Subaru Impreza dyn links
Eine seltene Erscheinung. Schade.
 

Testbericht: Subaru Impreza

Eigentlich schade, dass Sie nicht an diesen Impreza dachten, als Sie Ihren Golf TDI bestellten.

05.11.2010 Online Redaktion

Der Subaru Impreza XV ist ein schönes Auto. Der Schmäh ist, dass diese Schönheit nicht so selbsterklärend ist wie zum Beispiel bei einem Alfa. Die Ästhetik des Subaru braucht Zeit. Irgendwann geht man dann zum Auto hin und kann sich das stämmige Heck gar nimmer vorstellen ohne den Kunststoff. (Wie auch, man sieht ja quasi nie einen anderen Impreza als den eigenen.) Die Dachreling wird man ­spätestens beim Christbaumtransport lieb gewinnen, und wenn jemand noch mehr Zeit braucht: Am besten einsteigen und drinnen warten.

Der Innenraum ist eine der großen Stärken: Vorne ist es quasi unmöglich, am Plafond anzustoßen, auch hinten sitzt sich’s gut. Die Sitzposition erinnert an die Sportbolzen der Boxerschmiede, die Schalen­sitze gewähren aber auch anstandslosen Langstreckenkomfort. Am Armaturenbrett gibt’s keine Offroad-Folklore, man fühlt sich gut eingerahmt von den Zierleisten, die Hände fallen wie selbstverständlich auf die Bedienelemente. In derart solidem Umfeld auffallend ­unangenehm ist die Klima­automatik, irgendwo zieht’s nämlich fast immer. Und die mittleren Düsen kann man nicht zumachen, die schaltende Hand ist also stets im Schussfeld.
Wie überhaupt hier vieles ein bissl gestrig wirkt: Der Blinker hat von Tippfunktion noch nichts gehört, die Telefonbedienung wirkt nachträglich eingebaut, und von den Fensterhebern hat nur einer eine Absenkautomatik. Als Gimmick kommt noch ein Trumm von einem Schlüssel hinzu, groß wie ein Handy und nicht zusammenklappbar. Schwerwiegender jedoch ist der Verlust eines klassischen Subaru-Features: Seit ein paar Jahren bauen die Japaner Scheibenrahmen an ihre ­Modelle, die schicken rand­losen Fenster sind perdu. Schade.

Aber alles relativiert sich, wenn man losfährt. Unter der Haube werkt jener Boxer-Diesel, den man getrost zu den Besten in seiner Leistungs­klasse zählen kann. Schon im Stadtbetrieb taucht das Grummeln unter den Abrollgeräuschen ab, Vibrationen gibt’s nicht, und wir haben schon Benziner erlebt, die rauer klangen. Kraft gibt’s quasi immer, das lang übersetzte Getriebe könnte dazu verleiten, „Turboloch“ zu sagen, aber bei 1200 U/Min kann man von keinem 150-PS-Turbo den vollen Wums erwarten. Also Kick-Down und ab geht’s. Ein schönes Auto. 

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