ANSICHTSSACHE Nicht charismatisch, aber im Strom des allgemeinen Geschmacks.
 

Nissan X-Trail (2014): Trag deine Größe!

Ein ehemaliger Fast-Geländewagen ist mittlerweile zum vollwertigen Sports Utility Vehicle geworden.

31.10.2014 Autorevue Magazin

Kleine Rückblende gefällig? Damals, um die Jahrtausendwende, als der SUV-Boom begann, aber noch nicht sichtbar war, als der X-Trail also erfunden wurde, war er das richtige Auto zur richtigen Zeit: Geländewagen mit erhöhter Straßentauglichkeit. Folglich handelte es sich um einen tapferen Allradwagen mit wahlweise fixer oder elektronisch geregelter Kraftverteilung zwischen den Achsen und der zusätzlichen Möglichkeit, auf reinen Frontantrieb umzuschalten. Damit bot der X-Trail die Merkmale eines  Geländewagens, abgesehen von einer Geländeuntersetzung. Gleichzeitig hatte er an beiden Achsen bereits Einzelradaufhängung, ein wichtiger Schritt in Richtung SUV.

X-Trail = Qashqai+2

Inzwischen hat sich die Technik weiterentwickelt und auch der Zugang zum Automobil an sich. Deshalb ist nun auch Schluss mit Gelände­wagen. Man kann es wohl als Straffung der Modellpalette sehen, indem der neue X-Trail viel weniger den Vorgänger ­ersetzt und viel mehr die Langversion des Qashqai darstellt, die ja mit dem jüngsten Modellwechsel ausgelaufen ist.

ANSICHTSSACHE Nicht charismatisch, aber im Strom des allgemeinen Geschmacks.

ANSICHTSSACHE Nicht charismatisch, aber im Strom des allgemeinen Geschmacks.

Man glaubt es kaum, aber der X-Trail steht wie hier (fast) konkurrenzlos da

Die Positionierung des neuen X-Trail ist in dieser Weise sehr klug erfolgt. Man glaubt es kaum: Trotz der Flut an SUVs findet man kaum einen direkten Gegenspieler, jedenfalls in der von uns getesteten Version mit Frontantrieb und dem Automatik-Getriebe X-Tronic, das in Wirklichkeit ein stufenloses CVT-Getriebe ist (dafür gibt’s den Allradler nicht mit Automatik).

Wer nämlich ein SUV mit Dieselmotor um die 4,60 Meter Länge in Kombination mit Automatikgetriebe sucht, muss fast immer auch Allradantrieb nehmen, einzige Ausnahme ist der Mazda CX-5, der aber eine relativ altbackene 6-Stufen-Wandlerautomatik besitzt.

QUALITÄT  Sauber gestaltete und gearbeitete Oberflächen, übersichtliche Verteilung der Funktionen.

QUALITÄT
Sauber gestaltete und gearbeitete Oberflächen, übersichtliche Verteilung der Funktionen.

Mr. Alltagsmeister

Wir wissen also nun genau, warum wir gerade in dieser Version sitzen und in keiner anderen. Man kann es ruhig so sagen: Das Auto ist die ­Large-Version des Qashqai, hat moderate, aber ausreichende 130 PS aus einem Kompakt-1,6-Liter-Dieselmotor, bietet einen soliden Frontantrieb mit einem stufenlosen CVT-Automatik-Getriebe auf dem allerletzten Stand der Technik, mit sachte simulierten Schaltpunkten und gegen Aufpreis auch noch einer dritte Sitzreihe, die es im neuen Qashqai nicht mehr gibt.

Wie in dieser Wagenklasse üblich, eignet sich die dritte Sitzreihe nicht wirklich zur Mitnahme von Erwachsenen, für den Weg vom Kindergarten bis zur Volksschule ist der Wagen aber prädestiniert. Um bei der Fahrzeughöhe die Seitenneigung gering zu halten, wurde die Federung für manche Lebenslagen recht straff gestimmt. Aber so ist das ­Leben, man kann immer nur höchstens fast alles haben.

GESTÜHL Die Ausstattungsversion Tekna ist schon ziemlich komplett, inklusive Leder und LED-Vollscheinwerfer.

GESTÜHL
Die Ausstattungsversion Tekna ist schon ziemlich komplett, inklusive Leder und LED-Vollscheinwerfer.

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