Subaru WRX STi dyn vorne
Der WRX darf nimmer Impreza heißen.
 

Testbericht: Subaru WRX STi

Eine brave Limousine mit geteilt umlegbarer Rückbank. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit.

09.12.2010 Autorevue Magazin

Was für ein perfider Plan. Der Mutter den STi mit den Worten: „Wie wär’s denn mit dem als nächstes Auto?“ vor die Türe stellen, sie würde ihn toll finden und kaufen. Völlig ­uneigennützig würde der ebenso fürsorgliche wie ambitionierte Nachwuchs den ­Wagen sogar jedes Wochenende waschen fahren, den Reifenluftdruck prüfen und das Öl nachschauen, ehrlich. Natürlich will man ja nur das Beste für die Frau Mama. Die ­Motorleistung bietet enormen ­Sicherheitsgewinn beim Überholen, der Traktionsvorteil durch den Allradantrieb mit den beiden Sperren (vorne ­Helical, hinten Torsen) ist nicht zu übersehen, und überhaupt: eine Dame in den besten Jahren mit einem scharfen Subaru, das wäre vermutlich die coolste Mum der Welt.

„Der ist aber schiach.“ Mutter, du verstehst nicht: Der muss so ausschauen. Früher hatte er einen Riesenspoiler hinten drauf, den haben sie sich inzwischen abgewöhnt (gibt es aber noch optional), und die ausgestellten Rad­häu­ser rundum symbolisieren das Muskulöse. Hey, Rallye-Gene! Zum Beispiel ein Upside-Down-Fahrwerk, eine Doppelquer­lenkerachse hinten, wirklich: Wie das lenkt, wie das liegt, du musst zuerst einmal damit ­fahren. Und die Bremsanlage erst – ein Gedicht!

„Außerdem will ich einen hohen Wagen, wegen dem ­bequemen Einsteigen. Punkt“, sprach sie und war dahin. Die Realität kann ernüchternd sein. Was sie versäumt hat? Eine Fahrt in einer der fahrdynamischsten Limousinen unserer Tage. Limousine jetzt deswegen, weil für viele aus der Fangemeinde der STi einfach eine Limousine zu sein hat – und Subaru hat die Wünsche erhört. Den Fünftürer wird es zwar weiterhin geben, jedoch nur auf Sonderbestellung. Schrullig auch: Er hat den ­Namen Impreza verloren, heißt jetzt nur mehr WRX STi.

Am technischen Layout hat sich nichts verändert: Unter der Haube werkt ein 2,5-Liter großer Boxer mit Turboaufladung (jetzt Euro5), der verglichen mit den früheren Zweiliter-Exemplaren seine Leistung sehr harmonisch abgibt. Wohl setzt der echte Schub erst ab rund 3000 Touren ein, der Tritt ins Kreuz ist aber einem nachdrücklichen Antauchen gewichen. Als wollte der Turbo einem mitteilen, so, ich nehme jetzt meine Arbeit auf, konzentrier dich gefälligst aufs Fahren und hör auf, mit dem Mittel­differenzial rumzuspielen.

Man kann nämlich den WRX in der Mittelkonsole auf seine Bedürfnisse trimmen. Zum einen gibt es einen ­Drehknopf, der die Motorcharakteristik in drei Stufen reguliert. Im Intelligent-Modus kann man auch die Schwiegermutter zum Einkaufen schicken, hier döst der Terminator auf ­Rohypnol. „Sport“ lässt schon etwas vermuten, das volle ­Leistungsaufkommen gibt es erst in der Stellung „Sport Sharp“. Das Mitteldifferenzial bietet drei Automatik-Modi, lässt sich aber auch ­manuell in 6 Sperrstufen festtackern, was das Fahrverhalten merklich zwischen Unter- und Übersteuern beeinflusst. ­Darüber wacht noch ein zweistufig ­abschaltbares ESP – die fahrdynamische Bandbreite ist tatsächlich gewaltig. Genau das macht den Reiz des STi aus. Der wilde Rallye-Spund steckt ihm nach wie vor in den Genen, allerdings kann man ihn auch völlig unaufgeregt im Alltag bewegen.

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