrabanten abgesetzt werden. “Alina” steht für “Autonomous Landing and Navigation Module” und benötigt Starthilfe nur beim Abheben von der Erde, ab einer Höhe von 35.000 Kilometern kann sie den Rest der Reise alleine zurücklegen. Insgesamt gilt es 384.000 Kilometer zurückzulegen, die Reise soll fünf Tage lang dauern.

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© Bild: Audi

Allradantrieb für Mond-Konditonen

Der Rover ist mit hochauflösenden Kameras ausgestattet. Jedes der vier Räder des “Audi lunar quattro” wird von einem eigenen Motor angetrieben und lässt sich um 360 Grad drehen. So soll vermieden werden, dass der Rover von unerwarteten Hindernissen gestoppt werden kann. Der Antriebsstrang des Weltraum-Audis wurde dahingehend optimiert, dass die Räder auch bei Steigungen nicht den Grip auf dem feinen Sand des Mondgesteins verlieren.

Tests bereits in vollem Gange

Um sicher zu stellen, dass der “Audi lunar quattro” seiner Aufgabe gewachsen ist, wird das Fahrzeug bereits ausgiebig getestet, unter anderem bei Fahrversuchen in der Vulkan-Kraterlandschaft auf Teneriffa und einer so genannten Sonnen-Simulationskammer, die den Rover auf die 120 Grad Celsius heiße Mondoberfläche vorbereiten soll. Die Hitze am Boden ist insbesondere für die Batterien eine Herausforderung. Die Umgebungstemperatur des Weltraumes beträgt hingegen minus 270 Grad Celsius.

Überirdische Publicity

Klappt die Mission, bedeutet das für Audi kaum zu toppende Publicity – und für die Part Time Scientists die Grundlage für weitere Projekte. Details zur Technologie, mit der Audi den Mond erobern will, könnt ihr unter diesem Link nachlesen.

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  • manta76

    In der Mondatmosphäre wird der Partikel-Ausstoß kein Problem darstellen. Und was die CO2 Emissionen angeht – vielleicht wachsen dann sogar ein paar Bäume dort oben?

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