toyota gt86 rot hinten heck seite
Einer der stillen Philosophen unserer Redaktion hat die These aufgestellt, dass der Weltfrieden gesichert wäre, wenn jeder Mensch einen GT86 zur Verfügung hätte.
 

Testbericht: Toyota GT86

Vom ganz normalen Alltag mit einem nicht ganz normalen Auto.

01.11.2013 Online Redaktion

WEG! Weg mit den Systemen und Apparaten. Massagesitze, Abstandsradar, smartphone­gesteuerte Standklimatisierung, Spurhalteassistent – alles raus. Willkommen in einem Auto, das im Ganzen wie in seinen Details anachronistisch dasteht, und gerade deswegen aktuell ist wie nie.

Gehen wir einen Schritt zurück: Was bedeutet Mobilität im 21. Jahrhundert? Die Städte werden dichter, ihre Straßen auch. Trotz moderner Antriebstechniken nimmt die Umweltbelastung durch den Verkehr eher zu als ab. Viele Leute suchen für ihre Alltagswege nach Alternativen zum Auto. Carsharing, Radfahren, ÖPNV, das sind die Stichworte der schönen, neuen Verkehrswelt. Die Rolle des Autos wird sich da ändern, zwangsläufig. Wo bleibt sein Platz?

toyota gt86 rot oben vorne

Sanft fängt das Logo die Sicken im Dach auf. Die Sammlung an Vignetten deutet Reiselust an.

Zwei Ecken tun sich auf: Zum einen das in Watte abgeschottete Dahinströmen zwischen Lärmschutzwänden, mit allem Komfort und Entspannungspotenzial, und zum anderen die emotionalen Weiten der Fahrfreude. Nur du, ein Lenkrad, die Straße und die Fliehkraft.

Womit wir beim Toyota GT86 wären. Ein Auto, konsequent und mit selbstverständlicher Leichtigkeit dem Fahrspaß gewidmet.

Wir führen es ein Jahr lang durch unser Leben, und schon zur Halbzeit lässt sich sagen: Der Toyota macht bessere Menschen aus uns. Weil er zur Besinnung aufruft. Weil er schon im ­Stehen Spaß macht. Weil er auch in legalen Betriebszuständen ein Ventil bietet für Ärgernis und Aggressionen des Alltags. Und weil er selbst keinen Ärger macht: Haltung und Technik unseres GT86 waren bislang nicht aufwendiger als die eines Toyota Auris.

Die Essenz des Toyota GT86 verdichtet sich im Boxermotor: zwei Liter Hubraum, kein Turbo, 200 PS.

Sein Grollen und Wummern ist sein Herzschlag: einzigartig, intim, beruhigend und wärmend. Souverän zieht sich die Maschine in jedem der Gänge von der Untertourigkeit in den ­Begrenzer. Manche vermissen zwar einen Turboschub, aber ganz ehrlich: Am Ende macht das mehr Spaß als ein 0,3-Liter-Turbokompressor-Plug-In-Hybrid. Die Direkteinspritzung sorgt dafür, dass der Verbrauch im Rahmen bleibt. Unser Bestwert liegt bislang bei 6,3 Litern, acht Liter im Alltag sind möglich, die Heizer-Fraktion der Redaktion hat den Bordcomputer auf 9,3 geeicht.

toyota gt86 rot innenraum cockpit armaturen

DEINE KAMMER Man lässt sich auf den Fahrersitz plumpsen und sitzt wohlig eingebettet im Alcantara-Leder. Die Bedienung ist wie vor fünfzehn Jahren, aber dafür ist alles durchschaubar.

Ein Wort zum Getriebe: Die Leichtigkeit der Schaltvorgänge geht in Ordnung, reicht aber nicht an einen Mazda MX-5 heran. Stattdessen hört und spürt man Metall auf ­Metall, Zahnrad um Zahnrad. Und beim Einkuppeln in den ersten Gang gibt es einen sanften Schlag im Getriebe.

Das ist das Asset des Toyota GT86: Nahbarkeit.

Schon ­lange nicht mehr hat ein Auto so viel von sich preisgegeben, und wir reden hier nicht von abfallenden Türverkleidungen. Es geht um seine Seele, um die Durchschaubarkeit technischer Vorgänge. Ist es kalt, knistert das kontrahierende Metall nach dem Abstellen des Motors wie wild. Auch lässt sich der zweite Gang dann nur mit Liebe einlegen. Die Handbremse ist noch eine richtige Handbremse mit einem ­soliden Hebel, neben der wohldosierten Servolenkung spürt man, dass ein Auto auf den Vorderrädern lastet. Antrieb ist hinten, besonders auf nasser Fahrbahn – schon beim Umdrehen auf nasser Fahrbahn ist Vorsicht geboten.

toyota gt86 rot emblem detail

Der Toyota GT86 ist ein Aufschrei gegen die Abstrahierung unserer ­Autowelt. Hier bekommt man keine Fisch­stäbchen ­serviert, sondern eine ganze Goldbrasse, mit ­Augen und Kiemen.

Einer der stillen Philosophen unserer Redaktion hat die These aufgestellt, dass der Weltfrieden gesichert wäre, wenn jeder Mensch einen GT86 zur Verfügung hätte.
In ­diesem Sinne freuen wir uns auf ein weiteres halbes Jahr ­Redaktionsfrieden (wenn Christoph Jordan das Auto endlich wieder einmal aus
der Hand gibt).

Hier geht’s zum Dauertest-Einstiegsbericht des Toyota GT86
Hier geht’s zum Dauertest-Abschluss des Toyota GT86

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