toyota yaris 1,33 multidrives style rot 2012 vorne front seite
Für die Stadt einer der größten Kleinen.
 

Dauertest-Einstieg: Toyota Yaris 1,33 Multidrive S Style

Das halbe Jahr mit dem Toyota Yaris beginnt mit einer entscheidenden Frage: Wie viele Gänge braucht der Mensch? Und vor allem: Wo?

08.04.2014 Autorevue Magazin

Man kann hier eigentlich nicht mehr von Kleinwagen sprechen, und man will es auch nicht: Vorne sitzt man als Erwachsener auch dann perfekt, wenn man den Durchschnittspassagier in einer Dimension überragt oder sogar in zwei. 1,70 Meter Breite außen weisen schon zart in die Kompaktklasse, und was der Yaris nicht durch seine innere Größe an Freiraum schafft, ermöglicht die Sitzverstellung, wobei man den Fondpassagieren nur dezent an die Kniescheibe fährt: Zwei Erwachsene hintereinander gehen sich (meistens) aus, da darf man auch überland ­unterwegs sein und nicht nur auf kurzen und kürzesten ­Strecken.

toyota yaris 1,33 multidrives style rot 2012 seite

ALLE FÜNF Dreitürer gibt’s, aber nur mit Schaltgetriebe und weniger Ausstattung.

Unser Yaris siedelt ziemlich weit oben in der Preisliste

Wir werden also selbst dann gut sitzen im Yaris, wenn wir die statistische Belegung eines Automobils (1,2 Personen) um 2,8 Personen übertreffen, und wir werden lange sitzenbleiben können, zum Beispiel ein halbes Jahr lang. So lange wird uns der Yaris nämlich begleiten und wir ihn. Die genaue Modellbezeichnung unseres Testautos Yaris 1,33 dual VVT-i Multidrive S Style fünftürig verortet ihn ziemlich weit oben in der Preisliste, dafür gibt’s die Topausstattung, die 2-Zonen-Klimaautomatik, Alufelgen, Rückfahrkamera und Touchscreen (das Navigationssystem kostet 567 Euro extra), Scheibenbremsen auch hinten inkludiert und mit stufenloser Automatik bei 18.660 Euro aufruft.

toyota yaris 1,33 multidrives style rot 2012 interieur innenraum cockpit

ROT GENÄHT Manches, was man hier sieht, gehört zur Topversion Style – das rot vernähte Leder, zum Beispiel, auch am langen Wählhebel der stufenlosen Automatik.

Jenseits der Stadtgrenze verliert die Antriebseinheit etwas von ihrer Harmonie

Über 2000 km waren wir mit dem Yaris bislang unterwegs, gerne in der Stadt, nicht ganz so gerne überland, denn jenseits der Stadtgrenze verliert die Antriebseinheit etwas von ihrer Harmonie. Der 1,33-l-dual-VVT-i mit 99 PS ist zwar der größere der beiden Benziner, braucht aber Drehzahl. Für Kraft bei niedrigen Touren ist eher der Dieselmotor (90 PS, 205 Nm) zuständig, der Benziner aber muss mit 125 Nm auskommen, und an denen hängen 1075 kg und die stufenlose Schubgliederketten-Automatik. Sie gemahnt noch immer ein wenig an die frühen Auftritte derlei Systeme (wer erinnert sich noch an Daf?): Tritt man aufs Gaspedal, so dreht zuerst der Motor alleine hoch, langsam wird auch das Auto schneller, erst dann sinkt die Drehzahl wieder. Das klingt immer ein bisserl nach schleifender Kupplung und fühlt sich gewöhnungsbedürftig an, besonders wenn man auf der Autobahn beschleunigen mag. Freilich kann man per Schaltpaddles hinter dem Lenkrad auch sechs vorprogrammierte Übersetzungen abrufen, im sechsten Gang ist das Drehzahlniveau auf der Autobahn allerdings höher als im Automatikmodus, und das will man dann auch nicht ständig haben, nur um beim Überholen ansatzlos beschleunigen zu können.

toyota yaris 1,33 multidrives style rot 2012 wählhebel schalthebel

Wirklich harmonisch wird die Antriebseinheit beim Gleiten in der Stadt: Schaltpausen gibt’s keine, weil’s keine Gänge zum Wechseln gibt (außer mit den Schaltpaddles, siehe oben), Drehzahl und Geschwindigkeit passen beim Gleiten auch subjektiv zusammen, so wird der Komfortgewinn durch die stufenlose Automatik schlüssig.

Der bisherige Testverbrauch hat sich bei 6,9 l auf 100 km eingependelt, in der Stadt dezent mehr, auf der Autobahn etwas weniger. Damit kann man in Spritspar-Foren nicht auf Vorbildlichkeit hoffen, ein Teil des Verbrauches rührt aber gewiss auch von den derzeitigen frostigen Temperaturen her, die endgültige Bilanz nach dem halben Jahr wird freundlicher aussehen.

toyota yaris 1,33 multidrives style rot 2012 kofferraum

Unter dem doppelten
Boden findet vieles Platz, man kann aber auch den Boden selbst tieferlegen, falls ­Hohes verladen werden soll.

Alles, was der Motor schafft, schafft das Fahrwerk auch

Der Yaris wirkt um die ­Antriebseinheit herum absolut ernsthaft und erwachsen. ­Außen hat er die comichafte Niedlichkeit der ersten Generation völlig beiseitegeschoben, um unverspielt auf breiter Spur dazustehen. Genauso gut ge­erdet verhält sich auch das Fahrwerk: Alles, was der 1,33-l-Motor schafft, schafft es auch, nie ist Überforderung zu spüren. Lediglich der Federungskomfort wirkt auf holprigem Terrain etwas, sagen wir, unfertig. Man erkennt dann an der Treffsicherheit, dass ein Touchscreen immer nur so gut ist wie die Federung des Autos, in dem er sich befindet.

toyota yaris 1,33 multidrives style rot 2012 touchscreen display

Der Touchscreen birgt allerlei Information, im Retourgang auch die Rückfahrkamera.

Die Materialien innen sind der Klasse angemessen. Hier warten keine Überraschungen, weder so noch so, nichts wirkt wie vom Rotstift gezeichnet, aber abgesehen von Leder­lenkrad und -schalthebel bemüht sich auch nichts, als emotionaler Widerhaken mehr Gefühle zu halten, als für einen Gebrauchsgegenstand ­nötig sind. Ein vernunftbetontes ­halbes Testjahr darf also beginnen.

Der Dauertest-Abschluss des Toyota Yaris 1,33 MultidriveS Style.

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