Jürgen Skarwan
Racing Rookie 2020: Aller Anfang ist quer

Racing Rookie 2020: Aller Anfang ist quer

Der Racing Rookie geht in Runde 17, für die neuen Titelanwärter ist es trotzdem das erste Mal. Wenn im Schleudergang die Zielsicherheit schwindet, hilft die Rückbesinnung auf das Wesentliche: einen rallyefertigen Ford Fiesta ST.

Autorevue Magazin
Veröffentlicht am 17.06.2020

Urlaub im eigenen Land steht heuer hoch im Kurs, und Österreich hat in dieser Hinsicht ja bekanntermaßen ­einiges zu bieten. Inmitten der viel ­besungenen Berge und Äcker finden junge Adrenalin-Aficionados drei Destinationen, die sie auch dann als Reiseziele in Betracht ziehen sollten, wenn sie sie instinktiv eher außerhalb ihrer Interessengebiete verorten würden. Denn Teesdorf, Saalfelden und Melk sind die Austragungsorte des Racing Rookie 2020, und wer einen rennfertig umgebauten Ford Fiesta ST samt Beiwerk gewinnen will, muss erst eine dieser drei Etappen möglichst ­erfolgreich absolvieren.

Trotz Corona-bedingter Anlaufschwierigkeiten geht Österreichs größte Motorsport-Talentesuche damit in die 17. Runde. An drei Qualifi­kations­terminen mit je zwei Start­blöcken bekommen insgesamt 240 Teilnehmer die Möglichkeit, ihre vor der Spielkonsole oder am Feldweg ­kultivierten Rennfahrer-Ambitionen endlich auf den Asphalt zu verlagern. Dafür brauchen sie weder Erfahrung noch einen Führerschein, Quereinsteiger sind willkommen, lediglich die Motivation (hoch) und das Geburtsjahr (zwischen 1999 und 2003) müssen stimmen. Die Teilnahmegebühr (30 Euro) verträgt sich auch mit kleinen Urlaubsbudgets.

Racing Rookie 2020: Aller Anfang ist quer
© Bild: Jürgen Skarwan
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Für Geldausgeben oder Sightseeing bleibt vor Ort nämlich sowieso keine Zeit: Die Rookies müssen ihre Aufmerksamkeit einen Halbtag lang ganz darauf konzentrieren, ihr Feingefühl hinter dem Lenkrad unter Beweis zu stellen. Die Ausführungen der Instruktoren bilden dafür eine solide Basis, fahren muss dann aber jeder selbst. Und das gleich mehrfach: Neben kompetitiven Kart­runden stehen diverse Sonderprüfungen im Ford Fiesta ST-Line oder Focus RS am Programm. So werden die Titel­anwärter auf der Schleuderplatte mit der auch dem echten Leben innewohnenden Eventualität eines Heckausbruchs konfrontiert und müssen am eigenen Leib erfahren, dass der in ­diesem Fall erforderliche, präzise austarierte Mix aus Schnelligkeit und Besonnenheit selbst versierten Lenkern nicht immer auf Anhieb gelingen will.

Spätestens jetzt ist klar: Erholungsurlaub ist das keiner, und auch die ­tückengespickten Slalom- und Handlingparcours lassen keine Gelegenheit aus, die Rookies aus der Ruhe und an ihre Grenzen zu bringen. Ob der Auf- bzw. Umstieg ins nächste Level, den rallyegerüsteten Ford Fiesta ST, eher einschüchternd oder ermutigend wirkt, darf jeder für sich entscheiden.

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© Bild: Jürgen Skarwan

Wer den bunten Strauß an Herausforderungen idealerweise gut, zumindest aber besser als das Gros der Konkurrenz bewältigt hat, ist vom Etappensieg nur mehr eine Wagenlänge entfernt: Zwischen den Tagesbesten und den Finaltickets steht als Endgegner nur mehr eben jener Rallyebolide, der auf der immer noch nicht müde gewordenen Schleuderplatte möglichst effektiv gebändigt werden will. Die erfolgreichsten Fiesta-Flüsterer schlittern eigentlich direkt ins Finale, können bei Bedarf aber noch einen echten Entspannungsurlaub einplanen, bevor es am 22. August in Melk ums Ganze geht.

„Das Ganze“ ist in diesem Fall eine Menge und umfasst neben dem Gewinn des prestigeträchtigen Titels auch den bereits bezwungenen Rallye-Fiesta ST samt individuell zugeschnittenem Startpaket mit Ausrüstung und Trainings im Gesamtwert von zirka 40.000 Euro – ein würdiger Anreiz für einen (zweiten) Kurztrip zum Wachauring.

