vw e-up 2014 weiß seite
"Der größte Spaß ­besteht darin, beim Bergab-Rekuperieren Reichweiten-­Kilometer aufzuklauben und eine Fahrt lang zu versuchen, möglichst gar nicht auf das Bremspedal zu steigen."
 

Testbericht: VW e-Up!

Mit der Elektro-Version des Up hat VW Stromfahren gesellschaftlich geerdet. Zu rechnen sollte man deshalb aber nicht gleich anfangen.

23.02.2014 Autorevue Magazin

Wenn der Up eine Vorsilbe ­bekommt, hört sich das schon ein bisschen komisch an.
„Was fährst du?“
(Jetzt leise mitsprechen.)
„E-Up!“
„Sei unbesorgt, das wird schon wieder!“
Halt! Keine Witze jetzt. Der e-Up ist nicht irgendein weiteres Elektroauto, er will als der erste Großserien-Abgesandte der neuen VW-Strom-Offen­sive (e-Golf kommt im Juni) verstanden werden. Der Kleinling hat Gewicht (und damit ist seine gesellschaftliche Bedeutung gemeint, nicht seine 1200 Kilo – 230 kg davon machen übrigens die Batterien aus). Wenn die Vertrauensmarke Volkswagen mit einem Thema wie Elektromobilität Ernst macht, beginnen nämlich auch jene nachzudenken, die Innovation sonst als neumodischen Schmarrn umschreiben.

vw e-up 2014 weiß hinten heck seite

Suchbild: Kein Auspuff = Stromauto.

Der VW e-Up ist mit 25.350 Euro kein Sonderangebot, aber..

Ein 3,5-Meter-Kleinwagen mit 82 PS, Lederlenkrad, Sitzheizung und vier Türen für 25.350 Euro – das ist natürlich kein Sonderangebot. Aber über den Preis wird sich ein Elektroauto ohnehin nie verkaufen. Eher beschließt man, sich mit guten Absichten einen Elektro-Up leisten zu wollen, und verzichtet besser auf jedes Nachrechnen. Die Preis-Differenz von etwa 10.000 Euro zu einem ungefähr gleich ausgestatteten Erdgas-Up auf die Treibstoff-Ersparnis herunterzubrechen, würde sich wahrscheinlich erst für die Ur-Enkel rechnen, die sich über einen alten e-Up wahrscheinlich so freuen würden wie die heutige Jugend über ein C-Netz-Handy.

Alles dreht sich um die Reichweite

Mit dem e-Up kauft man sich eine saubere Marken-Weste, das ist der Punkt und dafür steht der Preis. (Strom hinterlässt den Dreck halt woanders, und CO2-mäßig liegt der österreichische Strom-Mix eigentlich nicht viel besser als Erdgas.) Jenseits der lebensphilosophischen Komponente ist auch das Leben mit dem e-Up eher profan. Alles dreht sich um die Reichweite. Der Lithium-Ionen-Akku des e-Up hat eine Speicherkapazität von 18,7 kWh (Renault Zoe 22 kWh; BMW i3 18,8 kWh), wie weit man damit kommt, hängt vom Wetter ­(heizen?) und von der Fahrweise ab, also in erster Linie von der Person, die fährt, ihrer Veranlagung und ihrem Willen. 120 Kilometer im Schnitt sind realistisch. Unser Verbrauch lag bei 14 kWh auf 100 Kilometer (Werksangabe 11,7 kWh), mehr als 80 auf der Stadtautobahn sind wir dabei nicht gefahren.

vw e-up 2014 weiß innenraum cockpit sitze armaturen

Das Wichtigste ist das ­Display in der Mitte: Sagt alles über ­Verbrauch und Reichweite.

Apropos Fahren:

Es ist ­besser, von Fortbewegung zu sprechen. Der größte Spaß ­besteht darin, beim Bergab-Rekuperieren Reichweiten-­Kilometer aufzuklauben und eine Fahrt lang zu versuchen, möglichst gar nicht auf das Bremspedal zu steigen. Mit der Automatik in B-Stellung ist Energierückgewinnung ein Hauptanliegen. Hauptsache, wir bleiben gesund.

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