Erstes Halbjahr 2018: Anstieg bei Verkehrstoten in Österreich

193 Menschen mussten bei Verkehrsunfällen auf Österreichs Straßen im ersten Halbjahr 2018 ihr Leben lassen, das sind um 22 Personen mehr als im Vergleichszeitraum 2017.

03.07.2018 Online Redaktion

Alleine die letzte Woche von 25.6. bis 1.7. trug einen wesentlich Teil dazu bei, dass die Halbjahres-Bilanz traurig ausfällt: Fünf PKW-Lenker, vier Motorradfahrer, zwei Mitfahrer in einem PKW und jeweils ein Fußgänger, E-Bike-Lenker, Sattelzuglenker und Mitfahrer in einem Sattelzug. Laut Aufzeichnungen des Innenministeriums gab es damit 15 Verkehrstote in nur einer Woche zu beklagen, fast doppelt so viele wie im Durchschnitt eines solchen Zeitraumes. Die vermutlichen Unfallursachen waren in sechs Fällen überhöhte Geschwindigkeit, in drei Fällen Unachtsamkeit/Ablenkung, bei zwei Unfällen eine Vorrangverletzung und in jeweils einem Fall ein Fehlverhalten des Fußgängers sowie mangelnder Sicherheitsabstand.

Umkehr des langfristigen Trends?

In den letzten zehn Jahren konnte die Zahl der Verkehrstoten durch verschiedene Maßnahmen (Sicherheits-Infokampagnen, Verbesserung Fahrsicherheitssysteme etc.) deutlich gesenkt werden: Waren es im Jahr 2008 noch 312 Verkehrstote im ersten Halbjahr, konnte im ersten Halbjahr 2017 der absolut niedrigste Wert seit 1961 (Aufnahme der Statistik) erreicht werden (171 Verkehrstote).

Im ersten Halbjahr 2018 mussten allerdings, verglichen mit dem ersten Halbjahr 2017, um 22 Personen mehr ihr Leben auf Österreichs Straßen lassen. Gegenüber der Anzahl an Verkehrstoten von vor 10 Jahren bedeutet dies dennoch einen Rückgang von knapp 40 Prozent.

Von einer signifikanten, negativen Trendumkehr kann daher zwar noch nicht gesprochen werden, aber es gilt ganz klar: Jeder Tote auf unseren Straßen ist einer zu viel. Genau aus diesem Grund wird weiter daran gearbeitet, die Zahl der Verkehrstoten zu verringern – auch auf politischer Ebene.

Mit den Schlagworten “Sicher-sauber und vernetzt“ zu mehr Sicherheit

Denn die Sicherheit auf den Straßen soll u.a. ein Schwerpunkt zu Beginn der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs sein, so der EU-Abgeordnete Georg Mayer (FP). Mit den Schlagworten „Sicher-sauber-vernetzt“ sollen im Bereich Mobilität Maßnahmen umgesetzt und vorangetrieben werden, die zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen. Im Detail sind z.B. angedacht: modernere Notbremssysteme, automatische Spurwechsel-Assistenten und auch Erkennungssysteme für Fußgänger und Radfahrer.

Diese und weitere Maßnahmen sind zu begrüßen: Denn immer noch verloren in der EU im Jahr 2017 25.300 Menschen ihr Leben auf der Straße, weitere 135.000 trugen schwere Verletzungen davon. “Trotzdem muss dabei sehr kritisch hinterfragt werden, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche nur den Umsatzzielen von Konzernen dienen”, so Georg Mayer.

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