Aber mit dem Wollen ist das ohnehin so eine Sache, denn nicht nur redensartlich kommt es oft anders, als man denkt. Manch einer kommt beispielsweise gar nicht erst mit dem Wunsch, tatsächlich Racing Rookie zu werden, zur Qualifikation (oder behauptet das zumindest), sondern übt sich bei der persönlichen Zielsetzung in Bescheidenheit: Führerscheinneulingen beispielsweise, denen das Konzept der eigenverantwortlichen Zügelung eines zig PS starken und eineinhalb Tonnen schweren Gefährts noch nicht ganz geheuer ist, bietet der Halbtag im ÖAMTC-Fahrtechnikzen­trum die Möglichkeit, ihre Souveränität hinterm Steuer nachhaltig zu festigen und sich damit auch im vorhin angesprochenen echten Leben, in dem der Straßenverkehr zumindest als Zubringer eine nicht unerhebliche Rolle spielt, ein Stück weit wohler fühlen zu können. Alleine das ist ein guter Grund für die Teilnahme, und wenn dabei über­raschende Talente ans Tageslicht gebracht werden, gibt’s vielleicht auch noch den Hauptgewinn quasi als Bonus obendrauf.

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© Bild: Jürgen Skarwan

Etwaige Bedenken, unbedarfte Fahranfänger könnten sich hinter dem Steuer eines waschechten Rallyeautos als Gefahrenquelle entpuppen, können wir übrigens getrost zerstreuen: Die Sicherheit aller Teilnehmenden hat beim Racing Rookie stets oberste Priorität. Das gilt auch – oder vor allem – in einer Zeit, in der gängige Vorbehalte rund ums Thema Rennfahren noch um pandemiebedingte Unsicherheiten ergänzt werden. Die geltenden Vorschriften und Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus werden daher selbstverständlich bei allen Terminen lückenlos eingehalten.

Abseits kurzer Schrecksekunden, die besonders schwindelerregende Schlenkerer auf der Schleuderplatte mit sich bringen, bietet der Racing Rookie also auch heuer keinerlei Grund zur Beunruhigung. Allenfalls  eine gewisse FOMO („Fear Of Missing Out“), sprich: Die Angst, etwas zu ­verpassen, könnte sich bemerkbar ­machen. Diese lässt sich durch die zeitnahe Anmeldung zum gewünschten Qualifikationstermin aber glücklicherweise recht einfach beheben.

Racing Rookie 2020: Aller Anfang ist quer
© Bild: Jürgen Skarwan
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Auf die Plätze, …

… fertig, anmelden! Der Racing Rookie 2020 steht in den Startlöchern: Insgesamt werden 240 Plätze für die Qualifikationstermine in den ÖAMTC-Fahrtechnikzentren am 25. Juli in Teesdorf (NÖ), am 1. August in Saalfelden (S) und am 15. August in Melk (NÖ) vergeben. 18 Rookies erhalten ein Ticket fürs große Finale – und damit die Chance, einen rennfertig umgebauten Ford Fiesta ST samt individuellem Startpaket inklusive professioneller OSK-Fahrerlizenz der AMF, einem exklusiven Coaching von den Profis der ÖAMTC-Fahrtechnik sowie Ausrüstung im Gesamtwert von rund 40.000 Euro einzufahren.

Wer Racing Rookie 2020 wird, entscheidet sich am 22.
August in Melk. Fest steht aber schon jetzt: Gewinnen kann nur, wer sich rechtzeitig einen der begrenzten Startplätze sichert. Teilnahmeberechtigt sind alle motorsportbegeisterten Nachwuchstalente der Geburtenjahrgänge 1999 bis 2003, der Besitz eines Führerscheins ist nicht erforderlich. Alle Informationen rund um den Ablauf, die Termine, die detaillierten Teilnahmebedingungen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt’s online unter www.racingrookie.at

Racing Rookie 2020: Alle Termine

Qualifikationen

  • 25. Juli in Teesdorf
  • 1. August in Saalfelden
  • 15. August in Melk

Finale

  • 22. August in Melk

Anmeldung

Hier geht’s zur Anmeldung für die Geburtsjahrgänge 1999–2003

Anmeldegebühr: € 30,–

Ein Beitrag aus der autorevue Juni 2020