Stau auf der Grünbergstrasse in Wien
Durch das neue Berechnungsmodell kommen über die NoVA jährlich 50 Mio. Euro mehr in das Bundesbudget.
 

Steuererhöhungen 2014: Autofahren wird teurer

Durch das neue Berechnungsmodell kommen über die NoVA jährlich 50 Mio. Euro mehr in das Bundesbudget. Auf Facebook formiert sich Widerstand.

15.01.2014 APA

Die Regierung hatte bereits angekündigt die Normverbrauchsabgabe (NoVA) erhöhen zu wollen. Die dementsprechenden Gesetzesnovellen hat die Regierung gestern zur Begutachtung versendet und damit die Erhöhung der NoVA eingeleitet. Der ÖAMTC kommentiert diesen Schritt mit scharfen Tönen. “Und wieder einmal soll das österreichische Budget auf dem Rücken der Autofahrer saniert werden”, so Bernhard Wiesinger, der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Facebook-Aktion “Gegen die Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer”

Am 6. Jänner 2014 startete eine Facebook-Seite mit dem Titel “Gegen die Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer”. Ihre Meinung “Wir sind gegen die geplante Erhöhung, der ohnehin schon überhöhten motorbezogenen Versicherungssteuer in Österreich!” teilen bereits 65.000 Facebooknutzer – Tendenz stark steigend.

Jährliche Mehrkosten von 280 Millionen Euro

In den nächsten Jahren drohen den Autofahrern dadurch 280 Millionen Euro jährlich an zusätzlichen Kosten. “Das ist mit einem Viertel eindeutig der größte Brocken des neuen Belastungspaketes. Wenn auch sonst vieles zu wünschen übrig lässt, der ‘Autofahrer-Schröpfreflex’ der österreichischen Bundesregierung funktioniert. Beispielsweise kommt der Ankauf eines neuen Familiy-Vans ab März um rund 600 Euro teurer”, kommentiert Wiesinger.

Vereinfachung der NoVA-Berechnung

Die Berechnung der NoVA wurde zwar vereinfacht, ab März wird aber das neue Berechnungsmodell für ein Plus von 50 Millionen Euro jährlich im Bundesbudget sorgen. Die höchsten Mehreinnahmen holt sich der Finanzminister mit 230 Millionen aus der motorbezogenen Versicherungssteuer. “Das ist besonders ärgerlich, weil die Fahrzeughalter dieser Steuererhöhung – anders als bei einem Neuankauf und der NoVA – nicht entgehen können. Und trotz gegenteiliger Versprechungen der Spitzenkandidaten der Regierungsparteien vor der Wahl ist das eine klare Erhöhung einer Massensteuer”, kommentiert Wiesinger.

Autoausgaben belasten 30 Prozent des Durchschnittseinkommens

Laut Statistik Austria betrug 2012 das österreichische Durchschnittseinkommen 20.596 Euro. Die jährlichen Kosten für ein übliches Familienauto (Skoda Oktavia Kombi) betragen inklusive Wertverlust laut Autoinfo des ÖAMTC 6.401 Euro. “Damit gibt der Durchschnittsösterreicher mehr als 30 Prozent seines Einkommens für das Auto aus. Zudem sind laut Pkw-Index die Kosten für das Autofahren seit dem Jahr 2000 um über 20 Prozent stärker angestiegen, als die Kosten der allgemeinen Lebenshaltung”, rechnet Wiesinger vor.

“Autofahren ist kein Laster”

Dem Club stößt besonders sauer auf, dass Autofahren im selben Atemzug wie Sekttrinken oder Zigarettenrauchen genannt wird. Wiesinger: “Autofahren ist kein Laster, sondern für die absolute Mehrheit der 4,6 Millionen österreichischen Pkw-Besitzer eine tägliche Notwendigkeit, um zu ihrem Arbeitsplatz zu kommen oder ihren Alltag zu bewältigen. Wer das nicht erkennt, hat den Bezug zur Realität seiner Wähler verloren. Wir fordern daher von der Bundesregierung die Rücknahme der geplanten Steuererhöhungen für den Individualverkehr und einen Belastungsstopp für Autofahrer.”

Berechnung der NoVA-Erhöhung und motorbezogenen Versicherungssteuer 2014

Hier einige Rechenbeispiele zur neuen NoVA und motorbezogenen Versicherungssteuer ab März 2014

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