Kia Stinger

 
Kia Stinger COTY Auto des Jahres

Kia Stinger

Das konnte doch 2011 auf der IAA in Frankfurt keiner ahnen. Noch nicht einmal 2014 in Detroit war das glaubwürdig. Auf beiden Terminen hat Kia eine GT-Studie gezeigt. So futuristisch, so schön, so cool… das können die doch gar nicht ernst meinen. Doch meinten sie. Aus der GT-Studie wurde der Kia Stinger und der kommt im Lauf des vierten Quartals 2017 auf den europäischen Markt.

Kia Stinger COTY Auto des Jahres
© Bild: Kia

Im Nachhinein ist kaum zu erklären, wie dieses Auto so eine Überraschung werden konnte. Warum die handfesten Absichten nicht schon viel früher erkannt und heiß erwartet wurden. Kia ist seit einigen Jahren erstens die europäischste Marke aus Fernost und bietet zweitens ein mehr als gefälliges Design (vor allem seit Peter Schreyer dort den Chef-Zeichenstift schwingt). Bisher galt das aber eher für die sehr solide Hausmannskost.

Kia Stinger - Autorevue
© Bild: Kia

SUV und Kompaktklasse. Gefällig, massenkompatibel. Das ist und war Kia. Und jetzt das Kia Stinger. Ein 4,8 Meter langer Sport-Reisewagen. Ausdrucksstark, gefällig, mondän. Fließende, elegante Linien, wo es gilt, ein Gesamtbild zu gießen, starke Akzente wie die geschärften Konturen an der Seite, wo es Kanten braucht, damit der Blick hängen bleibt.

Kia Stinger COTY Auto des Jahres
© Bild: Kia

Rein größentechnisch legt der Kia Stinger (4,83 Meter) eine Landung zwischen BMW 3er (4,63 Meter) und Audi A6 (4,93 Meter) hin. Also auf Augenhöhe mit dem Peugeot 508 (4,83 Meter). Zahlenspielereien, die dem Kia Stinger nicht gerecht werden. Denn er schwebt ein wenig über dieser genannten Konkurrenz und schafft eine Klasse für sich selbst. Zum einen wegen des Zusammenspiels mit den anderen Eckdaten. 2,9 Meter Radstand und 1,87 Meter bedeuten Wucht und Würde schon im Stand.

Kia Stinger COTY Auto des Jahres
© Bild: Kia

Zum anderen natürlich wegen des Innenraums. Ein hoher Mitteltunnel und reichlich aeronautische Zitate wie der breite Automatikwahlhebel versprühen das Flair, das man sich von Sportlern mit Langstreckenambitionen erwartet. Ein üppig dimensionierter Touchscreen erhebt sich über die dezent gestaltete Konsole. Aufgeräumt.

Kia Stinger COTY Auto des Jahres
© Bild: Kia

Der Radstand garantiert außerdem Sitzen ohne Würdeabrieb auf den hinteren Plätzen. Bei gleichzeitig alltagstauglichem Kofferraumvolumen. Unter einer riesigen Heckklappe verbergen sich immerhin 406 Liter Kofferraum. Das ist durchaus beachtenswert bedenkt man die sportlichen Ambitionen.

Kia Stinger COTY Auto des Jahres
© Bild: Kia

Die von den Motoren auch bedient werden. Der Kunde hat die Wahl zwischen einem 2,2-Liter-Turbodiesel (200 PS, 440 NM), einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner (255 PS, 353 Nm) und einem 3,3-Liter-V6-Biturbo (370 PS, 510 Nm). Wahlweise feuern die Motoren die Kraft gen Hinterachse oder an alle vier Räder. Wer sich für den Heckantrieb entscheidet, der kann auch ein Sperrdifferential dazu ordern. Die Topmotorisierung erledigt den Sprint auf Tempo hundert in 5,1 Sekunden. Erst bei 270 km/h ist Schluss mit der Beschleunigung, was den Kia Stinger zum schnellsten Auto der Marke macht. Nicht nur aktuell, sondern auch historisch betrachtet.

Kia Stinger COTY Auto des Jahres
© Bild: Kia

Ausverhandelt wird die Kraft beim Kia Stinger – egal welcher Motor und egal ob Heck- oder Allradantrieb – von einer Achtgangautomatik. Das Fahrwerk baut vorne auf McPherson Federbeine vorne und hinten auf eine aufwendige Mehrlenker-Hinterachse. Dämpfungs- und Handlingseigenschaften lassen sich elektronisch per „Dynamic Stability Damping Control (DSDC)“.

Kia Stinger COTY Auto des Jahres
© Bild: Kia

Geregelt werden diese Einstellung per „Drive Mode Select“ Schalter. Der Wagen kennt fünf Voreinstellungen, in denen Schaltung, Elektronik, Lenkunterstützung und Fahrwerk auf einen bestimmten Zweck abgestimmt sind: Eco, Sport, Sport+, Komfort und Smart.

Kia Stinger COTY Auto des Jahres
© Bild: Kia

Ansonsten mit an Board: Gegenlenkunterstützung (VSM – Vehicle Stability Management), die beim Bremsen in Kurven eine erhöhte Stabilität verleihen soll. Ein Kollisionswarner (FCA – Forward Collision Assistance) inklusive Notbremsassistent und Fußgängererkennung. Dazu noch ein adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent samt korrigierendem Lenkeingriff, Querverkehrswarner, 360-Grad-Kamera, Fernlichtassistent, Spurwechselassistent…

In Österreich beginnt der Kia Stinger bei 43.290 Euro (2,0 T-GDI). Um 62.790 Euro kommt der Topmotor (3,3 T-GDI) inklusive Allradantrieb. Wer einen Dieselmotor möchte, der wird ab 44.090 Euro fündig.

Kia Stinger COTY Auto des Jahres
© Bild: Kia