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Tödlicher Unfall in Kalifornien: Familie klagt Tesla

Nach dem tödlichen Unfall mit einem Model X in den USA im März 2018 haben Angehörige des Opfers Klage gegen Tesla eingereicht.

Veröffentlicht am 02.05.2019

Der US-Elektroautobauer Tesla ist von den Angehörigen eines Unfallopfers in Kalifornien verklagt worden. In der Ende April im Bezirk Santa Clara eingereichten Klage wirft die Verteidigung der Familie des Verunglückten dem Unternehmen vor, die Autopilot-Funktion des Elektroautos sei “fehlerhaft” gewesen. Sie habe daher den Tod des 38-jährigen Familienvaters verursacht, erklärten die Anwälte.

Autopilot während der gesamten Fahrt aktiviert

Der Fahrer war im März vergangenen Jahres in Mountain View in Kalifornien mit seinem Tesla X schwer verunglückt und später an seinen Verletzungen gestorben. Sein Auto krachte gegen eine Betonabsperrung und stieß daraufhin mit zwei Fahrzeugen zusammen. Das Selbstfahrsystem war während der gesamten Fahrt und auch während des Unfalls eingeschaltet, wie die zuständigen örtlichen Verkehrsbehörden später in einem Bericht erklärten.

 

Vorwürfe gegen Bundesstaat

Die Verteidigung des Unfallopfers wirft Tesla vor, dass das System weder die Fahrspurlinien richtig erkannt noch die Betonabsperrung entdeckt habe. Anstatt den Tesla zu bremsen, habe es das Auto direkt in die Betonabsperrung gesteuert. In ihrer Klage wenden sich die Angehörigen auch gegen den US-Bundesstaat Kalifornien und werfen ihm vor, keinen dämpfenden Unfallschutz angebracht zu haben, obwohl es bereits zuvor einen Unfall gegeben habe.

Kein Kommentar von Tesla

Tesla wollte sich konkret zu der Klage nicht äußern, erklärte aber, alle Autos seien mit einem automatischen Notfall-Bremssystem ausgerüstet. Nach dem Unfall im vergangenen Jahr hatte Tesla darauf verwiesen, dass der Autopilot nicht “alle Unfälle” vermeiden könne, solch ein Versprechen wäre “unmöglich”. Durch das Selbstfahrsystem könnten sie aber reduziert werden Die Behörden hatten in ihrem Bericht damals zudem darauf verwiesen, dass der Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls seine Hände nicht am Steuer hatte. Das System ermahnt jedoch den Fahrer dazu, aufmerksam zu bleiben und bereit zu sein, die Kontrolle über das Fahrzeug selbst zu übernehmen.

Fahrer hatte nicht auf Warnhinweise reagiert

Der Unfall hatte sich am 23. März 2018 ereignet. Dabei fuhr das Model X nach Polizeiangaben in eine Fahrbahnbegrenzung. Anschließend wurde es von einem Mazda erfasst und stieß dann mit einem Audi zusammen. Der 38-jährige Fahrer wurde von zwei Männern aus dem brennenden Fahrzeug gezogen, verstarb aber später im Krankenhaus. Vor dem Unfall habe er “mehrere visuelle und einen akustischen” Warnhinweis erhalten, aber nicht darauf reagiert. Das System habe registriert, dass die Hände des Fahrers in den sechs Sekunden vor der Kollision nicht auf dem Lenkrad gelegen hatten. Er habe rund fünf Sekunden Zeit und 150 Meter freie Sicht gehabt. Tesla betont immer wieder, dass die Fahrer auch bei aktiviertem Autopiloten stets die Hände auf dem Lenkrad und so die Kontrolle behalten müssen.


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