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Verkehrstote 2017: Halbjahresbilanz mit teils positivem Trend

171 Verkehrstote weist das Kuratorium für Verkehrssicherheit für das 1. Halbjahr 2017 aus. Ein Rückgang im Vergleich zu 2016, aber nicht bei allen Gruppen.

Online Redaktion
Veröffentlicht am 03.07.2017

171 Verkehrstote weist die Statistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) für das 1. Halbjahr 2017 aus. Das sind zwar um zehn Tote weniger als im Vergleichszeitraum 2016 (181 Verkehrstote im 1. Halbjahr), die Detailauswertungen zeigen aber unterschiedliche Entwicklungen.

Die Verkehrsstatistik im Detail

PKW-Lenker

© Bild: CC/Israel Sundseth

Während 2016 in den ersten 25 Kalenderwochen auf den österreichischen Straßen 63 PKW-Lenker ihr Leben lassen mussten, war 2017 im gleichen Zeitraum ein Rückgang auf 54 PKW-Verkehrsopfer zu verzeichnen. Interessantes Detail:  Tödliche Unfälle auf der Autobahn sind fast ausschließlich darauf zurückzuführen, dass die Betroffenen nicht angegurtet waren oder in Suizid-Absicht gehandelt haben.

Motorradfahrer

© Bild: CC/Adam Porter

Einen deutlich negativen Trend gibt es hingegen bei den Motorradfahrern. Um sechs mehr und somit 25 Tote zeigt die Statistik in dieser Fahrzeugkategorie, außerdem vier tote Leichtmotorradfahrer mehr als im 1. Halbjahr 2016. Großer Unterschied von den Motorrad-Unfällen zu den PKW-Unfällen mit Todesfolge: Ca. drei Viertel aller tödlichen Motorradunfälle sind Unfälle ohne Unfallgegner, also Alleinunfälle. Fahrfehler wirken sich bei Motorradfahrern naturgemäß schwerer aus, da eine schützende Karosserie bzw. eine Knautschzone fehlt. Aber auch auf Leichtsinn hinsichtlich der Schutzbekleidung sind viele der Unfälle mit Motorrad zurückzuführen: Bei sommerlicher Hitze wird von manchen Bikern leichtfertig auf die spezielle Schutzkleidung verzichtet.

Fußgänger

© Bild: CC/Sanetwo Tnmc

Ein Rückgang von 35 auf 29 tote Personen wurde verzeichnet, die als Fußgänger am Verkehrsgeschehen teilnahmen – eine dennoch hohe Zahl, wenn man bedenkt, wie viel Geld mittlerweile in Fahrsicherheitstechnik investiert wird. Zwar wird diese Sicherheitstechnik immer weiter vorangetrieben, Hauptaugenmerk liegt bei der Entwicklung aber immer noch auf dem Schutz der Fahrzeuginsassen, zum Leidwesen der Fußgänger.

Sicherheitsgewinn durch Technik für PKW-Lenker?

Die immer weiter fortschreitende und ausgereiftere Fahrzeug-Sicherheitstechnik hat, speziell für PKW-Lenker, sicherlich einen Anteil daran, dass die Zahl der toten PKW-Lenker im langjährigen Schnitt stetig sinkt. Aber: Das schlichte Verwenden des Sicherheitsgurtes steht immer noch an erster Stelle, um schwere Verletzungen bis hin zum Tod zu verhindern, denn Statistiken zeigen ganz deutlich: Mit angelegtem Sicherheitsgurt ist die Überlebenschance im Fall eines Unfalles knapp achtmal höher.

Unfallursachen

Nicht geändert haben sich laut KFV die Haupt-Unfallursachen: Ablenkung, Vorrangverletzungen und Raserei, wobei aber festgehalten werden muss: Tödliche Unfälle, die durch überhöhte Geschwindigkeit verursacht wurden, sind von 42 (1.JH 2016) auf 28 (1.HJ 2017) gesunken.


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