ZF eAMT Hybridantrieb automatisiertes Getriebe HInterachse
 

Wie ZF den Hybridantrieb billiger machen möchte

ZF, der weltweit zweitgrößte Automobilzulieferer, will den Hybridantrieb demokratisieren und hat dafür das eAMT-System entwickelt.

19.06.2018 Online Redaktion

Hybridantriebe sind teuer. Sie brauchen ein Automatikgetriebe, Batterie und einen zusätzlichen Motor. Das macht die Entwicklung komplex, weil vor allem in Kleinwagen dafür kaum Platz ist, ohne auf Kofferraumvolumen, Kniefreiheit und andere Annehmlichkeiten zu verzichten. Doch ZF (steht für „Zahnradfabrik Friedrichshafen“) hat eine Lösung namens eAMT (electrified Automated Manual Transmission) entwickelt.

ZF eAMT Hybridantrieb automatisiertes Getriebe HInterachse
© Bild: ZF

Kompaktes Hybridsystem von ZF

Grundsätzlich ist die eAMT darauf ausgelegt, frongetriebene Fahrzeuge mit quer eingebautem Frontmotor zu einem Quasi-Allradler zu machen. Dazu hat das System zwei Komponenten: eine elektrifizierte Hinterachse, die mit einem automatisierten Schaltgetriebe kombiniert wurde.

ZF eAMT Hybridantrieb automatisiertes Getriebe HInterachse
© Bild: ZF

HALT! Bei „automatisiertem Schaltgetriebe“ hören viele auf zu lesen, weil diese Technik völlig zu Recht nicht weit verbreitet ist. Zu unkomfortabel sind die Schaltvorgänge, da helfen Preis-, Gewichts- und Größenvorteil wenig. Doch genau das Hauptproblem löst die Hinterachse. Hier hat ZF einen 90-kW-Elektromotor integriert, der die Zugkraftunterbrechung per zusätzlichen Vortrieb ausgleicht. ZF nennt das „Traction Torque Support“.

ZF eAMT Hybridantrieb automatisiertes Getriebe HInterachse
© Bild: ZF

Weil es eine Verschwendung wäre, einen 90 kW Motor nur als Getriebeassistenten zu verwenden, dient das Aggregat auch dazu, den Verbrenner zu unterstützen, sollte der Fahrer stark beschleunigen. Das Demonstrationsfahrzeug von ZF, ein indischer Dacia Duster, kann sogar rein elektrisch bewegt werden.

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© Bild: ZF

Hybrid im Baukasten

Geht es nach ZF, ließe sich das System einfach in bestehenden Plattformen integrieren, was die Anzahl an Hybridfahrzeugen im Klein- und Kompaktwagensegment deutlich erhöhen könnte. Je nach Herstellerwunsch, ließe sich das System mit unterschiedlichen Batterien kombinieren, was sogar Plug-in-Hybride möglich machen würde.

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