BMW 5er

 
BMW 5er Auto des Jahres COTY

BMW 5er

Selbstverständlich geht es in dieser Klasse und auf diesem Niveau längst nicht mehr um das Durcheinanderwirbeln des ganzen Segments. Nein. BMW schrieb dem Fünfer vielmehr eine Reihe neuer Argumente ins Lastenheft, um im ewigen Wettstreit mit Mercedes und Audi entsprechend gerüstet zu sein. Vor allem ging es darum, die identitätsstiftende Sportlichkeit der Marke trotz Größenwachstum beizubehalten.

BMW 5er Auto des Jahres COTY
© Bild: BMW

Größenwachstum, gutes Stichwort. Das ist ein wenig die Geisel der Automobilhersteller. Gefangen in der endlosen Hatz nach mehr Komfort und in der ständigen Furcht das Millimeter-Duell mit der Konkurrenz zu verlieren. Mit dem neuen Fünfer hat BMW dieses Dilemma souverän gelöst. Der Wagen ist 36 Millimeter länger, deren sechs breiter und zwei höher. Ein homöopathisches Wachstum, das nicht sichtbar, wohl aber fühlbar ist.

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© Bild: BMW

Wie BMW überhaupt stark an der Atmosphäre im Auto gearbeitet. Der Fünfer kommt mit einer sehr ruhigen und leisen Art daher. Von den Motoren nimmt man lediglich den Vortrieb wahr. Akustisch lässt sich nicht einmal ausmachen, ob es ein Diesel oder ein Benziner ist. So ist der Dieselmotor im 530d nur als entrückter Robustvortrieb auszumachen. Immerhin wuchten 620 Newtonmeter den Wagen vorwärts. Beim 540i gibt es zwar eine animalische Klangkulisse, die jedoch eher als atmosphärische Unterlegung denn als Emotionsgewitter daherkommt.

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© Bild: BMW

Hintergrund sind Detailarbeiten wie die Absorber-Elemente im Dachhimmel und eine raffinierte Kapselung des Motors, die einerseits der Geräuschdämmung und andererseits dem Wärmeerhalt dient (Stichwort: winterlicher Diesel-Kaltstart). In Summe stellt sich ein, was BMW als Definition des Fünfers betrachtet: Sportliche Stattlichkeit statt hitzigen Dreiermuskelspiel, progressive Zurückhaltung statt weltentrücktem Siebenerfeeling – moderne Klassik, wenn man so möchte.

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Natürlich wurde auch am Fahrwerk fleißig gearbeitet. So wuchsen Radstand (plus sieben Millimeter) und Spurtweite (vorne plus fünf, hinten plus drei Millimeter) genauso homöopathisch wie die Außenmaße. Vorne gibt es eine neue Doppelquerlenkerkonstruktion, die vor allem die ungefederten Massen verringern sollte. Hinten wurde die Fünflenkerachse leicht überarbeitet.

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© Bild: BMW

Ebenfalls weiterentwickelt wurde die Integral Aktivlenkung, die nun elektromechanisch arbeitet und deren größtes Plus die mitlenkenden Hinterräder sind (und die nun auch mit dem Allradantrieb kombiniert werden kann). Ein Gadget, dessen Gesamtheit gar nicht oft genug gelobt werden kann. Der grundsätzlich große Fünfer bietet damit eine hocherfreuliche Lenkpräzision, eine klare Linienführung und überhaupt einen Gewinn an Leichtigkeit.

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Bei der Zusammenstellung des Fünfers mischt sich immer wieder der Siebener mit ein. Denn das Fahrzeug muss sich einerseits abgrenzen, andererseits aber die Demokratisierung vorantreiben. Und so ist immer wieder erstaunlich, welche Helferlein sich erfinden und verbauen lassen. Von der ferngesteuerten Einparkhilfe via Schlüssel über den Tempomat der Tempolimits in seine Fahrweise mit einbaut bis zur Gestiksteuerung und dem vergrößerten Head-up Display.

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© Bild: BMW

Preise. Kein schönes Thema. Die Realität ist eben ein Downer. Der Einstieg in die schöne neue Fünfer-Welt findet beim 530i statt. Immerhin schon mit satten 252 PS ausgestattet. Inklusive Fiskus-Befriedung werden 55.850 Euro fällig. Benzin-Alternative ist der 540i mit 340 PS für 65.650 Euro. Dieselseitig kann zwischen 50.400 Euro (520d mit 190 PS) und 59.950 Euro (530d mit 265 PS) zugeschlagen werden. Überall gilt: Allrad kostet extra und Automatik gibt es im 540i und im 530d serienmäßig. Noch Anfang 2018 soll eine Hybridvariante folgen.

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