Neuer Tiefstand bei Verkehrstoten im Vorjahr

Insgesamt kamen im Jahr 2016 auf Österreichs Straßen 427 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben – mehr Zweiradfahrer verunglückt als 2015, dafür deutlich weniger Pkw-Insassen

02.01.2017 APA

Im Jahr 2016 kamen laut vorläufigen Zahlen des BMI insgesamt 427 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von 10,9 Prozent. Mit 187 sind die meisten Opfer weiterhin als Pkw-Insassen zu beklagen, auch wenn ein Rückgang um 21,4% Prozent zum Vorjahr verzeichnet werden konnte. Gestiegen ist hingegen die Zahl der Getöteten bei Motorradfahrenden (85, +2,4 Prozent) und Radfahrern (47, +20,5 Prozent). Darüber hinaus sind 72 Fußgänger (-14,3 Prozent) im Straßenverkehr umgekommen.

Positive Entwicklung bei Pkw

In den vergangenen Jahrzehnten war der stärkste Rückgang an Verkehrstoten bei Pkw Insassen zu beobachten. Gab es hier vor 20 Jahren noch 624 Getötete im Pkw, waren es 2016 trotz deutlich mehr zugelassener Autos nur noch 187 (-70 Prozent). “Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die verbesserte aktive und passive Sicherheit bei Fahrzeugen, aber auch auf die Einführung des Mehrphasenführerscheins und entsprechende Trainings zurückzuführen”, erklärt ÖAMTC-Verkehrsexperte David Nosé. Dennoch: die meisten Opfer gibt es durch Frontalkollisionen oder Abkommensunfälle auf Landstraßen – hier muss laut Nosé verstärkt angesetzt werden. “Menschen machen Fehler, deshalb sollte der Straßenraum solche Fehler auch verzeihen können. Mit verbesserter verkehrstechnischer Ausstattung oder Verbesserungen beim Erhaltungszustand der Straßen kann schon viel erreicht werden”, so der Verkehrstechniker.

Mehr Zweiradfahrer verunglückt

2016 sind wieder mehr Motorradfahrende tödlich verunglückt als im Jahr davor. Die Gründe dafür liegen in einer generell steigenden Anzahl an Motoradfahrern und fehlender Fahrpraxis. Darüber hinaus ist auch die Zahl der getöteten Radfahrer im Jahresvergleich um rund ein Fünftel gestiegen, da Fahrradfahrer häufig von Autofahrern übersehen werden. Aber auch Radfahrer sollten im eigenen Interesse vorsichtig und vor allem gut sichtbar unterwegs sein sowie die Vorschriften der StVO einhalten.

Verstärkte Bewusstseinsbildung unumgänglich

Die Tendenz ist insgesamt zwar positiv, dennoch besteht Verbesserungspotenzial in der Bewusstseinsbildung. Viele Menschen verzichten auf lebensrettende Hilfen wie den Gurt (2016 waren 77 Getötete nicht angegurtet), die Rettungskarte oder regelmäßige Fahrzeugkontrollen. “Gerade im Zusammenspiel mit neuen Assistenzsystemen und Airbags sind diese Faktoren wichtig. Die Autohersteller richten alle Sicherheitsvorkehrungen danach aus, dass die mitfahrenden Personen mit Hilfe des Gurtes auf ihren Plätzen bleiben”, erklärt Nosé.

Mehr zum Thema
  • haggi

    immer wieder die leidige Diskussion……….Strafen DRAKONISCH erhöhen, besonders für Alkis und Raser.
    Ich plädiere da für Auto weg, dann würde sich endlich das “Fahren” ohne Schein aufhören.
    Zettel weg, na und??? Fahre ich eben schwarz lautet zur Zeit immer wieder die Devise.
    Die ganzen Wahnsinnigen die in 70er Bereichen mit über 180 gemessen werden und dann beteuern es habe sich NICHT um ein Rennen gehandelt,oder man habe “nicht auf den Tacho geschaut” würden sich ziemlich schnell überlegen, wenn das Auto gleich an Ort und Stelle eingezogen werden würde.
    Aber da muss man ja, laut Verkehrsexperten und ähnlichen Fachleuten, wieder bedenken wie derjenige dann seinen Lebensunterhalt weiter erwirtschaften kann.
    Allerdings ist es allen egal, wird von solch einem Idi…, ein Leben ausgelöscht und welche Sorgen die Angehörigen anschließend haben.
    Telefonieren am Steuer ca. 50€ ist ja lachhaft…………es müsste sich 50mal rechnen schon beim ersten Delikt sich eine Freisprecheinrichtung ins Auto bauen zu lassen, ansonsten wird sich gar nichts ändern!!!!

  • U. Zenhäusern

    Neuer Tiefstand bei Verkehrstoten ist für mich ein eher negativer Ausdruck. Es sollte doch eher heissen, erneuter Rückgang bei den Verkehrstoten, obwohl auf diesem Gebiet jeder Tote einer zuviel ist.

pixel