Suzuki Kizashi stat HiLi
Für große Limousinen ist die Marke bislang nicht bekannt, jetzt gibt’s eine.
 

Testbericht: Suzuki Kizahi

Suzuki kommt über die Preis-Schiene in die obere Mittelklasse: Leder serienmäßig.

16.12.2010 Autorevue Magazin

Kühn ist nicht nur der Versuch als Ganzes, kühn ist auch der Name. Normalerwiese tragen fernöstliche Autos bei uns ja diese marketingdurchgekauten Überhauptnixnamen: Avensis. Tiida. Grandis. Baleno! Kizashi aber, so könnte auch diese Kampfsportart heißen, bei der man sich gegenseitig mit den Fingern in die Augen sticht. Es bedeutet jedoch: Etwas Großes wird geschehen.

Das Große ist geschehen. Ins Limousinensegment jenseits der 30.000 Euro hinein­zufahren, ist für Suzuki eine unerhörte Sache. Was Europa betrifft, könnte man sagen, sie ist nicht ganz ausdiskutiert. Weil den Kizashi gibt es nur mit einem 178-PS-Benziner, eine angenehme Übersichtlichkeit, die sich auch bei der ­Ausstattung fortsetzt (alles da, kaum Extras), die aber vielleicht nicht flächendeckend honoriert werden wird. Der Dieselanteil steigt bei uns nämlich schon wieder.

Außerdem ist dieser Motor mit einer sehr feinen Automatik kombiniert, und zwar ohne Alternative: CVT, stufenlos. Lässt den Motor bei Voll-Last wohl hysterisch hochdrehen, ist im Normalbetrieb aber außergewöhnlich kultiviert. Kein mopsiges Schaltgetriebe in ­einem Mittelklasseauto anzubieten, ist höchst sympathisch und weist auch souverän in die hoffentlich nahe Zukunft. Jetzt muss das nur noch der durchschnittliche europäische Autofahrer erkennen.

Man erkennt da und dort natürlich die Begrenztheit der Möglichkeiten, die ein Hersteller kleiner Autos, SUVs und vor allem Motorräder hat, wenn es darum geht, in einem ihm bislang unbekannten ­Segment mitzumischen. Bei der relativen Sparsamkeit des Motors zum Beispiel (siehe Vergleichstabelle). Das Fahrwerk mag gelungen sein, aber das erkennt man dank der breiten Niederquerschnittreifen nicht wirklich (hier raten wir zu konventionellerer Ware).

Allerdings: Das Auto läuft tadellos und bietet vor allem innen – wo man sich ja beim Autofahren meistens aufhält – ein Maximum an durchdachter Wohnlichkeit und an konkreten Wohlfühlfeatures: Leder serienmäßig, gescheite Ablagen, Klimaautomatik, Schiebedach, Einparkhilfe, alles im Preis dabei. Viel Platz zum Sitzen und Verstauen, gute Stühle, vorne sogar elektrisch vielfach verstellbar. Verarbeitung offensichtlich hochambitioniert, kein Detail lässt den Sparwillen der Controller erkennen. Es zeigt sich: Eine gescheite ­Alternative zu den Premiumeuropäern ist der Kizashi für Leute, die die Kirche im Dorf lassen wollen, allemal.

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