Andreas Riedmann
Kindheitstraum im Großformat: XXL-Carrerabahnen auf Reisen

Kindheitstraum im Großformat: Riesen-Rennbahn auf Reisen

Die Carrera-Bahnen von Andreas Beil sind nicht nur enorm groß, sondern auch mobil und mit technischen sowie personellen Finessen ausgestattet. Wer am eigenen Finger erfahren möchte, wie es sich anfühlt, ein Slotcar mit 30 km/h über bis zu 24 Meter Miniatur-Rennstrecke zu jagen, muss eigentlich nur noch den Platz dafür finden.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 13.02.2020

Es ist immer schön, wenn Kindheitsträume in Erfüllung gehen – auch, wenn man eigentlich gar nicht wusste, dass man sie jemals hatte. Sobald sich eine 18 (oder gar 24) Meter lange Carrera-Bahn vor einem ausbreitet, besteht daran retrospektiv aber überhaupt kein Zweifel mehr, und das Innere Kind, das die letzten Kontaktversuche geflissentlich verschlafen hat, ist plötzlich wieder putzmunter. „Als erwachsene Leute einfach nur spielen, das tun wir ja kaum noch“, konstatiert Andreas Beil – und hat seinen unkonventionellen Lösungsvorschlag praktischerweise gleich im Gepäck: Der Wiener bringt selbstgebaute, mobile XXL-Carrera-Bahnen zu Veranstaltungen aller Art und beschwört damit längst vergessene, einst auf dem Kinderzimmerboden zwischen gestrandeten Spielzeugautos gehegte Tagträume von unbegrenzten Möglichkeiten.

Kindheitstraum im Großformat: Riesen-Rennbahn auf Reisen
© Bild: Andreas Riedmann

Was den Reiz einer solchen Riesen-Rennbahn auch für mittlerweile zweifelsfrei Erwachsene ausmacht, ist schnell erklärt: „Du hast wirklich eine Streckenlänge, die hast du nie gehabt daheim. Da war der Achter, und dann war schon wieder eine Kurve. Und das macht die großen Bahnen einfach aus: Da spürst du richtig den Speed von den Autos, die werden auf der Geraden schätzungsweise zwischen 30 und 40 km/h schnell“, sagt Beil.

Kindheitstraum im Großformat: Riesen-Rennbahn auf Reisen
© Bild: Andreas Riedmann

Das Carrera-Prinzip bleibt auch im Großformat gleich: Durch gefühlvollen Finger- statt Fußeinsatz gilt es, auf den Geraden ordentlich Speed aufzunehmen, ohne am Ende aus den Kurven zu fliegen. Da letzteres natürlich trotzdem am laufenden Band passiert, sind bei Events neben Beil selbst noch zwei weitere Streckenposten im Dauereinsatz, die verunfallte Autos nötigenfalls mit routiniertem Greifarm-Einsatz bergen und wieder zurück auf die Rennstrecke bringen. Die jeweilige Rundenzeit wird elektronisch auf die Tausendstelsekunde genau gemessen und mittels eines prominent platzierten Monitors verlautbart, damit man bei all dem Gewusel nicht den Überblick verliert und die Frage nach dem oder der besten Fahrer/in nicht wie damals am Kinderzimmerboden in Streit ausartet. Strukturierte Rennen mit abschließender Siegerehrung sind mit diesem Setting ebenso möglich wie das kollektive Um-die-Bahn-Herumstehen, in dessen Rahmen die schweißbenetzten Controller nach Lust und Laune herumgereicht werden.

Kindheitstraum im Großformat: Riesen-Rennbahn auf Reisen
© Bild: Andreas Riedmann

Zwei verschiedene Bahnen hat Beil im Programm, und ja, auf den Fotos ist tatsächlich die kleinere zu sehen: Auf 18 Metern Rennstrecke können sich hier sechs Autos auf zwei Spuren gleichzeitig miteinander messen, die Weichen bieten geschickten Fahrern dabei die Möglichkeit, schleichende Mitbewerber zu überholen. Der gesamte Aufbau nimmt eine Fläche von 2,4 mal 5 Metern in Anspruch. Wer die große Rennbahn mieten möchte, muss dafür sogar 3,2 mal 6 Meter freiräumen, bekommt dafür aber gleich 24 Meter Rennstrecke mit vier Spuren (aber ohne Weichen) geliefert. Die Umsetzung mit umfunktionierten Bühnenpodesten hat Beil sich selbst ertüftelt, ein gutes Jahr wurde an der ersten Bahn gewerkt, bis ein relativ flexibel auf- und abbaubares Konzept gefunden war. Aufbewahrt werden die einzelnen Elemente in Transportboxen, die an rennfreien Tagen in einem Anhänger auf ihren nächsten Einsatz warten.

Kindheitstraum im Großformat: Riesen-Rennbahn auf Reisen
© Bild: Andreas Riedmann

Die Begeisterung für Carrerabahnen hat natürlich auch bei Beil ihren Ursprung in der Kindheit, und obwohl sie ihn viele Jahre lang nicht beschäftigt hat, ist sie doch nie ganz erloschen. 2010 hat der Wiener seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und die Firma Race-Event ins Leben gerufen, die diverse Veranstaltungen von der Weihnachtsfeier bis zur Automesse mit XXL-Carrerabahnen bespielt. Auch zehn Jahre später sei er immer noch mit Leib und Seele bei der Sache, erzählt Beil, der inzwischen hauptberuflich in der Immobilienbranche tätig ist. Neben dem Appell an den Spieltrieb steht für den Rennstreckenbetreiber der etwas anderen Art auch eine verbindende Komponente im Vordergrund, die sich vor allem bei Firmenfeiern bemerkbar macht: „Wenn man sieht, dass vom ‘kleinen Mitarbeiter’ bis zum General alle gemeinsam spielen, freut einen das einfach.“

Kindheitstraum im Großformat: Riesen-Rennbahn auf Reisen
© Bild: Roman Gaisböck

Weitere Informationen zu den Riesen-Rennbahnen von Andreas Beil gibt’s unter www.race-event.at